
Thailands Notenbank und die vom Militär eingesetzte Regierung haben am 24. Juli die Devisenrestriktionen erheblich gelockert. Ziel ist es den starken Währunganstieg vom Baht zu dämpfen.
Gerade zehn Jahre ist es her, dass Thailand mit der Freigabe des Wechselkurses die asiatische Finanzkrise auslöste, in deren Verlauf der Baht gegenüber dem Greenback mehr als die Hälfte seines Wertes verlor (Vgl. Asien Kurier vom 7.7.2007). Im laufenden Jahr hat die Landeswährung gegenüber dem schwächelnden US-Dollar mehr als 15 Prozent an Wert zugewonnen; sie stieg zum starken Euro um 11,7 Prozent.Für die Exportindustrie, die gut die Hälfte zum BIP beträgt, wird die teuer gewordene Landeswährung immer ärgerlicher. Nur waren es die Exporteure selber, die ihre Fremdwährungsbestände aus Sorge vor einem steigenden Baht verkauften. In sechs Zinsschnitten senkte die Bank of Thailand seit Jahresbeginn den Leitzins (?1-Day-Reporate?) um 175 Basispunkte (zuletzt am 18.7.2007), konnte jedoch die Nachfrage nicht aufhalten. Verglichen mit anderen Aktienmärkten Südostasiens, ist die Börse in Bangkok weit zurückgeblieben; die Konjunktur lahmt. Nicht erstaunlich, dass internationale Anleger, mit Blick auf die im Dezember anstehenden Wahlen, rechtzeitig mit einem Fuss im Markt stehen wollen.Hatten Politiker und die vor ihnen abhängige Notenbank noch im Dezember in- und ausländische Investoren mit einer 30-prozentigen Besteuerung aller ins Land fliessenden Kapitalströme vor den Kopf gestossen (und damit den bislang größten Absturz der Börsenkurse ausgelöst), so kam der nun vorgestellte Maßnahmenkatalog nicht unerwartet. Ökonomieprofessoren, Handelskammern und Wirtschaftsverbände waren involviert. Er zielt nicht mehr darauf ab den Kapitalzufluss zu erschweren, sondern dessen Abfluss ins Ausland zu erleichtern und Devisen vom bisherigen Zwangsumtausch zu befreien. Lokale Unternehmen dürfen nunmehr Fremdwährungen 360 Tage (bislang: 120 Tage) auf Auslandskonten belassen. Sie können damit geplante Importrechnungen begleichen. Nach Thailand transferierte Devisen dürfen unbefristet auf Fremdwährungskonten gehalten werden. Dies gilt auch für Privatpersonen, die früher ihr ausländisches Geld binnen 15 Tagen in Baht umtauschen mussten. Obergrenzen gibt es auf einem Niveau, welches für beide Gruppen nur selten von Bedeutung sein dürfte.Enthusiastisch begrüssten die Aktionäre das Maßnahmenpaket und liessen Bangkoks Börsenbarometer ?SET-Index? um mehr als zwei Prozent auf, seit zehn Jahren nicht mehr gesehene, 880,95 Punkte steigen.Ein Wermutstropfen bleibt: steigende thailändische Aktien werden weitere ausländische Anleger locken. Und damit wird der teurer gewordene Baht zukünftig kaum billiger werden.1 Day Reporatebis 16.1.2007 5,0 % 175 Baispunkte in 200717.1. - 27.2.2007 4,7528.2. - 10.4.2007 4.511.4. - 22.5.2007 4.0023.5 - 17.7.2007 3.50seit 18.7.2007 3,25