
Die weltweite Bedeutung des philippinischen Schiffbaus nimmt aufgrund wegweisender Werftprojekte zu. Die maßgeblichen Schiffbaufirmen kommen dabei aus Südkorea, Japan und Singapur. In regionaler Hinsicht rückt Subic als maritimes Zentrum in den Fokus. Im staatlichen Konjunkturprogramm wird der Schiffbau nicht gezielt gefördert, im "Investment Priorities Plan" aber 2009 erneut aufgeführt.
Die Bedeutung der Philippinen im Rahmen des weltweiten Schiffbaus nimmt nach Einschätzung von Klaus Schröder, Präsident und CEO von Hapag-Lloyd Philippines Inc., allmählich zu. In jüngster Zeit konnten wegweisende Projekte umgesetzt werden. Derzeit ist allerdings auch diese Branche von den Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise betroffen. Die Stärke der Hersteller in den Philippinen liegt Schröder zufolge vor allem in der guten Qualität der ausgelieferten Schiffe. Deutsche Reeder zählen bereits zu den Kunden. Für global orientierte Zulieferer lohnt Branchenkennern zufolge ein Blick auf den philippinischen Schiffbau.
In regionaler Hinsicht rückt der auf Luzon gelegene Produktionsstandort Subic Bay zunehmend in den Fokus. Der Freihafen soll zu einem maritimen Zentrum in Südostasien ausgebaut werden. Gedacht wird dabei nach Aussagen von Feliciano G. Salonga, Chairman and Head of Agency der Subic Bay Metropolitan Authority (SBMA), vor allem an Schiffbau und -reparatur sowie verwandte Branchen. Die Subic Bay soll ferner auch als Logistikzentrum und als Umladehafen dienen.
Die Voraussetzungen dafür sind sehr gut. So beherbergte der Tiefwasserhafen früher die siebte Flotte der US-Marine und ist somit selbst für die größten Schiffe zugänglich. Seit dem Abschluss des Erweiterungsprogramms im Jahr 2008 stehen zwei neue Container-Terminals mit einer Frachtumschlagskapazität von jeweils 300.000 TEU zur Verfügung. Beide können Schiffe der Post-Panamax-Klasse abfertigen.
Auf Firmenebene war bisher die Tsuneishi Heavy Industries (Cebu), Inc. (THICI) der mit Abstand größte Schiffbauer der Philippinen. Die Werft des japanischen Unternehmens befindet sich in der Stadt Cebu auf der Inselgruppe Visayas und fertigte bisher (Massengut-) Frachtschiffe von bis zu 100.000 DWT ab. Im Mai 2009 ist ein neues Baudock eröffnet worden, das nun die Herstellung von Capesize-Massengutfrachtern mit 180.000 DWT ermöglicht.
Auf Platz zwei der Firmenrangliste folgte die singapurische Keppel Philippines Marine, Inc. (KPMI) deren drei Werften Keppel Batangas Shipyard, Keppel Cebu Shipyard sowie Subic Shipyard and Engineering sich vor allem auf die Bereiche Reparatur und Umbau spezialisiert haben.
Neu hinzugekommen ist inzwischen die koreanische Hanjin Heavy Industries and Construction (HHIC-Phil Inc.), die mit Mitteln von etwa 1,6 Milliarden US$ in Subic eine der größten Anlagen weltweit errichtet hat. So hat beispielsweise das Trockendock Nr. 5 eine Länge von 370 Meter und eine maximale Kapazität von 220.000 DWT. Das erste Schiff lief Mitte 2008 vom Stapel. Auf unbestimmte Zeit aufgeschoben hat HHIC-Phil dagegen den seit 2008 verfolgten Bau einer weiteren Großwerft in Mindanao.
Das staatliche Konjunkturprogramm mit der Bezeichnung "Economic Resiliency Plan" (ERP) enthält keine Maßnahmen, die den Schiffbau gezielt unterstützen. Dennoch erhält die Branche eine Basis-Förderung im Rahmen des "Omnibus Investments Code" beziehungsweise des "Investment Priorities Plan" (IPP). Investitionsprojekte in Bereichen, die im jährlich erstellten IPP aufgelistet sind, können vom Board of Investments (BOI) mit steuerlichen und anderen Anreizen gefördert werden. So auch der Schiffbau, der für 2009 erneut in die Liste aufgenommen wurde.
