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Parallel zur überdurchschnittlichen Entwicklung der Gesamtwirtschaft zeigt auch die Baubranche positive Ergebnisse. Zwar sind in den letzten sieben bis acht Monaten die Immobilienpreise gestiegen, jedoch ist der Immobilienmarkt des Inselstaates weiterhin mit rund 50 Prozent unter den Preisen in Hongkong bewertet. Mehrere Großprojekte wurden in diesem Jahr begonnen und werden das Erscheinungsbild des Innenstadtbereichs gänzlich verändern.
2006 standen öffentliche und private Bauvorhaben im Umfang von 5 bis 6 Milliarden Euro zur Vergabe an. Die Building & Construction Authority (BCA) sieht auch in den Jahren 2007 und 2008 bei anhaltendem Wirtschaftswachstum gute Geschäftschancen für die Baubranche. Eine ganze Reihe neuer Bauprojekte sollen in den kommenden Jahren verwirklicht werden. Zu den öffentlichen Vorhaben gehören aktuell das neue Business- und Finanzzentrum, das Orchard Turn-Einkaufszentrum, das Ölterminal "Universal Terminal" sowie ein Kraftwerk auf Jurong Island, die City Square Mall an der Kitchener Road und die Erweiterung des U-Bahnnetzes (MRT). Etwa 2.200 angemeldete Baufirmen erbringen mit ihrer Arbeit einen Anteil von zirka fünf Prozent am Bruttoinlandsprodukt von Singapur. Trotz weiter verbesserter Auftragslage sehen sich die Bauunternehmen jedoch wegen des beschränkten Inlandsmarktes vermehrt nach neuen Aufträgen im Ausland um. Dabei spielen neben anderen südostasiatischen Staaten auch die Märkte China, Indien und der Mittlere Osten eine wichtige Rolle. Andererseits wurden auch ausländische Firmen von der Regierung eingeladen, sich an derzeitigen großen Bauprojekten zu beteiligen. Die Volkswirtschaft Singapurs ist als einzige in Asien mit einem AAA-Rating eingestuft. Auf die Attraktivität des Standortes für ausländische Unternehmen und Touristen legt die ?Löwenstadt? großen Wert. So sollen zwei Integrierte Resorts (IR) mit Kasino errichtet werden, die als strategisch wichtige Großprojekte Singapur als abwechslungsreiche Weltmetropole voranbringen und wirtschaftlich profitabel sein sollen. Das Integrierte Resorts ?Las Vegas Sands? in Marina Bay wird voraussichtlich 2009 eröffnet, jenes in Sentosa 2010. Die beiden Bauprojekte belaufen sich auf eine Investition von mehr als 5 Milliarden Euro. Für das Marina Bay IR unterbreiteten vier Konsortien formelle Angebote: Genting International / Star Cruises, Harrah?s Entertainment / Keppel Land, Las Vegas Sands und MGM Mirage / CapitaLand. Am 26. Mai 2006 wurde Las Vegas Sands als Gewinner bekannt gegeben. Das gesamte Investment einschließlich Kapitalkosten und Grundstückspreis wird auf mehr als 2,5 Milliarden Euro beziffert und soll eines der teuersten Kasinos der Welt werden. Das Design von Moshe Safdie sieht drei großen Muschelelementen mit Sitzungssälen vor, sowie ein Museum und drei große Hoteltürme, deren Oberetagen miteinander verbunden sind. Für das zweite Integrierte Resort auf der Freizeitinsel Sentosa standen drei Projektentwürfe von unterschiedlichen Konsortien zur Auswahl. Ende letzten Jahres fiel die Entscheidung auf den Entwurf des malaysischen Konzerns Genting mit einem Gesamtvolumen von 2,6 Milliarden Euro. Dabei wurden die eingereichten Angebote von einem ministeriellen Ausschuss und einem sogenannten ?Tender Evaluation Committee? unter Leitung des stellvertretenden Premierministers Prof. S. Jayakumar begutachtet. Die ?Resorts World at Sentosa? besteht aus einem ?Universal Studios Singapore?