
Massive Zufluss ausländischen Kapitals nach Vietnam und das anhaltend kräftige Wirtschaftswachstum treiben die Nachfrage nach geeigneten Standorten für Industrieansiedlungen in dem südostasiatischen Land spürbar an.
Immer mehr ausländische Investoren bevorzugen hierbei die zahlreichen Industrieparks und Exportverarbeitungszonen. In den kommenden Jahren ist laut Angaben des Ministry of Planning and Investment (MPI) die Errichtung neuer und die Erweiterung der bestehenden Parks und Zonen beabsichtigt.Vietnam verfügte Ende März 2007 dem neuesten Bericht des Ministeriums zufolge über 145 Industrial Parks (IP) und Export Processing Zones (EPZ), von denen bereits 90 voll in Betrieb gegangen sind. Bei den in diesen Sonderzonen angesiedelten in- und ausländischen Betrieben handelt es sich zu mehr als 70 Prozent um Produktionseinheiten. Mittlerweile haben rund 2.500 ausländische Firmen ihren Standort in den IP und EPZ genommen. Ihr Anteil an den ausländischen Direktinvestitionen liegt bei etwa 40 Prozent. Für eine Ansiedlung in IP und EPZ sprechen neben der meist guten Infrastruktur und vereinfachten Genehmigungsprozedur vor allem die hier gewährten Steuervergünstigungen. Gemäß dem neuesten Regierungsdekret (Nr. 24/2007/ND-CP) vom 14. Februar 2007 gilt für in IP und EPZ angesiedelte Unternehmen in den ersten zwölf Jahren ihrer Tätigkeit ein Körperschaftssteuersatz von 15 Prozent anstatt der sonst üblichen 28 Prozent. Zudem sind sie in den ersten drei Jahren von der Steuerzahlung befreit und erhalten in den folgenden sieben Jahren einen Steuernachlass von 50 Prozent. Sie unterliegen also sieben Jahre lang nur einem Satz von 7,5 Prozent bei der Körperschaftsteuer.Vietnam beabsichtigt nach Angaben des MPI, bis 2015 insgesamt 115 neue Industriezonen zu errichten und 27 bereits bestehende auszubauen. Dabei sollen 101 derartige Sonderzonen schon bis 2010 bezugsfertig sein. Zu den attraktivsten Standorten für ausländische Investoren zählen die IP und EPZ in der Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt sowie in den angrenzenden Südprovinzen Dong Nai, Binh Duong und Ba Ria-Vung Tau. Aber auch die im Norden des Landes existierenden Sonderzonen, vor allem in Hanoi und in Hai Duong erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die Mietpreise in den vietnamesischen Industriezonen liegen laut einem Bericht der Japan External Trade Organisation (JETRO) zwischen 30 und 110 US-Dollar/m2 und damit teilweise erheblich höher als in den benachbarten Ländern.Die IP und EPZ gewinnen als Standorte für ausländische Investitionsvorhaben zunehmend an Bedeutung. Letzten Angaben des MPI zufolge haben sich im ersten Quartal 2007 die ausländischen Direktinvestitionen in diesen Sonderzonen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres bereits verdoppelt und einen Kapitalwert von etwa 745 Millionen Euro erreicht. Diese Zonen halten außerdem einen kontinuierlich wachsenden Anteil an der industriellen Erzeugung. Derzeit entfallen bereits 28 Prozent der Industrieproduktion auf IP und EPZ. Bis 2010 rechnet die Behörde mit einem Anstieg dieses Anteils auf 40 Prozent. Die industrielle Produktion soll hier jährlich um mehr als 17 Prozent steigen und 2010 einen Wert von 22 Milliarden Euro erreichen.Ein wachsendes Problem in den Industriezonen ist der Mangel an Fachkräften. Die Regierung bemüht sich daher, verstärkt qualifizierte Arbeitskräfte auszubilden. Dabei ist man auch an Hilfestellung seitens deutscher Fachhochschulen und Universitäten sowie Unternehmen interessiert. Die Zahl der Industriearbeiter in den IP und EPZ soll bis 2010 jährlich um knapp 22 Prozent auf insgesamt 2,5 Millionen Personen steigen.