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Asien Kurier  8/2009 vom 1. August 2010
Malaysia

Bauwirtschaft muss sich stärker modernisieren

Einsatz von industriellen Bautechniken gefordert. Branche profitiert von Infrastrukturprojekten.

Von Achim Haug, Germany Trade & Invest in Kuala Lumpur

Die malaysische Bauwirtschaft hofft auf eine bessere Auftragslage. Obwohl sie von den Konjunkturpaketen profitieren konnte, litt die Branche 2008/09 unter der Wirtschaftskrise. Im Zuge des 10. Malaysia Plans winken jedoch Infrastrukturgroßprojekte. Bislang noch relativ arbeitsintensiv, soll sich der Bausektor zu einer technologisch erstrangigen, international wettbewerbsfähigen Industrie entwickeln. Die formulierten Ziele werden bislang allerdings nur ungenügend umgesetzt.

LRT in Kuala Lumpur, Malaysia Die LRT-Bahn-Erweiterung in Kuala Lumpur sowie andere Verkehrsinfrastrukturvorhaben stehen in 2010 auf dem Bauplan.
Foto: Ralph Rieth

Nach Angaben des malaysischen Bauausschusses (Construction Industry Development Board, CIDB) waren im März 2010 insgesamt 64.547 Bauunternehmen ("Contractors") registriert, 80 Prozent davon waren aktiv am Markt tätig. Die meisten größeren ausländischen Baukonzerne unterhalten in Malaysia Repräsentanzbüros. In der Regel bieten sie ihre Technologie in Konsortien zusammen mit malaysischen Baufirmen an. Im Mai 2010 waren 137 ausländische Baugesellschaften beim CIDB registriert, darunter 31 aus Japan, 27 aus Singapur, 13 aus China und - auf Rang fünf - 9 deutsche.

Insgesamt 4.333 größere Gesellschaften mit einem Kapital von mehr als 750.000 Ringgit (fast 184.000 Euro, 1 Euro = 4,08 Ringgit, 3-Monatsmittel) sind registriert. Sie können sich ohne Beschränkungen auf Projekte aller Größen bewerben; dies gilt auch für ausländische Unternehmen. Die wichtigsten Baufirmen sind WCT (Umsatz Finanzjahr 2009: 4,5 Mrd. Ringgit), Gamuda (2009: 2,2 Mrd. Ringgit), Zelan (2009: 1,8 Mrd. Ringgit), IJM (2010: 1,4 Mrd. Ringgit) und Ranhill (2009: 1,3 Mrd. Ringgit).

Die Bruttowertschöpfung der Bauwirtschaft betrug laut Statistikamt 2009 rund 21,2 Milliarden Ringgit, nach 19,6 Milliarden. Ringgit im Vorjahr. Nach Einschätzung von Frost & Sullivan sollen bis 2015 etwa 28,9 Milliarden. Ringgit erreicht werden. Die Zahl der Projekte blieb 2009 mit 6.145 relativ stabil gegenüber 2008, das Volumen dagegen sank. So wurde ein Projektumfang von insgesamt 62,2 Milliarden. Ringgit erreicht, rund ein Fünftel weniger als 2008. Der Wert der Staatsaufträge ging dabei 2009 ebenfalls zurück, jedoch stieg deren Anteil am gesamten Projektvolumen deutlich auf rund 50 Prozent, da die Privatmaßnahmen noch stärker gesunken waren. Insgesamt hat die Bauwirtschaft die Krise aber besser überstanden als andere Sektoren und verzeichnete 2009 ein reales Wachstum von 5,7 Prozent. Für 2011 und 2012 erwartet das Malaysian Institute of Economic Research eine Abschwächung auf 2,3 beziehungsweise 3,3 Prozent.

Zum Ende des 9. Malaysia Plans (2005 - 2010) hielt sich die öffentliche Hand mit neuen Projekten eher zurück. Gekoppelt mit der weltweiten Wirtschaftskrise waren 2008 und 2009 daher schwache Jahre für die Bauwirtschaft. Der im Juni 2010 präsentierte 10. Malaysia Plan (2011 - 2015) enthält wieder zahlreiche Großvorhaben. 52 Projekte für insgesamt 62,7 Mrd. Ringgit sind vorrangig vorgesehen. Darunter befinden sich sieben Autobahnstrecken, zwei Kohlekraftwerke, der Ausbau eines öffentlichen Nahverkehrsnetzes und Infrastrukturverbesserungen für multi-modalen Transport. Mit Umsetzungsbeginn ab 2011 ist daher mit einer verbesserten Baukonjunktur zu rechnen.

Für 2010 stehen zahlreiche größere Vergaben an. Staudammprojekte und die Pahang-Selangor-Wasserumleitung wurden bereits vergeben, ein neuer Low-Cost-Carrier-Terminal und die LRT-Bahn-Erweiterung in Kuala Lumpur sowie andere Verkehrsinfrastrukturvorhaben stehen bevor. Besonders in den Fokus rücken könnte in den nächsten Jahren Sarawak auf Ostmalaysia durch den dort initiierten "Sarawak Corridor of Renewable Energy" (SCORE). Dieser gründet auf großen Wasserkraftwerken und soll Schwerindustrie wie Aluminium- und Manganschmelzen anziehen. Auch der Ausbau der zugehörigen Transportinfrastruktur ist geplant. Vier weitere "Korridore" sollen entwickelt werden, besonders Iskandar Malaysia in Johor sticht aufgrund des hohen geplanten Investitionsvolumens hervor.

