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Asien Kurier  7/2013 vom 1. Juli 2013
Philippinen

Panther im Sprung?

Von Prof. Dr. Doris Gutting

SINGAPUR. 2012 konnten die Philippinen ein reales Wirtschaftswachstum von 6,6% erzielen, sehr zur Überraschung der Wirtschaftsexperten, die dem Land meist lediglich um die 4% Wachstum vorausgesagt hatten. Für 2013 lauten die gängigen Prognosen sogar auf über 6 bis 8% Wirtschaftswachstum. Die positive Entwicklung in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit einem Wachstum von 7,8% bestätigt den Optimismus. Lange galten die Philippinen als "kranker Mann Asiens" sind nun bessere Zeiten in Aussicht?

Präsident der Philippinen Benigno Aquino Präsident der Philippinen Benigno "Noynoy" Aquino
Foto: Agentur Aton

Tatsächlich zeigt sich neben dem anziehenden Wirtschaftswachstum weiteres Potenzial: Resourcenreichtum, eine verbesserte internationale Kreditwürdigkeit und die demographische Dynamik einer jungen, schnell wachsenden Bevölkerung. Diese verspricht nicht nur einen künftigen Absatzmarkt, sondern aufgrund einer guten Anpassungsfähigkeit der Menschen und weit verbreiteter Englischkenntnisse auch einen besonders interessanten Arbeitskräftemarkt.

Entfaltet werden kann dieses Potenzial allerdings nur, wenn die gravierenden strukturellen Probleme des Landes gelöst werden können, die in der Politik begründet liegen. Aber auch diesbezüglich herrscht Optimismus: Der philippinische Präsident "Noynoy" Aquino gilt als Hoffnungsträger, der das Land in eine Phase politischer Zuverlässigkeit führen soll, welche als Voraussetzung für weitere wirtschaftliche Prosperität gilt. Er hat versprochen, endlich die notwendigen Reformen durchzusetzen.

Halbzeit für Noynoy
Im Juni 2010 wurde Benigno "Noynoy" Aquino zum Präsidenten der Philippinen gewählt. Seine Wahlversprechen waren vor allem Armuts- und Korruptionsbekämpfung sowie "good governance". Drei Jahre seiner insgesamt sechsjährigen Amtszeit, nach der er nicht mehr wiedergewählt werden kann, sind abgelaufen.

Noyony ist der Sohn des 1983 ermordeten Freiheitshelden Benigno "Ninoy" Aquino. Seine Mutter Corazon "Cory" Aquino war die erste Präsidentin nach der Regentschaft des Diktators Marcos. "Noynoy" Aquino werden gerade aufgrund dieser Herkunft Zuversicht und Vertrauen entgegen gebracht. In der Bevölkerung ist er beliebt, von den Medien wurde er bisher mit Samthandschuhen angefaßt. Was soweit positiv klingt, hat aber eine häßliche Kehrseite und verweist auf ein zentrales Problem des Landes.

Monopolisierung der Macht durch die Dynastien
Die philippinische Politik wird nicht bestimmt von Parteien oder Programmen, sondern von Personen und Familien. Schon in den Wahlkämpfen geht es kaum um Inhalte, sondern um bekannte Namen. Auf den Wahllisten finden sich meist "Promis": Schauspieler und Showstars, vor allem aber die Kinder oder Ehepartner von prominenten Politikern. Die Macht im Staat liegt weitreichend in den Händen der immer gleichen Familienclans und Oligarchien, die auch die politische Klasse stellen.

Ein Beispiel: Bei den letzten Wahlen 2010 ließ es sich Imelda Marcos, die heute 83jährige Gattin des 1986 vertriebenen Diktators, nicht nehmen, für den Posten einer Kongressabgeordneten zu kandidieren. Sie war früher für ihren luxuriösen Lebensstil auf Kosten des armen Staates in aller Welt bekannt geworden. Die Familie hatte ein enormes Vermögen ins Ausland geschafft, Schätzungen gehen von 25 Milliarden US$ aus. Es wurde dem Land nie zurückgegeben. Imelda durfte nach sechs Jahren Exil auf die Philippinen zurückkehren. Anstatt sich einem Anklageverfahren stellen zu müssen, nimmt sie seither an Wahlen teil. Das Volk scheint der Familie die Ausplünderung vergeben zu haben. Imelda sitzt heute im Repräsentantenhaus, zwei ihrer Kinder sind gewählte Volksvertreter.

