
Jährlich werden heute Hunderte Millionen US-Dollar in die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte investiert, da kosteneffiziente Hybridautos bei einem derzeitigen Rohöl-Weltmarktpreis von über 70 Dollar je Barrel immer gefragter sind.
Weitere Faktoren sind die alarmierende globale Klimaerwärmung, und das erstarkende Umweltschutzbewusstsein, was unter anderem zur kürzlichen Verschärfung der EU- Emissionsvorschriften im Rahmen der eingegangenen Verpflichtungen der Kyoto-Konferenz zum Abbau der Treibhausgasemissionen führte. Vor allem in den Industrienationen zeichnet sich daher nun ein rasch anschwellender Hybridtrend ab, den kein globaler Autobauer ignorieren kann, ohne nicht den Verlust von Marktanteilen zu riskieren.Zurzeit ist der Hybridmarkt in einer starken Expansionsphase, doch seine mittel- bis langfristige Entwicklung ist äußerst schwer abschätzbar. Nach Hochrechnungen der Industrie sollen 2010 weltweit 2,1 Millionen Hybridautos abgesetzt werden, was sich 2015 auf rund fünf Millionen Fahrzeuge mehr als verdoppeln soll. Diese rasante Marktausweitung zwingt nun auch Koreas zögernde Autoindustrie zum Einstieg ins Zeitalter der Hybridtechnologie: In zwei Jahren will Marktführer Hyundai sein erstes Hybridauto zuerst in der Heimat und dann im Weltmarkt vorstellen. Schließlich wollen die Koreaner nicht von der automotiven Dampfwalze Toyota überrollt werden, die mit ihrer progressiven Hybridstrategie ihre Mitbewerber weltweit zum Handeln zwingt.Toyota überlässt nichts dem Zufall: Neben rigoroser Kosteneffizienz sind die bis ins kleinste Detail durchdachten Entwicklungs- und Marktstrategien die Grundlage zum Siegeszug des Autokonzerns zur globalen Nummer eins der Branche. Nach der prominenten US-Autofachzeitschrift ?Automotive News? setzten die Japaner letztes Jahr global 128.000 Autos mehr als der finanziell angeschlagene Koloss General Motors ab, der mit 8.679.860 Autos auf den zweiten Platz absackte. Auf den Lorbeeren ruht allerdings der profitabelste Autobauer der Welt nicht aus.Vielmehr baut er seinen Vorsprung auf General Motors seither kontinuierlich weiter aus. Dabei betont Toyota immer, dass die Priorität des Konzerns nicht Absatzrekorde sondern Spitzenqualität und Kundenzufriedenheit sei.Innovation ist dem frischgebackenen Weltmarktführer ebenfalls sehr wichtig, weshalb er bei der Entwicklung alternativer Antriebskonzepte eine Schlüsselrolle hat: Nach rund 15 Jahren intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit debütierte 1997 in Japan der Toyota Prius Pkw als das weltweit erste Motorfahrzeug in Großserienproduktion mit einem Benzin-Elektro-Hybridantrieb, was den Grundstein zum globalen Erfolg der Hybridtechnologie legte. Bloß zehn Jahre später durchbrach die Toyota Gruppe Ende Mai nicht nur die globale Absatzschallmauer von einer Million Hybridautos sondern hatte auch neun weitere Hybridmodelle zum Pionier Prius gefügt: Die Palette reicht derzeit vom Toyota Estima Hybrid Minivan, Toyota Alphand Hybrid Kleinbus über die beiden Nobelgeländewagen Harrier Hybrid und Lexus RX 400h, der Lexus GS450h Luxuslimousine und dem Toyota Camry Premium-Pkw bis zu den zwei Allradtopmodellen Lexus LS600h und Lexus LS600hL. Das ist jedoch erst der Anfang, da jährlich weitere Modelle zur Hybridreihe gefügt werden.Ganz klar ist Japans Primus mit seiner bahnbrechenden Hybridtechnologie den übrigen Autobauern um schätzungsweise sechs Jahre voraus, was in der Automobilindustrie Lichtjahre sind. Nach einer dreijährigen Einführungszeit im heimatlichen Japan lancierte Toyota nach der Jahrtausendwende seine Hybridautos in Nordamerika und Westeuropa, wo sie inzwischen ein Renner sind. Neben dem japanischen Mutterwerk werden daher Toyotas Hybridautos seit 2005 ebenfalls in der zentralchinesischen Industriestadt Changchun und ein Jahr später in Kentucky in den USA produziert. Das Ziel des Autokonzerns ist die Eroberung der Hybridschüsselmärkte USA und China, wo deutsche Hersteller mit sauberen Dieselkonzepten Boden gut zu machen versuchen. PricewaterhouseCooper warnt allerdings vor dem Ruf des Diesels in den beiden Märkten als ?laut und schmutzig?, während die Hybridtechnologie ein ?umfeldfreundliches? Image habe. Zudem ist die landesweite Versorgung von hochwertigem Diesel nicht gewährleistet.Toyotas kontinuierlich weiterentwickelte Hybridtechnologie vereint maximale Leistung und höchste Wirtschaftlichkeit, was völlig neue Dimensionen des Fahrspaßes eröffnet: Der erst kürzlich eingeführte Lexus LS600h erreicht mit einem neuen 5-Liter V8 Benzinmotor, einem großen leistungsfähigen Elektromotor und einer neu entwickelten Hochleistungsbatteriesatz eine Spitzensystemleistung von satten 435 PS! Nicht nur spart man mit einem Hybridauto spürbar beim Tanken sondern ist mit tiefen CO2-Emissionen im Stadtverkehr auch noch umweltfreundlich. Vor allem in den notorischen Verkehrsstaus der asiatischen Metropolen von Mumbai über Bangkok bis Seoul arbeitet der Hybridantrieb praktisch emissions- und verbrauchsfrei, da das Auto bis 50 Stundenkilometer nur vom kraftvollen Elektromotor angetrieben wird und kaum CO2 ausstösst. Damit ist Toyota auf dem besten Weg, sich zum Saubermann der Automobilindustrie aufzuschwingen.Angesichts der weltweiten Klimadebatte und dem hartnäckig hohen Benzinpreis rechnet Toyota mit einem sprunghaften Anschwellen der globalen Nachfrage nach Hybridautos: Ab 2010 will der Autokonzern daher weltweit jährlich mindestens eine Million Autos ausgerüstet mit seiner umweltfreundlichen Elektro- und Verbrennungsmotorkombination absetzen.