-Themenpark, sechs Hotels mit insgesamt 1.830 Zimmern, drei Wasserattraktionen sowie Restaurants und Shops. Die Genting Group besitzt sowohl Kraftwerke, Ölförderanlagen und Palmölplantagen als auch Kasinos weltweit. Dazu gehört das beliebte ?Genting Highlands Resort? östlich von Kuala Lumpur. Das ?Resorts World? wird voraussichtlich 49 Hektar umfassen und die Eröffnung der Anlage ist für das Jahr 2010 angesetzt. Ziel ist es, bereits im ersten Jahr 15 Millionen Besucher anzuziehen. Zum Flanieren und Shoppen soll der ?Festive Walk? einladen, eine Fußgängerzone, die sich von Singapurs berühmten Merlion bis zum Ufer der Insel ziehen wird. Wie viele andere Bereiche der ?Resorts World?, wird auch der ?Walk? überdacht sein und den Besuchern Schatten und Schutz Sonne und tropischen Regengüssen spenden. Mit der Neustrukturierung des Finanzzentrums, Marina South, Marina Channel und Marina Bay geht die Entwicklung des neuen Sport- und Freizeitzentrums im Stadtteil Kallang einher. Anfang 2006 lud Singapur in- und ausländische Firmen ein, sich am Großprojekt des ?Sports Hubs? zu beteiligen. Es handelt sich dabei um ein Auftragsvolumen von etwa 600 Millionen Euro. Die Finanzierung und Durchführung ist als Public Private Partnership-Projekt gewährleistet. Der Betreiber soll Angaben des Singapore Sports Council (SSC) zufolge zudem die Möglichkeit haben, Einnahmen über das Management der Sportanlagen zu erwirtschaften. Geplant ist ein "National Stadium" mit 55.000 Sitzplätzen, ein Wassersportzentrum mit 6.000 Sitzen, eine "Multi-Purpose Indoor Arena" mit 3.000 Sitzen, sowie 36.000 m2 Fläche für kommerzielle Bestimmungszwecke. Zudem sollen internationale und lokale Sportverbände, Sportausbildungsstätten, Forschungsinstitutionen und sportmedizinische Einrichtungen integriert werden. Um die Anreise zu kanalisieren eine neue U-Bahn-Station geplant. Der Sportkomplex soll Mitte 2011 den Betrieb aufnehmen. Ziel ist es, dort größere Sportereignisse wie beispielsweise die Commonwealth Spiele, die Südostasien-Spiele (SEA Games) und die Asienspiele stattfinden zu lassen. Für den staatlichen Einkauf nutzen Regierungsstellen heute elektronische Ausschreibungen und Quotierungen. Das Government Electronic Business (GeBIZ) ist ein integriertes Online Business Center bei dem GeBIZ Trading Partners (GTPs) Transaktionen mit dem gesamten öffentlichen Sektor elektronisch durchführen können. Mit GeBIZ finden Handelspartner Geschäftsmöglichkeiten, die von allen Regierungsstellen angeboten werden. Firmen, die sich an staatlichen Projekten beteiligen möchten, müssen als GTPs angemeldet sein, um ihre Angebote über die Webseite unterbreiten zu können und registrieren sich unter www.gebiz.gov.sg. Anzumerken ist, dass eine Registrierung als GeBIZ- Handelspartner keiner Lizenz entspricht, um in Singapur geschäftstätig zu sein. Weiterhin gibt es das von der Building & Construction Authority verwaltete ?Contractors Registry?, welches dem Beschaffungsprogramm der Regierungsämter, Körperschaften und anderen Staatsorganisationen dient. Das Verzeichnis ist ausschließlich für den staatlichen Einkauf eingerichtet. Auftragnehmer, die sich beim Contractors Registry anmelden möchten, müssen einige Kriterien erfüllen: Dazu gehören unter anderem ausreichende Resourcen, Erfahrung und technisches Verständnis um dem jeweiligen Vertrag gerecht werden zu können. Die anstehenden Großprojekte haben bereits im Jahr 2007 zu einer signifikanten Erholung des Bausektors in Singapur geführt. Es wird erwartet, dass dieser erfreuliche Trend noch einige Jahre anhält.