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Datum: 2008-12-31 Asien Kurier vom 1. November 2008 Saudi Arabien - Zahlreiche Kraftwerke in Planung Von Martin Böll, bfai-Redakteur in Dubai.
Obwohl Saudi-Arabien auf den größten Energievorräten der Welt sitzt, fällt in der heißen Jahreszeit an der Küste, wenn überall die Klimaanlagen laufen, immer mal wieder der Strom aus, weil dann die Kraftwerke an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Zudem lassen sich ohne eine stabile Versorgung die ambitionierten neuen Wirtschaftsstädte und Industriezonen nicht realisieren. Energieträger bei neuen Kraftwerken ist Öl.
Angesichts seiner rapide wachsenden Bevölkerung, seinen neuen Städtebau- und Industrieprojekten dürfte Saudi-Arabien auch in Zukunft Probleme haben, mit der Nachfrage Schritt zu halten. Dabei wird das Königreich auch verstärkt in kombinierte Strom- und Wasserentsalzungswerke investieren müssen, weil die natürlichen Grundwasserdepots immer weniger hergeben. Erschwerend kommt hinzu, dass Strom und Wasser hoch subventioniert sind und deshalb in hohem Maße verschwendet werden. Zwar möchte Saudi-Arabien in Zukunft energieeffizienter bauen, ob dieser Anspruch aber auch praktisch umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Ausländische Beobachter sind mehr als skeptisch: Ein Umdenken könne, wenn überhaupt, dann nur über den Preis erreicht werden. Ob der König einem solch unpopulären Schritt zustimmen würde, erscheint jedoch höchst unwahrscheinlich. In einem Land, in dem die billigste Flasche Wasser teurer ist als ein Liter Öl, kann vom Beginn eines entsprechenden Umdenkungsprozesses noch nicht die Rede sein. Der mit Abstand größte Stromerzeuger in Saudi-Arabien ist die staatliche Saudi Electricity Co. (SEC). Daneben gibt es noch die staatliche Saline Water Conversion Corp. (SWCC), der staatliche Versorger Marafiq, der für die Städte Jubail und Yanbu zuständig ist, sowie die private Tihamah Power Generation ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen Saudi Oger und International Power. Der staatliche Ölmonopolist Saudi Aramco deckt seinen Strombedarf selbst. Saudi-Arabien ist grundsätzlich an einer verstärkten privaten Beteiligung am Stromsektor interessiert. Dies zu erreichen, ist jedoch angesichts der niedrigen Stromtarife und einer schlechten Zahlungsmoral der Verbraucher nicht ganz einfach. Die SEC wurde im Jahr 2000 durch die Zusammenlegung verschiedener regionaler Stromgesellschaften gegründet. Mitte 2002 ging das Unternehmen an die Börse. Regulierungsbehörde ist die Electricity and Co-generation Regulatory Authority. Private Unternehmen dürfen selber Strom erzeugen und an Kunden oder die SEC verkaufen. Die SEC darf mit privaten in- und ausländischen Unternehmen entsprechende Joint-Ventures eingehen. Die neuen saudi-arabischen Kraftwerke werden in der Regel mit Öl betrieben. Das nur begrenzt geförderte Erdgas geht bevorzugt an die Petrochemie-Projekte des Landes. Nach den Erhebungen von ProLeads, einem Beraterunternehmen in Dubai, das regelmäßig alle Projekte in der Region auflistet, gab es im September 2008 in Saudi-Arabien insgesamt 145 Stromprojekte beziehungsweise -Ausschreibungspakete im Gesamtwert von 111 Milliarden US-Dollar (ohne reine Ölanlagen und die oben genannten Exportraffinerien). Davon entfiel mit rund 83 Milliarden US-Dollar der Löwenanteil auf Kraftwerke und der geringere auf Übertragungsleitungen sowie Umspannstationen. Die relativ hohe Zahl der im Bau befindlichen Kraftwerksprojekte erklärt sich durch eine Reihe kleinerer Erzeugungsvorhaben von Unternehmen, die solche Projekte meist erst dann publik machen, wenn sie ausgeschrieben werden oder mit den Arbeiten begonnen wird. Bei Stromübertragungsvorhaben ist es derweil üblich, größere Projekte in mehrere Ausschreibungspakete aufzuteilen, damit auch kleinere lokale Firmen eine Chance haben, sich zubeteiligen. Von den 30 im Bau befindlichen Kraftwerksprojekten sind neun als groß (1 Milliarden bis 4 Milliarden $) einzustufen, vier als mittelgroß (jeweils 500 Mio. US$) und der Rest als kleiner (20 bis 300 Mio. US$). Hinzu kommen fünf große Kraftwerke, die ausgeschrieben sind, fünf in der Design- sowie sieben in der Prüf- und Planungsphase. Bei insgesamt vier Großkraftwerken werden deutsche Unternehmen als Hauptberater genannt: Siemens, Lahmeyer und Fichtner. Bei vier Großprojekten sind es Saudi-Araber, gefolgt von Beraterbüros aus Großbritannien (drei), Frankreich (zwei) und jeweils einem aus Südkorea, der Volksrepublik China, Japan, Kanada, USA und Pakistan. Im Bereich Stromübertragung findet sich das teuerste und ambitionierteste Projekt des Sektors: Ein Stromverbund mit Ägypten, der mit Hochspannungsleitungen über das Rote Meer erreicht werden soll. Auftraggeber sind die jeweils zuständigen Ministerien beider Länder. Berater sind die belgische Tractebel Engineering und die italienische Cesi. Das Vorhaben wird derzeit geprüft und dürfte, wenn es verwirklicht werden sollte, mindestens 8,5 Milliarden US-Dollar kosten. Ansonsten hat Saudi-Arabien weiterhin einen Nachholbedarf bei der Einrichtung eines flächendeckenden nationalen Stromnetzes, dem jedoch mit großen und teuren Proje | |
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