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Hongkong ist ein Arbeitgeberparadies: Es gibt keine Gewerkschaften im westlichen Sinne, die Sozialversicherungsbeiträge liegen bei nur 5 Prozent und eine einmonatige Kündigungsfrist gewährt optimale Flexibilität. Von der internationalen Schuldenkrise ist am Arbeitsmarkt nichts zu spüren. Seit dem Spätsommer 2010 herrscht Vollbeschäftigung.
Allgemeine Arbeitsmarktdaten zu HongkongHongkong gehört mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf von über 30.000 US$ (2010) zu den reichsten Volkswirtschaften Asiens. Die ehemalige britische Kronkolonie ist bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten kein "Billiglohnland" mehr. Das verarbeitende Gewerbe hat während der 80er- und 90er-Jahre nahezu seine gesamte Produktion ins benachbarte China ausgelagert. Da zudem die Baubranche seit 1997 einen kontinuierlichen Rückgang ihrer Wertschöpfung verzeichnet, besitzt die Industrie kaum noch Bedeutung als Arbeitgeber. Rund 90 Prozent aller Arbeitsplätze sind im Dienstleistungssektor angesiedelt.
Allein im Außenhandels-, Transport- und Logistikbereich - dort sind zahlreiche ausländische und insbesondere deutsche Investoren aktiv - arbeiteten zur Jahresmitte 2011 nahezu eine dreiviertel Millionen Menschen, das entspricht rund einem Fünftel aller Erwerbstätigen. In der Finanzbranche, dem zweiten Standbein der Wirtschaft, sind zwar deutlich weniger Menschen (gut 200.000) beschäftigt. Dafür handelt es sich bei ihnen aber überwiegend um Arbeitskräfte mit einer sehr guten Ausbildung, die eine besonders hohe Wertschöpfung generieren. Zudem ist die Zahl der im Finanzsektor Angestellten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Das Statistikamt verzeichnete für die Jahre 2003 bis 2011 (jeweils Juni) eine Zunahme von 42 Prozent.
Die europäische und US-Schuldenkrise ist am Hongkonger Arbeitsmarkt spurlos vorübergegangen. Im Herbst 2011 lag die Erwerbslosenquote bei gut 3 Prozent. Damit herrscht laut offizieller Definition Vollbeschäftigung. In vielen Branchen werden sogar Fachkräfte händeringend gesucht. Doch im Gegensatz zu früher wechseln die Arbeitnehmer nicht mehr ganz so schnell ihren Job. Einerseits ist ihre Betriebstreue gestiegen, andererseits versuchen die Firmen verstärkt, langjährige Mitarbeiter an die Gesellschaft zu binden. Laut Aussagen von Arbeitsmarktexperten hat es einen regelrechten Paradigmenwechsel gegeben.
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