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Special "Produkt- und Markenpiraterie"

Geballte Kompetenz gegen Produktpiraterie

Centrum für Angewandte Methoden gegen Produktpiraterie (CAMP) der TU-Darmstadt für den Maschinen- und Anlagenbau

Von Dipl.-Wirtsch.-Ing. Laura Schröder, Uni Darmstadt

Plagiate treten längst nicht mehr nur im Konsumgüterbereich auf, sondern sind inzwischen auch bei Investitionsgütern weit verbreitet. Gleichzeitig ist die Schutzwirkung von gewerblichen Schutzrechten insbesondere im asiatischen Raum begrenzt.

Logo CAMP

Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus sind daher darauf angewiesen, ihren Schutz um technische und organisatorische Maßnahmen zu ergänzen, wie durch die Integration einer Kennzeichnung oder den Einsatz von intelligenten Softwareprogrammen zur „Verdummung“ von CAD-Modellen bei Entwicklungskooperationen.

Hierbei hilft das Centrum für Angewandte Methoden gegen Produktpiraterie (CAMP), das an der TU Darmstadt gegründet wurde. Da ein effektives und effizientes Produkt- und Know-how-Schutz-Konzept die Betrachtung aller Unternehmensprozesse sowie Produkte erfordert, ist es das Hauptziel des Centrums, die dafür notwendigen, unterschiedlichen Experten zu bündeln. Das Wissen von IT-Sicherheitsexperten ist z.B. ebenso unerlässlich wie das Wissen von Experten für Kennzeichnungstechnologien. Mit dem Kompetenzzentrum wird dieses Wissen aggregiert und den Mitgliedsunternehmen steht so ein zentraler Ansprechpartner beim Thema Produktschutz zur Verfügung.

Gr¨ndungs-Zeremonie vom CARP an der TU Darmstadt Gründungs-Zeremonie vom CARP an der TU Darmstadt
Foto: TU Darmstadt

Konkret bietet das Kompetenzzentrum seinen Mitgliedern z.B. ein IT-basiertes Analysetool an, mit dem Unternehmen ihre Situation hinsichtlich Produktpiraterierisiken bewerten können. Das Tool greift auf einen Maßnahmenkatalog zurück und schlägt für die ermittelte Risikosituation geeignete Gegenmaßnahmen vor. Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen können Unternehmen aktiv ihr Risiko senken. Unternehmen können sich aber auch mit ganz konkreten Problemen an das Centrum wenden.

Entweder empfehlen die Experten bereits existierende Lösungen, wenn diese geeignet erscheinen, oder es werden neue Lösungen in gemeinschaftlichen Forschungsprojekten erarbeitet. So wurde in einem Projekt in Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft ein Werkzeugmaschinendemonstrator entwickelt. Die Steuerung der Werkzeugmaschine ist nun in der Lage, verschiedene Komponenten auf ihre Echtheit zu überprüfen. Bei jedem Maschinenstart wird die Originalität der Komponenten abgefragt und das Ergebnis im Logbuch der Steuerung gespeichert. Somit kann einerseits der Werkzeugmaschinennutzer sicher sein, dass er keinem Plagiat aufgesessen ist, und andererseits der Werkzeugmaschinenhersteller ungerechtfertigte Regressansprüche gegen sich abwehren. Sowohl Nutzer als auch Hersteller können sich so vor optisch perfekten aber häufig qualitativ mangelhaften Imitaten schützen, die beim Nutzer für Produktionsausfälle oder Nacharbeiten verantwortlich sind.

Mit der Wahl der richtigen Maßnahmen ist zwar ein wichtiger Schritt für einen zielführenden Produktschutz getan. Allerdings reicht dies nicht aus, um langfristig erfolgreich Produkt- und Know-how-Schutz zu betreiben. Unternehmen müssen eine auf ihre Risikosituation abgestimmte Know-how-Schutzstrategie entwickeln und diese im Unternehmen implementieren. Auch hier bietet das Kompetenzzentrum Hilfe in Form des „Darmstädter Modells“ an. Mit diesem Modell können Unternehmen aufwandsarm ihre eigene Strategie entwickeln und in den Unternehmensalltag integrieren. Beispielsweise hat die Festo AG & Co. KG, ein CAMP-Mitglied, für sich mit Hilfe des Modells eine ganzheitliche Schutzstrategie erarbeitet und umgesetzt. Von den Erfahrungen, die dabei gesammelt wurden, profitieren bei Networkingveranstaltungen andere CAMP-Mitglieder.

Das Know-how des Kompetenzzentrums bzw. die Experten stehen Maschinen- und Anlagenbauern durch vier Aktivitätsfelder zur Verfügung. Die Aktivitätsfelder lauten:

• Schulung
• Beratung
• Networking
• Forschung & Entwicklung

Somit kann auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und insbesondere auf die abweichende Erfahrung der Unternehmen hinsichtlich des Produktschutzes eingegangen werden. Die Schulung richtet sich vor allem an Unternehmen, die für sich eine Schutzstrategie entwickeln und ihren passenden Maßnahmen-Mix ermitteln möchten. Mit Networkingveranstaltungen wird der Know-how-Austausch zwischen Maschinen- und Anlagenbauern und den Experten des Kompetenzzentrums gefördert. Im Rahmen von geförderten Forschungsprojekten können Unternehmen gemeinsam mit den Experten des Kompetenzzentrums neue spezifische Lösungen entwickeln. Bei Beratungsprojekten kann der Arbeitsinhalt individuell abgestimmt werden. Das umfangreiche Angebot von CAMP unterstützt Unternehmen, um fit für den Produkt- und Know-how-Schutz weltweit zu werden.

Adressen

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Laura Schröder
L1|01 105
Petersenstraße 30
64287 Darmstadt
Tel.: +49 6151 16-3830
Fax: +49 6151 16-3356
Email: camp@ptw.tu-darmstadt.de





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