Imelda Marcos Imelda Marcos, Gattin des 1986 vertriebenen Diktators Marcos
Foto: Agentur Aton

Politikdynastien sind offiziell verboten. Sie bestehen dennoch, weil die einflußreichen Familienclans die demokratischen Spielregeln nutzen, um die Macht im Klammergriff zu behalten. Auch bei den sog. "midterm legislative elections" im Mai 2013 waren sie alle wieder vertreten. Angehörige bekannter Familien besetzen die wichtigen Posten auf verschiedenen Ebenen lokaler und nationaler Regierungen. Wenn ein Politiker nicht wiedergewählt werden darf, besetzt einfach ein Familienmitglied als "bench warmer" eine Weile seinen Posten, bis er wieder wählbar ist.

Die Wähler spielen mit, weil sie die alten Namen als eine Art "Markenzeichen" betrachten und vielleicht auch einfach aus Gewohnheit. Stimmenkauf ist nicht selten: Arme Wähler ziehen einen Umschlag mit Geld, der bei der nächsten Wahl dann wieder in Empfang genommen werden kann, einem abstrakten Wahlverprechen vor.

Diese Macht der Dynastien wurde bereits in der Kolonialzeit angelegt: Die ehemals angesehen Dorfoberhäupter wurden zu Handlangern der spanischen Kolonialherren, erhielten dabei die Möglichkeit, sich bestechen zu lassen und eigneten sich Landbesitz an. Es bildete sich eine Schicht heraus, die sich auf Kosten ihrer Landsleute bereicherte und diese gemeinsam mit den Kollonialherren ausbeutete. Mit zunehmendem Handel im 19. Jahrhundert entstand ein philippinisches Bürgertum, welches die Schlüsselpositionen der Gesellschaft besetzte. Viele der mächtigen, reichen Familien, die heute die philippinische Wirtschaft und Politik bestimmen, haben hier ihre Wurzeln. Der große Rest der Bevölkerung darunter ist arm geblieben.

Politisches Engangement auf den Philippinen wird in dieser Tradition genutzt, um den eigenen Clan zu bereichern. Schätzungsweise 200 Familienclans gibt es, an der Spitze der Gesellschaft stehen rund 100 Familien, ungefähr 40 Dynastien zählt man zu den Superreichen.

Wirtschaft und Politik sind Spielfelder der mächtigen Familien, zu denen auch die Aquinos gehören. Noynoys Mutter, Cory Aquino, wird heute auf den Philippinen wie eine Heilige verehrt, weil sie als Präsidentin zumindest guten Willen gezeigt hatte. Dennoch war sie inkompetent, ihre Amtszeit von Putschversuchen, sozialen und politischen Unruhen geprägt. Die Korruption blühte weiter, der Unterschied bestand lediglich darin, dass in ihrer Amtszeit vor allem Angehörige des Aquino-Clans davon profitierten.

Probleme und Herausforderungen
Aufgrund dieser historisch gewachsenen Strukturen sind Armut und Korruption auch die drängendsten Probleme der Philippinen geblieben. Der Korruptionsindex von Amnesty International 2012 verweist die Philippien auf den schlechten Rangplatz 105 (von 174). Das BIP pro Kopf 2012 ist (laut IWF mit 4.430 US$) vergleichsweise gering bzw. deutlich niedriger als das der vergleichbaren Nachbarstaaten Thailand, Indonesien und Malaysia. Verschärfend hinzu kommt die hohe Ungleichverteilung der Einkommen und Vermögen. Die Schere zwischen arm und reich klafft weit auseiander, die Vermögen konzentrieren sich bei den reichen Famillien. Im Gini-Index nehmen die Philippinen traditionell einen hohen und damit ungünstigen Rangplatz ein.

Eine weitere Ursache der Armut ist neben der Korruption das hohe Bevölkerungswachstum - Armut und Kinderreichtum bedingen sich gegenseitig und sorgen für ein Überangebot an Arbeitskräften bzw. eine im Vergleich zu den Nachbarstaaten relativ hohe Arbeitslosigkeit (2012 ungefähr 7%) und Unterbeschäftigung. Das ungebremste Bevölkerungswachstum steht in Verbindung mit dem starken Einfluss eines erzkonservativen Katholizismus, der sich gegen Geburtenkontrolle wendet und seinen Anhängern Verhütungsmittel verbietet. Über 80% der Bevölkerung sind katholisch. Die Kirche regiert deshalb im Lande ohne demokratische Legitimation mit und nur eine sehr starke Regierung kann es wagen, sich gegen den fundamentalen Katholizismus zu stellen.