Da der IPP unter anderem den Stimulierungseffekt des ERP unterstützen soll, gewährt das BOI für 2009 neben den regulären Stimuli vermehrt zeitlich begrenzte für bestimmte Projekte, bei denen das Investitionsbudget sowie die Beschäftigung beibehalten oder vergrößert werden.
Zu den wichtigsten fiskalischen Anreizen, die somit für Vorhaben im Schiffbau in Anspruch genommen werden können, zählt vor allem die Einkommenssteuerbefreiung (Income Tax Holiday) für - je nach Fall - drei bis sechs Jahre. Auf nicht-monetärer Seite steht eine erleichterte Beschäftigung von qualifizierten ausländischen Mitarbeitern im Vordergrund.
Da die Philippinen aus etwa 7.100 Inseln bestehen, ist es nicht verwunderlich, dass die Schifffahrt einen erheblichen Teil sowohl des einheimischen als auch des ausländischen Frachtverkehrs abwickelt. Darüber hinaus spielt sie eine wichtige Rolle im Passagierverkehr.
Der Frachtumschlag ging 2008 laut Statistiken der Philippine Ports Authority (PPA) gemessen in Tonnen insgesamt um 7,3 Prozent auf 146 Millionen Tonnen zurück; der ausländische dabei um 10,8 Prozent auf 74 Millionen Tonnen. Insgesamt positiv entwickelte sich hingegen der Containerumschlag. Gemessen in Twenty-feet Equivalent Unit (TEU) stieg er um 2,3 Prozent auf 4 Millionen Stück; der ausländische sogar um 5,9 Prozent auf knapp 3 Millionen Stück. Allerdings leidet der Seetransport 2009 vor allem unter dem durch die weltweite Finanzkrise verursachten Exportrückgang. So sank im 1. Quartal der Frachtumschlag um 3,2 Prozent (ausländisch: -8,2%) und der Containerumschlag um 4,9 Prozent (ausländisch: -9,1%).
Das Port District Office Manila, zu dem unter anderem die Häfen Manila North Harbor, Manila South Harbor, Manila International Container Terminal (MICT) und Limay gehören, wickelte 2008 mehr als zwei Fünftel des gesamten Frachtumschlages ab, sowie beinahe drei Viertel des Containerverkehrs. Beim Containerumschlag lag Manila im asienweiten Vergleich von 30 Häfen auf Rang 18. Insgesamt gab es 2005 in den Philippinen 414 Häfen, darunter 23 Base Ports und 61 Terminal Ports; etwas mehr als die Hälfte der Häfen war in Privatbesitz.
Die umsatzstärkste Schifffahrtslinie war 2007 die Aboitiz Transport System Corp. (ATSC), gefolgt von Sulpicio Lines und SMC Shipping and Lighterage. Die Handelsflotte der Philippinen verfügte 2007 über eine Bruttotonnage von 1.004.611 Tonnen und bestand unter anderem aus 4 Containerschiffen, 119 Tankern, 551 Frachtschiffen, 853 Passagierschiffen sowie 87 Passagierfähren.
Adressen
Hapag-Lloyd Philippines Inc.
Klaus Schröder (Präsident & CEO)
25. Floor, Trident Tower
312 Sen. Gil Puyat Avenue
Makati City 1200, Philippinen
Tel.: 63 2 889 8171
Fax: 63 2 889 7856
Email: klaus_schroeder@atsc.com.ph
Web: www.hapag-lloyd.com.ph
Subic Bay Metropolitan Authority (SBMA)
Commo. Feliciano G. Salonga, PCGA (Chairman and Head of Agency)
Building 229, Waterfront Road
Subic Bay Freeport Zone 2222, Philippinen
Tel.: 63 47 252 48 88
Fax: 63 47 25244 28
Email: fgsalonga@sbma.com
Web: www.sbma.com