Der Markt in Malaysia ist gekennzeichnet von einem Überangebot an Bauleistungen. Die Unternehmen reagieren darauf zunehmend mit Aktivitäten im Ausland. Größere Baugesellschaften engagieren sich erfolgreich insbesondere in anderen asiatischen Ländern, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika. 2009 standen drei Großprojekte in Saudi-Arabien für 70 Prozent des Gesamtvolumens aller Auslandsprojekte.

Zusätzlich fordert die Regierung die Firmen seit längerem zu Zusammenschlüssen auf. Die Betriebe beschäftigen insgesamt etwa 760.000 Arbeitnehmer. Offiziell sind 70 Prozent der registrierten Arbeitskräfte Ausländer, Schätzungen gehen von 95 Prozent aus. Um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren, wurden in der Krise neue Arbeitsgenehmigungen eingefroren und alte nicht verlängert. Dies setzte zahlreichen Industrien zu, besonders aber der Bauwirtschaft.

Überkapazitäten kennzeichnen auch die Lage bei den Baustoffherstellern. Die Zementindustrie verfügt über eine installierte Kapazität von circa 28,5 Millionen Jahrestonnen. Im Jahr 2009 produzierte sie 19,5 Millionen Tonnen ungefähr so viel wie 2008, jedoch über 10 Prozent weniger als 2007. Die inländische Zementnachfrage bewegt sich seit 2003 zwischen 15 Millionen und 17 Millionen Tonnen. Die Fertigbeton-Produktion sank von 10,4 Millionen Tonnen im Jahr 2007 auf 7,5 Millionen Tonnen in 2009. Um drohenden Preiserhöhungen aufgrund von weltweit ansteigenden Rohstoffpreisen entgegenzuwirken, wurde seit 2008 das Importregime für Baustoffe, besonders Stahl und Zement, liberalisiert. Die meisten Investitionen in der Baustoffindustrie fließen in den Erhalt und die Modernisierung von Anlagen.

Malaysias Bau- und Baustoffunternehmen sind auf die Einfuhr von Maschinen angewiesen. Die wenigen inländischen Hersteller fertigen nur kleinere Maschinen, und diese meist auf Lizenzbasis. Größter Lieferant von Baumaschinen ist Japan. Die japanischen Produzenten verfügen auch über das breiteste Netz an Händlern und Servicestellen. Importlizenzpflichten für Baumaschineneinfuhren wurden bis 2009 aufgehoben. Die Master Builders Association of Malaysia fordert daneben, die Einfuhrzölle und Verkaufsteuern auf Baumaschinen zu senken, um die Modernisierung der Industrie voranzutreiben.

Fachleute und öffentliche Stellen mahnen seit Jahren eine Anhebung der Produktivität und die Einführung schnellerer und effizienterer Produktionsprozesse in der malaysischen Bauwirtschaft an. Eine stärker industriell geprägte Bauweise und der Einsatz moderner Technologien, einschließlich Baumaschinen, wird vom CIDB gefordert. Bislang verzögert sich die Umsetzung von Modernisierungsprogrammen - zum Beispiel der Industrialised Building Systems (IBS) Roadmap - jedoch stark. Einer Analyse zufolge nutzten lediglich 10 Prozent der abgeschlossenen Bauprojekte 2006 IBS, Zielmarke waren 50 Prozent. Ein Grund wird in der Verfügbarkeit von billigen ausländischen Arbeitskräften gesehen. Als langfristige Herausforderungen des Sektors bezeichnen Marktbeobachter Qualitätsmängel bei der Erbringung von Bauleistungen, das Fehlen von eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die geringe Produktivität und mangelnde Verfügbarkeit lokaler Mitarbeiter.

Nachhaltiges oder "grünes" Bauen ist auch in Malaysia ein Schlagwort in der öffentlichen Diskussion, dürfte bis zum breiten Einsatz aber noch einen weiten Weg vor sich haben. Die Regierung hat 2009 mit der Einführung des "Green Building Index" einen Standard zur freiwilligen Zertifizierung geschaffen, der mit finanziellen Anreizen gekoppelt ist. Architekten sehen derzeit bei Bauträgern aber noch keine Bereitschaft, die höheren Investitionen zu tragen. Im Juli 2010 waren sieben Projekte zertifiziert.

Adressen

Construction Industry Development Board (CIDB)
7. Floor, Grand Seasons Avenue
72 Jalan Pahang
53000 Kuala Lumpur
Tel.: 60 3 2617 0200
Fax: 60 3 2617 0220
Email: cidb@cidb.gov.my
Web: www.cidb.gov.my

Master Builders Association Malaysia (MBAM)
2-1 (1. Floor), Jalan 2/109E, Desa Business Park
Taman Desa, Off Jalan Klang Lama
58100 Kuala Lumpur
Tel: 60 3 7984 8636
Fax: 60 3 7982 6811
Email: mbam01@mbam.org.my
Web: www.mbam.org.my

The Cement and Concrete Association of Malaysia
1401 Block C, Kelana Business Centre
97 Jalan SS7/2, Kelana Jaya
47301 Petaling Jaya, Selangor
Tel.: 60 3 7492 1368
Fax: 60 3 7492 1718
Email: cemca@tm.net.my
Web: www.cnca.org.my





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