Schlechte Regierungsführung ist dafür verantwortlich das sich die Philippinen in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit und die Möglichkeit, ein Unternehmen reibungslos und gründen und zu betreiben, schlecht im Vergleich zu den Nachbarstaaten darstellen. Die relevanten wirtschaftlichen Indikatoren (z. B. Doing Business Report der Weltbank, Global Competitiveness Index des World Economic Forum) zeigen ein eindeutiges Bild, nach dem die Philippinen stets schlechter abschneiden als ihre südostasiatischen Nachbarstaaten, die für Investoren oder für international operierende Unternehmen als Standort eine Alternative bilden. Die Politik ist deshalb gefordert, das regulative Umfeld zu verbessern.

Eine weiterer Aufgabenschwerpunkt besteht in der Kriminalitätsbekämpfung. Das Potenzial als Standort und als Touristendestination für die Trauminseln kann erst dann voll erschlossen werden, wenn das Land sicherer gemacht wird, nicht nur für seine Bewohner, sondern gerade auch für Touristen und Expatriates.

Ein enormer Nachholbedarf besteht in Bezug auf die gesamte Infrastruktur. Allein die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur stellt eine Herausforderung für den zerstreuten Inselarchipel dar. Die Straßen, landesweit ungefähr 200.000 km, sind nur zu 20% geteert. Verkehrsstaus in den Zentren sind üblich. Der maritime Transport spielt die größte Rolle im Frachtverkehr, ist aber vergleichsweise teuer bzw. die Logistikkosten sind zu hoch, gerade in den Häfen. Eisenbahntransport von Gütern ist kaum existent.

Den Ausbau der dringend notwendigen Schiffs- und Straßenverkehrsinfrastruktur will die Regierung Aquino mittels PPPs (Public Private Partnerships) durchsetzen. Die Umsetzung bereits genehmigter Projekte hatte sich nach der Regierungsaufnahme 2010 zunächst verlangsamt, weil viele der bestehenden Verträge auf Korruption überprüft werden mussten. Die Vorgängerregierung Arroyo hatte größere Infrastrukturverbesserungen initiiert; allerdings wurden von ihr auch eine Vielzahl fragwürdiger Projekte vergeben.

Insgesamt hat das Land in den vergangen fünfzig Jahren im Vergleich zu den meisten Nachbarstaaten an wirtschaftlicher Bedeutung verloren. Die Philippinen werden den sog. "Pantherstaaten" zugerechnet, von denen man eine ähnliche Dynamik erwartet hatte, wie sie die inzwischen zu Industriestaaten gereiften "Tigerstaaten" Singapur, Hongkong, Südkorea und Taiwan und in den achtziger Jahren vorgelegt hatten. Die Entwicklung der Pantherstaaten zu Industriestaaten wurde durch die sog. Asienkrise 1997/98 gestoppt. Die Philippinen sind hinter den anderen Pantherstaaten Malaysia, Thailand und Indonesien deutlich zurückgeblieben. Wird es Noynoy gelingen, die Schwierigkeiten zu beseitigen?

Aquinos Bilanz nach der Hälfte der Amtszeit
Dass die Wirtschaft im vergangenen Jahr stärker als erwartet angezogen hat, ist wohl eher auf glückliche Umstände und nicht direkt auf das Wirken von Noynoy zurückzuführen, auch wenn man die psychologische Komponente seiner Beliebtheit nicht unterschätzen darf.

Anzurechnen ist es Aquino, dass es ihm gelungen ist, sich mit Unterzeichnung des sog. "Reproductive Health Act" im Dezember 2012 gegen die katholische Kirche durchzusetzen. Durch die Verabschiedung des Gesetzes sollen Aufklärung geleistet und der Bevölkerung Verhütungsmittel zugänglich gemacht werden. Das Gesetz fand die ausdrückliche Unterstützung von Interessengruppen aus der Geschäftswelt, hatte aber einen sehr langen Vorlauf, weil die katholische Kirche es mit Schärfe bekämpft hatte.

