Asien Kurier  10/2009 vom 1. Oktober 2009
Thailand

Ausbau der Öl- und Gasförderung geplant

Von Alexander Hirschle, Germany Trade & Invest in Bangkok

Die Verantwortlichen in Bangkok hoffen darauf, dass die Unternehmen, denen im Zeitraum 2006 bis 2007 Explorationslizenzen erteilt wurden, bald weitere Erfolge und Funde melden können, deren Ausbeutung sich nach kommerziellen Gesichtspunkten lohnt. Zu den größten Erdölfeldern in Thailand zählen derzeit Erawan und Thantawan (Chevron, offshore, 84.713 b/d), Benjamas (Chevro, offshore, 30.000 b/d), Sirikit (PTT, onshore, 21.277 b/d) sowie Jasmine und Ban Yen (Pearl Oil, offshore, 21.277 b/d). Darüber hinaus existieren weitere große Einheiten, in denen Erdölkondensate gefördert werden.

Die thailändische Regierung muss allerdings ihre Bemühungen um eine Ausweitung der Aktivitäten in diesem Sektor intensivieren, damit das selbst gesteckte Ziel der Autonomie bei der Versorgung von Erdöl erreicht werden kann. Derzeit liegt die lokale Nachfrage nach raffiniertem Erdöl bei 683.000 b/d. Mitte 2009 wartete das DMF noch auf die Ergebnisse von Untersuchungen in verschiedenen potentiellen Erdölfeldern, in denen zahlreiche internationale Firmen aus Kanada, den USA und Indien tätig sind.

Etwaige Erfolgsmeldungen könnten sich nicht nur positiv auf die thailändische Außenhandelsbilanz bei Energieträgern auswirken. Auch würden die höheren Einnahmen über Gebühren (Royalties) der Staatskasse, die im Zuge der Wirtschaftskrise zuletzt starke Einbußen bei den Steuereinnahmen hinnehmen musste, gut tun. Die Royalties aus dem Erdöl- und Erdgassektor erreichten 2008 knapp 50 Milliarden Baht (1,02 Mrd. Euro, 1 Euro = 48,80 Baht, 3-Monatsmittel) und waren somit die viertgrößte Einnahmeposition im Haushalt des Königreichs.

Die größte Erdölgesellschaft Thailands, PTT Exploration and Production Plc (PTTEP), will ihre Förderung von Erdöl in den kommenden Jahren langfristig mehr als verdreifachen. Presseberichten zu Folge soll die Produktionsmenge bis 2013 mehr als 300.000 b/d und bis 2020 sogar 900.000 b/d erreichen. Derzeit liegt die Fördermenge bei rund 240.000 b/d. Bis 2013 will PTTEP 485 Milliarden Baht investieren, um diese ehrgeizige Zielsetzung umsetzen zu können.

Gegenwärtig betreibt das größte Unternehmen Thailands 40 Erdölprojekte in 13 Ländern, darunter unter anderem Ägypten, Iran, Neuseeland und Australien. Bis 2020 stehen Pressemeldungen zu Folge sogar rund 126 Milliarden US$ zur Verfügung, wovon 76 Milliarden US$ auf die Erdölförderung und 20 Milliarden US$ auf die Gasherstellung entfallen sollen. Mehr als 60 Prozent dieser Gesamtsumme sind jedoch für Aktivitäten außerhalb der thailändischen Grenzen vorgesehen.

Als eines der PTTEP-Investitionsziele in Thailand gilt das Arthit-Feld im Golf von Thailand, in das in den kommenden 20 Jahren 4 Milliarden US$ fließen sollen. Mittels dieser Gelder soll dort die Gasproduktion auf dem derzeitigen Niveau aufrecht erhalten werden. Derzeit werden im Arthit-Feld 330 bis 370 mmscfd (Million Standard Cubic Feet per Day) Erdgas und 19.000 Barrel Kondensat pro Tag gefördert. Das Feld verfügt über nachgewiesene Reserven von 1,9 Bill. Kubikfuß, zur Zeit sind dort 90 Gasschächte in Betrieb. Künftig sollen 30 Gasschächte pro Jahr gebohrt werden, um die erschöpften Vorkommen zu ersetzen.

Auf der anderen Seite fordert die internationale Wirtschaftskrise auch ihre Opfer im thailändischen Erdöl- und -gassektor. So berichtete die Tageszeitung "Bangkok Post" Mitte 2009, dass PTTEP den Bau von zwei neuen Gastrennungsanlagen (Gas Separation Plants) vorerst aufschieben will, da diese unter den aktuellen Bedingungen nicht rentabel seien. Die Planungen für die Projekte liefen bereits seit 2005 und sollten zwischen 2011 und 2013 die Produktion aufnehmen. Mittels der Vorhaben sollte Thailand zu einem regionalen Produktions- und Exportzentrum von Liquefied Petroleum Gas (LPG) avancieren.

Aufgrund der immer häufigeren Verwendung von LPG vor allem bei Kfz-Haltern musste Thailand 2007 erstmals LPG aus dem Ausland einführen, 2010 soll sich die importierte Menge auf schätzungsweise eine Million Tonnen LPG belaufen. Der in Thailand verbrauchte Strom wird zu rund 70 Prozent aus Erdgas produziert. Aktuellen Berechnungen zu Folge dürften die Gasreserven jedoch in circa 18 Jahren erschöpft sein, wobei ein durchschnittlicher Verbrauch von 2.835 mmscfd zu Grunde gelegt wurde.

Der Anteil von Erdgas am Stromverbrauch des Königreichs soll innerhalb eines Jahrzehnts auf 50 Prozent abgesenkt werden - unter anderem durch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarkraft sowie Äthanol. Darüber hinaus sieht das thailändische Energieministerium die Notwendigkeit, die Explorationsaktivitäten bei Erdgas weiter zu erhöhen. Zu diesem Zweck weitet PTTEP seine Aktivitäten auch in Nachbarländer aus. Ende 2008 gab PTTEP bereits die Entdeckung eines großen Gasfelds in Myanmar bekannt.

Und auch in Kambodscha dürfte der Erdöl- und Gassektor eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Die Vorkommen im Golf von Thailand sollen dabei wichtige Wachstumsimpulse liefern. Einige der großen internationalen Akteure wie beispielsweise Chevron haben bereits Aktivitäten vor Ort aufgenommen. Presseberichten zu Folge beginnen aber auch Firmen aus asiatischen Ländern wie Thailand, Singapur und Indonesien damit, ihre Fühler nach diesem attraktiven Geschäftsfeld auszustrecken. Mit der Produktion von Erdöl könnte demzufolge 2010 oder 2011 begonnen werden.

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24-26. Floor Shinawatra Tower III
1010 Viphavadi Rangsit Road
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Fax: 66 2791 8378
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Web: www2.dmf.go.th