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Datum: 2008-12-31 Asien Kurier vom 1. Oktober 2008 Indonesien - Zukunftsträchtiger Markt für Sicherheitstechnik Von Necip Bagoglu, bfai-Korrespondent in Jakarta.
Für Produkte der Sicherheitstechnik bieten sich in Indonesien ausländischen Unternehmen der Branche
zunehmende Geschäftsmöglichkeiten. Zwar war der Einfuhrwert 2007 mit geschätzten rund 210 Millionen US-Dollar im internationalen Vergleich noch relativ niedrig. Doch dürften sich mittelfristig steigende Lieferchancen ergeben, weil sowohl die indonesische Regierung wie auch private Betreiber von industriellen und kommerziellen Einrichtungen ihre Ausgaben für Sicherheits- und Schutzmaßnahmen erhöhen. Obwohl seit 2006 keine größeren terroristischen Anschläge zu verzeichnen waren, beschreibt der Chef der indonesischen Polizei (Indonesian National Police - POLRI), General Sutanto, in seinem Abschlussbericht für das Jahr 2007 die Sicherheitslage im Lande als labil und erwartet weiter eine hohe Kriminalitätsrate; diese sei gegenüber 2006 um 5 Prozent gestiegen. Neben bewaffneten Überfällen stellen der Handel mit und der Konsum von Drogen wichtige Bereiche dar, die gezielt angegangen werden müssten. Zur Unterstützung des Kampfes gegen die zunehmende Kriminalität wurden die Zuteilungen aus dem Staatshaushalt für die POLRI von umgerechnet 1,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2005 auf 2,3 Milliarden US-Dollar für 2008 laufend angehoben. Mit diesen Mitteln werden unter anderem Fahrzeuge, Patrouillenboote, Hubschrauber, Kommunikationsausrüstungen, Mobilfunkstörgeräte, forensische Laborausrüstungen und andere Produkte für den Einsatz der Sicherheitskräfte gekauft. Im öffentlichen Bereich sind (abgesehen vomVerteidigungsministerium, dessen Bedarf in diesem Bericht nicht behandelt wird) die Einwanderungsbehörde, die Zollämter, der Geheimdienst (National Intelligence Bureau) und das Justizministerium weitere wichtige Bedarfsträger für Sicherheitstechnik. Die Vorschriften für das öffentliche Beschaffungswesen enthält Präsidialdekret Nr. 80/2003. Dieses gilt nicht nur für Behörden, sondern auch für staatliche Unternehmen. Bedarf an Sicherheitsdiensten besteht im Privatsektor vor allem bei großen Geschäftskomplexen, Kaufhäusern, Supermärkten, Krankenhäusern, Hotels, Industrieanlagen sowie Wohngebäuden und-siedlungen. Die in den letzten Jahren errichteten modernen Einkaufszentren, Bürokomplexe und Produktionsanlagen müssen gegen Anschläge, Brände und ähnliche Gefahren geschützt werden. Die in Indonesien tätigen internationalen Großunternehmen verfügen in der Regel über moderne und innovative Sicherheitssysteme. Auch bei den übrigen Firmen und Einrichtungen wächst das Sicherheitsbewusstsein. Der Schutz von Objekten erfolgt zunehmend durch professionelle Sicherheitsfirmen, wenn auch dieser Dienstleistungsbereich in Indonesien noch Entwicklungsbedarf hat. Die Arbeit der Sicherheitsfirmen unterliegt strikten Vorschriften, die 1999 von der POLRI erlassen wurden. Die in der Branche tätigen Unternehmen müssen sich bei dieser registrieren lassen und jedes Quartal einen Tätigkeitsbericht vorlegen. Von den derzeit bei der POLRI registrierten 300 Firmen sind laut Schätzung von Branchenvertretern tatsächlich nur 75 in diesem Geschäft aktiv. Dabei handelt es sich überwiegend um Firmen, die Wachpersonal bereitstellen. Die Zahl dieser Wachmänner wird landesweit auf 330.000 geschätzt. Wegen der begrenzten lokalen Fertigung erfolgt die Versorgung des Marktes für Sicherheitstechnik über Importe, die sich nach inoffiziellen Schätzungen von 175 Millionen US-Dollar (2006) auf 210 Millionen US-Dollar (2007) erhöhten. Für 2008 wird mit einem Volumen von rund 250 Millionen US-Dollar gerechnet. Während Vorrichtungen mittlerer Qualität vornehmlich aus Südkorea, Taiwan und der Volksrepublik China stammen, kommen "High-Tech"-Systeme aus Westeuropa und den USA. Die Konkurrenz am Markt ist groß. Vor allem japanische Firmen mit langjährigen Beziehungen zu staatlichen Stellen sind wichtige Wettbewerber. Gute Absatzchancen haben allgemein elektronische Systeme für die Zugangskontrolle, Kartentechnologien, Video-Überwachungssysteme, Alarmanlagen, Metalldetektoren, Rauchmelder und Durchleuchtungsvorrichtungen. Der Absatz importierter Produkte erfolgt aus praktischen Gründen über indonesische Vertriebshändler, die aufgrund ihrer laufenden Geschäftsbeziehungen frühzeitig über Informationen zu neuen Projekten verfügen. Die Einfuhrzollsätze für Produkte der Sicherheitstechnik liegen zwischen 0 Prozent und 10 Prozent. Beim Import istaußerdem die Mehrwertsteuer in Höhe von 10 Prozent zu entrichten. | |
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