Weiterhin erreicht hat Aquino die ebenfalls umstrittene Verabschiedung des sog. "Sin Tax Reform Act" zum 01.01.2013. Insbesondere die Jugend soll damit vom Konsum von Alkohol und Tabak abgehalten werden. Die eingenommen Steuern auf Alkohl und Tabak sollen direkt in den Aufbau von Kliniken fließen.

Als Erfolg verbuchen kann er außerdem die Amtsenthebung des von der Vorgängerregierung eingesetzten Vorsitzenden des Obersten Gerichts, Corona, im letzten Jahr, der wohl die Machenschaften der korrupten Regierung Arroyo abdecken sollte. Auch versucht Noynoy, die Ambitionen des Marcos-Clans auf eine politische Karriere von Ferdinand Marcos Junior zu blockieren. Aquinos konsequentes Abrechnen mit korrupten Vorgängerregierungen ist ungewöhnlich: Die Geschichte zeigt den Zusammenhalt und die gegenseitige Schonung der philippinischen Elite, ganz nach dem Motto "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus".

Noynoy hatte unter dem Slogan "keine Korruption, keine Armut" im Wahlkampf die Verbindung zwischen den beiden Grundübeln seiner Gesellschaft hergestellt. Persönlich ist er glaubhaft, weil er bislang selbst frei von Korruptionsvorwürfen ist.

Aquino hat ein starkes Kabinett gebildet und die wichtigsten Ämter an glaubwürdige Minister übertragen, die sich dazu verpflichtet haben, in ihren jeweiligen Bereichen aufzuräumen. Jedoch sind die Erfolge dieser Regierung auch in hohem Maße davon abhängig, ob es gelingt, sich in dem von Vettern- und Günstlingswirtschaft durchzogenen öffentlichen Dienst durchzusetzen, der die öffentlichen Gelder bislang zu einem großen Teil in die Taschen korrupter Beamter leitete.

Anerkannt wird Aquinos Bemühen um eine bessere Regierungsführung, eine konsequentere Steuereintreibung und Bekämpfunge der Steuerflucht sowie die Armutsbekämpfung. Ein Projekt dazu ist ein "Conditional Cash Transfer"-Programm, mit dem arme Familien gegen Auflagen, wie dem Schulbesuch der Kinder, Transferzahlungen erhalten.

Die Intentionen von Noynoy Aquino sind sicherlich positiv zu beurteilen, aber: Auch die Aquinos gehören zu den Dynastien im Land und sind somit Teil des Problems. Es muss sich erst noch zeigen, ob er gleichzeitig eine Lösung darstellen kann.

Humankapital als besondere Ressource
Dass die Philippinen reich an natürlichen Ressourcen sind und über eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt verfügen, ist bekannt. Pfeiler der Wirtschaft sind jedoch vor allem die Remissionen, die von den im Ausland tätigen Filipinos jeden Monat in die Heimat überwiesen werden. Schätzungsweise 10 Millionen Filipinos leben und arbeiten im Ausland, ungefähr ein Zehntel der Bevölkerung der Philippinen. Mit den Geldern, die sie in die Heimat überweisen, stützen sie den Binnenkonsum. 2011 betrugen die Heimatüberweisungen über 20 Milliarden US$.

Call Center Philippinen Im Business Process Outsourcing und dabei insbesondere in Call Centern arbeiten 2013 bereits schätzungsweise 800.000 Menschen.
Foto: Christopher Reason

Als zweiter Pfeiler gilt seit jüngerer Zeit das sog. Business Process Outsourcing. Etwa die Hälfte des Bruttosozialprodukts entsteht bereits im Dienstleistungsbereich, vor allem in der Telekommunikation. Seit einiger Zeit sind die Philippinen der weltweit größte (oder zweitgrößte, je nach Quelle) Outsourcing-Standort. Ihnen wird das Potenzial zugesprochen, Indien zu überholen, einige Informationsquellen gehen sogar davon aus, dass dies bereits erfolgt ist. Im Bereich Business Process Outsourcing und dabei insbesondere in Call Centern arbeiten 2013 bereits schätzungsweise 800.000 Menschen. Zum dritten Pfeiler soll der Tourismus ausgebaut werden.

