
Die thailändische Firma Wind Energy Holding Co will bis 2015 Windkraftprojekte mit einer Gesamtkapazität von 800 MW umsetzen. Über die Höhe der Investition wurden von Unternehmensseite keine Angaben gemacht. Wind Energy ist als Engineering-Firma im Bereich Energie tätig und hat 2009 von der thailändischen Regierung zwei Lizenzen zum Aufbau von Windkraftanlagen mit einer Kapazität von 240 MW erhalten. Mit den Vorhaben soll noch 2010 gestartet werden.
Um die restlichen Kapazitäten umsetzen zu können, muss das Unternehmen noch bebaubare Fläche in einer Größenordnung von 12.800 Hektar erwerben. Der Geschäftsführer von Wind Energy, Nopporn Suppipat, zeigte sich in der "Bangkok Post" jedoch zuversichtlich, dass dies kein größeres Problem darstelle. Übergreifend führte Suppipat als Investitionsargument das große Potenzial Thailands im Bereich Windkraft an, das auf die geographischen und klimatischen Rahmenbedingungen wie auch auf die Unterstützung durch die Regierung zurückzuführen sei.
Das Unternehmen Wind Energy führt derzeit bereits zwei Windkraftprojekte im Land durch. Die Anlagen Huay Bong 1 und 2 befinden sich in Nakhon Ratchasima, verfügen über kombinierte Kapazitäten von 180 MW und werden von dem Unternehmen in Eigenregie durchgeführt. Mit dem Bau soll im 3. Quartal 2010 begonnen werden, die Inbetriebnahme Ende 2011 erfolgen. Ein weiteres Vorhaben in Khao Kho umfasst 60 MW und wird von dem Joint Venture Sustainable Energy Corp betrieben.
Wind Energy hält an diesem Joint Venture 60 Prozent der Anteile, der private Energieerzeuger Ratchaburi Electricity Generating Holding 30 Prozent und die Firma Demco Plc 10 Prozent. Auch der Bau von Khao Kho soll ab Juli 2010 vorangetrieben werden und bis Mitte 2011 andauern. Wind Energy unterzeichnete im März 2010 in diesem Zusammenhang einen Vertrag mit der Siemens Windpower Co, die Windkraftturbinen für diese beiden Projekte liefern wird. Das Unternehmen Demco erhielt den Zuschlag für den Bau der beiden Vorhaben im Gesamtwert von 3,5 Milliarden Baht (etwa 85 Mio. Euro).
In Thailand werden sich auch künftig weitere Geschäftschancen für deutsche Firmen im Bereich erneuerbare Energien ergeben. Denn die thailändische Regierung hat bereits 2009 das Programm Alternative Energy Development Plan (AEDP) verabschiedet. Die Zielsetzung dieses Programms sieht vor, den Anteil alternativer Energien an der gesamten Kapazität bis 2022 auf 20 Prozent zu erhöhen. Derzeit liegt der Prozentsatz bei rund 5 Prozent. Die Hauptanliegen der thailändischen Regierung sind in diesem Zusammenhang die Sicherheit der Energieversorgung sowie die Bekämpfung des drohenden Klimawandels. Neben Windkraft wird dabei auch die Produktion von Strom aus Solarenergie, Biogas und -masse forciert.