
Dubais Finanzprobleme haben im Vorjahr scheinbar nicht dazu geführt, dass das Emirat zurücksteckt. Mit dem neuen Mega-Airport "Al Maktoum" setzt es den Bauboom vergangener Jahre ansatzweise fort, wenngleich sich die Errichtung im Zuge der Krise etwas verzögerte. Neben dem 33-Milliarden-Dollar-Projekt soll auch der bereits bestehende "Dubai International Airport" (DIA) für weitere Milliarden ausgebaut werden, geht es nach den Plänen des in Regierungsbesitz befindlichen Betreibers Dubai Airports. Von der Schuldenlast und den Geldspritzen durch Abu Dhabi über 20 Milliarden Dollar lässt man sich offenbar nicht abschrecken.
"Der Immobilienmarkt in Dubai wird noch lange brauchen, bis er sich erholt", meint Werner Albeseder, geschäftsführender Gesellschafter des Kommunikations- und Finanzberaters Prime Consulting im Gespräch mit der Agentur Pressetext. In dem Emirat herrsche aber alles andere als Weltuntergangsstimmung. Die Reaktion auf Dubais Zahlungsunfähigkeit sei in Europa panisch gewesen. In dem Emirat selbst habe man gelassener reagiert. "Dubai wird bestimmt nie von Abu Dhabi fallen gelassen. Zudem verfügt es etwa im Handel oder im Tourismus über Wachstumsmöglichkeiten und ist kein Land, das vor dem Staatsbankrott steht", so Albeseder.
Neben dem "Dubai International", der sich ohnehin in ständigem Ausbau befindet, will das verschuldete Emirat mit dem Al Maktoum Airport den weltweit größten Flughafen errichten. "Dubai verzeichnet eine hohe Auslastung und erfährt permanente Zuwächse", erklärt der Experte. Man habe sich als Drehscheibe für den internationalen Flugverkehr zwischen Asien, Australien und Afrika gut positioniert. Zudem komme dem Standort regional eine hohe Bedeutung zu. "Unabhängig von Dubais wirtschaftlichen Problemen hat der Ausbau durchaus seine Berechtigung", meinte Albeseder.
Der Ausbau sowie die Errichtung des neuen Airports sollen die Passagierkapazität des Emirats steigern. Alleine der "Dubai International" könnte bis 2012 rund 75 Millionen und schlussendlich rund 97 Millionen Reisende pro Jahr bewältigen. Derzeit reicht seine Kapazität für 60 Millionen Passagiere. Darüber hinaus soll der Al Maktoum Airport den Plänen zufolge nach Fertigstellung über eine Kapazität von 120 Millionen Touristen und Geschäftsreisenden verfügen. Im Vorjahr wurden am DIA knapp 41 Millionen Gäste abgefertigt.
Der Flughafenbetreiber rechnet in diesem Jahr mit einer neuerlichen Steigerung der Zahlen um 14 Prozent auf etwa 46 Millionen Passagiere. "Wenn man sich einschränkt, geht das Wachstum woanders hin. Wir werden dieses Wachstum nicht behindern", wird Dubai-Airports-CEO Paul Griffiths von Bloomberg zitiert. Ihm zufolge steuert die Luftfahrtbranche nicht weniger als ein Viertel zur Wirtschaftsleistung des Emirats bei. In den vergangenen Jahren hat sich Dubai angesichts milliardenschwerer Investitionen zunehmend als Reisziel für Touristen etabliert. Neben der Vielzahl an Geschäfts- und Transitreisenden bereitet man sich bis 2015 auf jährlich rund 15 Millionen Urlauber vor.