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Asien Kurier  8/2011 vom 1. August 2011
Asien

Praxis und Neugier sind Trumpf

Interview mit dem Studiengangsleiter des East Asian Management MBA Prof. Dr. Tim Goydke von der Hochschule Bremen

Von Daniel Müller in Berlin

Asien Kurier:  Herr Prof. Goydke, für welche Personengruppe ist der Studiengang konzipiert, und inwiefern werden Asienkenntnisse benötigt?

Prof. Dr. Tim Goydke Hochschule Bremen Prof. Dr. Tim Goydke von der Hochschule Bremen
Foto: Hochschule Bremen

Prof. Goydke:  Unser in dieser Art einmaliges MBA-Programm richtet sich primär an Berufstätige mit nichtwirtschaftlichem Erststudium und mindestens zweijähriger Berufserfahrung, die Managementpositionen in einem internationalen – insbesondere asiatischen – Umfeld anstreben. In unserem ersten Studienjahrgang 2011 haben die Teilnehmer einen überwiegend ingenieurwissenschaftlichen Hintergrund. Aber auch Interessierte, die aus ihrem Erststudium bereits wirtschaftliche oder asienwissenschaftliche Kenntnisse mitbringen, sind willkommen. Hier wird individuell besprochen, ob es inhaltlich zu Überschneidungen kommen könnte. Häufig sind erste berufliche Kontakte mit Asien ausschlaggebend für das Interesse an unserem Studiengang. Asienkenntnisse brauchen die Interessenten aber nicht unbedingt mitzubringen.

Asien Kurier:  Fokussiert sich das Programm auf bestimmte Branchen?

Prof. Goydke:  Der Studiengang hat keinen dezidierten Branchenfokus. Der Unterricht ist generell sehr praxisorientiert und interaktiv angelegt. Die Dozenten nehmen die beruflichen Hintergründe der Teilnehmer auf, etwa bei der Auswahl von Fallstudien.

Asien Kurier:  Welche Fächer und welche Länder werden im Rahmen des Studiengangs behandelt? Gibt es frei wählbare Module?

Prof. Goydke:  Das Curriculum umfasst zum einen alle funktionalen Managementbereiche, wie sie die „MBA Guidelines“ fordern. Neben der wirtschaftswissenschaftlichen und methodischen Kompetenzvermittlung werden auch soziale Kompetenzen gefördert. Das Programm ist auf die wichtigsten asiatischen Märkte – China, Japan, Korea und Indien – ausgerichtet. Die Teilnehmer haben die Wahl eines dieser Länderschwerpunkte. In die landeskundlichen Module ist die Erlernung der Landessprache des gewählten Ziellandes integriert. Im letzten Semester wird ein Vertiefungsfach gewählt.

Asien Kurier:  Der Studiengang ist berufsbegleitend ausgerichtet. Was bedeutet dies im Hinblick auf Präsenztermine und Lernmethoden wie das E-Learning? Wie viel Zeit sollten Studierende pro Woche einkalkulieren?

Prof. Goydke:  Die Präsenzveranstaltungen finden üblicherweise an jedem zweiten oder dritten Wochenende statt. Zudem ist pro Semester ein Modul als Blended-Learning-Einheit angelegt. Das bedeutet, dass am Anfang und Ende des Semesters jeweils eine Präsenzveranstaltung stattfindet und die Teilnehmer dazwischen im Austausch mit den Dozenten in virtuellen Teams Aufgaben bearbeiten. Dafür haben wir auf unserer Online-Plattform interaktive Lernmodule entwickelt. Zusätzlich gibt es im ersten und dritten Semester je einen zweiwöchigen Intensivsprachkurs in der gewählten asiatischen Sprache. Wir setzen den individuellen Lernaufwand generell mit etwa 15 bis 20 Stunden pro Woche an.

Asien Kurier:  Wie groß sind die Klassen, und welchen Stellenwert hat Teamarbeit?

Prof. Goydke:  Eine gute Gruppengröße liegt bei 12-15 Teilnehmern. Der Unterricht ist sehr interaktiv angelegt, und es wird viel mit Fallstudien gearbeitet, die die Studierenden in Teams bearbeiten.

Asien Kurier:  Einige Veranstaltungen werden auch von Managern aus der Praxis durchgeführt, welche Inhalte sollen diese einbringen?

Prof. Goydke:  Alle Dozenten unterrichten sehr praxisbezogen und arbeiten mit Fallstudien. Während die Dozenten unserer Hochschule oder ausländischer Partnerhochschulen eher fachliche Grundlagen vermitteln, können Manager ihre eigenen beruflichen Erfahrungen unmittelbar in die Lehre einbringen. Generell achten wir auf eine gute Mischung aus hauptamtlich Lehrenden und Praktikern.

Asien Kurier:  Die kulturellen Spezifika sind in (Ost-)Asien zum Teil sehr unterschiedlich.

Welche Fähigkeiten und Kompetenzen vermitteln Sie für Führungsaufgaben in Asien?

Prof. Goydke:  Neben der Vermittlung von asienspezifischem Know-how geht es uns vor allem darum, die interkulturelle Kompetenz der Teilnehmer zu entwickeln. Einer unserer Grundsätze ist daher, dass wir keine Patentrezepte, sondern Konzepte zum Umgang mit anderen Kulturen vermitteln wollen. Wir erwarten zwar kein spezifisches Vorwissen, aber schon die Bereitschaft, fremden Kulturen unvoreingenommen zu begegnen und sich auf Neues einzulassen.





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