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?Mit Panzerfäusten bewaffnete Piraten haben nach offiziellen Angaben in der Strasse von Malakka zwischen Indonesien und Malaysia vorübergehend einen Tanker mit leicht brennbaren Chemikalien in ihre Gewalt gebracht.?
Nachrichten wie diese aus dem Jahr 2005 schrecken nicht nur die internationale Schifffahrt auf. Nach Schätzungen aus dem letzten Jahr passieren heute täglich rund 2.000 Containerschiffe diese Schlagader des Welthandels. Sie ist an der engsten Stelle nur 1,5 Seemeilen (2,8 km) breit. Auch ökonomisch macht es für Rohöl-Tanker Sinn, die Schifffahrtroute vorbei an Malakka und rund um Singapur zu vermeiden. Nachdem Malaysias Regierung im Mai 2007 ?grünes Licht? für ein Pipeline-Projekt im Norden Westmalaysias gab, haben die Partner des Konsortiums, welches das Vorhaben realisieren soll, ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Das gesamte Projekt, welches bis 2014 durchgeführt werden soll, umfasst den Bau von drei Pipelines für den Transport von Öl, eine neue Raffinerie und die Errichtung von großen Speichertanks. Die Kosten für die drei Rohrleitungen werden mit umgerechnet etwa 7 Milliarden US-Dollar beziffert. Die Rohrleitungen sollen über eine Entfernung von mehr als 300 km von Yan im malaysischen Bundesstaat Kedah an der Westküste der Halbinsel Malaysia nach Bachok im Bundesstaat Kelantan an der Ostküste geführt werden. Mit dem Bau der Rohrverbindung von der West- zur Ostküste sollen Rohöl und -produkte künftig direkt von Kelantan weiter nach Ostasien transportiert und damit die Fahrt von Öltankern durch die dichtbefahrene Wasserstraße von Malacca überflüssig werden. Gegenwärtig nehmen Tankschiffe aus dem Mittleren Osten die Route durch die Straße von Malacca über Singapur und weiter nach Norden zu Häfen in Japan, der Volksrepublik China und Korea. Als Projektentwickler wird die malaysische Firma Trans-Peninsula Petroleum genannt; weitere Partner des Konsortiums sind das einheimische Bauunternehmen Ranhill Bhd sowie die indonesischen Unternehmen PT Bakrie & Brothers und PT Tripatra (Teil von PT Indika Inti Energi). Mit der Bauplanung, der technischen Beschaffung und der schlüsselfertigen Übergabe soll Ranhill beauftragt werden. Die malaysischen und indonesischen Partner haben zudem ein Abkommen mit der Al-Banader International Group aus Saudi-Arabien geschlossen, einer der geplanten Hauptlieferanten von Rohöl. Zumindest ein Teil der künftigen Lieferungen von Stahlrohren soll von Bakrie kommen. Die erste Pipeline soll bis 2011 verlegt sein und auf eine Transportkapazität von 2 Millionen Barrel pro Tag an Ölprodukten kommen (Kosten: 2,3 Mrd. US$). Im Moment werden täglich 12 Millionen Barrel an Rohöl über die Straße von Malacca transportiert. Durch die geplanten Pipelines könnte dem Vernehmen nach ein Anteil von etwa 30 Prozent umgeleitet werden. Die Teilnehmer des Konsortiums sind optimistisch, dass noch in den Anfangsmonaten 2008 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, obwohl die Finanzierung zur Zeit noch nicht geklärt ist. Der größte Teil des Kapitals (70%) soll durch ausländische Investoren aufgebracht werden. Insbesondere ist dabei anscheinend an Kapitalgeber aus dem Mittleren Osten gedacht. Gespräche sind vor allem im Gange mit Geschäftskreisen aus Saudi-Arabien.