Die Befunde verweisen auf die besondere Bedeutung der Ressource menschliche Arbeitskraft: Das Land verfügt mittels seiner jungen Bevölkerung über beachtliche humane Ressourcen. Ein großer Teil der fast 100 Millionen Köpfe zählenden Bevölkerung spricht Englisch. Englisch wird in den Schulen ab der 3. Klasse unterrichtet, ist in den Hochschulen die Unterrichtssprache und konnte sich als Arbeitssprache in der Geschäftswelt etablieren. Dieser Wettbewerbsvorteil gilt als eine Ursache für den Aufstieg des Business Process Outsourcing in der jüngeren Zeit. Ein weiterer Grund für den Boom wird in der Ausbildung philippinischer Hochschulabsolventen gesehen, die in einigen Fächern inzwischen recht positiv eingeschätzt wird, genannt werden dabei Accounting und Softwareentwicklung. Gleichzeitig sind die Gehälter noch vergleichsweise niedrig.

Ein zusätzlicher Grund ist die besondere kulturelle Prägung der Filipinos. Die Kolonialgeschichte, die lange Anwesenheit der Spanier und anschließend der Amerikaner mag zu einer gewissen "Verwestlichung" geführt haben, weshalb die Philippinen als "Land zwischen Ost und West" bezeichnet werden. Außerdem bildet die weite Verbreitung der christlichen Religion eine gemeinsame Wertebasis zwischen Westlern und Filipinos.

Es lässt sich empirisch nachweisen, dass Filipinos in weitaus stärkerem Maße Wertvorstellungen mit den Westlern teilen als die Bewohner anderer asiatischer Länder. Filipinos haben von daher gute Voraussetzungen, mit westlichem Denken zurecht zu kommen und mit Westlern zu kooperieren. Viele Manager bestätigen, dass die Zusammenarbeit und Kommunikation mit Filipionos als relativ unkompliziert erlebt wird und die Menschen im Service gut einsetzbar sind. Die jüngsten Erfolge im Bereich BPO und der Callcenter liefern den praktischen Nachweis dazu.

Eine junge, relativ gut ausgebildete, Englisch sprechende und an westliche Denk- und Handelsweisen anpassungsfähige Bevölkerung sorgt also dafür, dass Unternehmen auf den Philippinen aus einem beachtlichen Arbeitskräftepool schöpfen können.

Dieser Arbeitskräftepool ist nachhaltig: Ungefähr ein Fünftel der arbeitsfähigen Filipinos suchen eine Vollzeitstelle, arbeiten aber nur in Teilzeitjobs. Da bislang nicht genügend Arbeit für alle vorhanden ist, verlassen jedes Jahr zwischen ein bis zwei Millionen Menschen das Land, darunter sehr viele Frauen, um im Ausland Geld zu verdienen. Genau kann niemand ihre Zahl bestimmen, sicher ist jedoch, dass es sich um besonders aktive, zupackende Menschen handelt, die ihr Schicksal zu verbessern versuchen. Im Ausland arbeiten sie oft unter prekären Arbeitsbedingungen. Viele dieser Gastarbeiter würden gerne in die Heimat zurückkehren, sobald die wirtschaftliche Situation auf den Philippinen dies zuläßt. Seit die Wirtschaft anzieht, machen sich auch bereits die ersten Auswanderer auf den Weg zurück in die Heimat. Dieser Trend zeigt sich schon in einigen Sektoren, der Informationstechnologie, dem Tourismus und der Unterhaltungsindustrie.

Der philippinische Arbeitkräftemarkt verfügt somit über eine gewaltig Reservearmee. Tatkraft und Unternehmungsgeist, die die sog. "Overseas Filipino Workers" (OFWs) motiviert haben, ihr Glück im Ausland zu wagen, könnten dem eigenen Land zugute kommen.

Alles wartet also darauf, dass Aquino das philippinische Potenzial entfesselt, indem er die bislang in der politischen Führung begründeten Strukturprobleme löst. Die Wahlen im Mai 2013 haben die Position Aquinos und seiner Verbündeten gestärkt. Noynoy kann den Senat künftig besser kontrollieren. Man hofft, dass nun neue Anti-Korruptionsmaßnahmen eingeführt und transparente Ausschreibungsverfahren für Staatsaufträge etabliert werden. Unternehmen auf der Suche nach Zukunftsmärkten werden nicht umhin können, die politischen Entwicklungen der Philippinen im Blick zu behalten, um die Standortbedingungen für ihre Unternehmen dort einschätzen zu können.





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