
Japans Produktion und Importe von Analyseinstrumenten sind im Jahr 2006 deutlich gestiegen. In Zukunftsfeldern wie der Bio- und der Nanotechnologie sowie den Materialwissenschaften werden Forschung und Entwicklung kräftig ausgebaut. Zudem nehmen die Anforderungen an Kontrolle und Qualitätssicherung in praktisch allen Branchen und Lebensbereichen zu. Daher weiten die Hersteller ihr Angebot an neuesten Analyse- und Messinstrumenten aus.
Im Land der aufgehenden Sonne gehen die Chiphersteller auf immer kleinere Nanostrukturen herunter, in der biotechnologischen Forschung und in klinischen Tests werden hohe Analyseleistungen erwartet, in einer Vielzahl von Branchen werden neue Produkte entwickelt und bestehende Erzeugnisse kontrolliert. Daher ist die Nachfrage nach Analysetechnologie hoch und wird es auch kurz- und mittelfristig bleiben.Japans Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen investieren weiter in Forschung und Entwicklung. Im Fiskaljahr 2007 (1.4.2007 - 31.3.08) wollen die Firmen ihre Ausgaben wieder deutlich erhöhen. Eine Reihe von Unternehmen hat angekündigt, ihre Aktivitäten in dieser Richtung zu stärken, neue F+E - Zentren einzurichten und Kooperationen mit Universitäten und Forschungsinstituten zu suchen.Da von der Zulieferung neuer Werkstoffe und Substanzen die Entwicklungs- und Produktionsfortschritte vieler Erzeugnisse abhängen, steht unter anderem der Materialbereich im Fokus. Viele derer Aktivitäten haben mit Entwicklungen von Halbleitern und Komponenten wie auch mit Displaytechnologie und Kfz-Anwendungen zu tun. Hier werden immer feinere Analysetechniken benötigt.Auch die Mobilkommunikation ist ein wichtiger Geschäftsbereich. In Japan ist die Forschung und Entwicklung für Handys der Generationen 3,5 und 3,9 sowie 4 bereits voll im Gange.Gleichzeitig treibt der größte Telekommunikationsnetzbetreiber NTT die Entwicklung eines Next Generation Network (NGN) mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 40 Gigabyte voran. Daher baut der japanische Anbieter von Messinstrumenten, Anritsu, seine Aktivitäten aus.Aufgrund der Nachfrage hat auch der deutsche Spezialist für elektronische Messgeräte, Rohde & Schwarz, Mitte diesen Jahres angekündigt, in Japan weiter zu expandieren und plant bis 2009 seinen Marktanteil von derzeit etwa 10 Prozent auf 20 Prozent verdoppeln. Die in München ansässige Firma sieht verbesserte Marktchancen dank der zunehmenden Entwicklung und Produktion von modernen Mobiltelefonen, Unterhaltungselektronik, Digitalrundfunk und Funketiketten japanischer Unternehmen.Ein vom Branchenverband "Japan Analytical Instruments Manufacturers Association" (JAIMA) in ihren Statistiken neu aufgenommener Bereich ist die Nahrungsmittelanalyse. Seit die Zahl der zu untersuchenden Agrochemikalien im Mai 2006 auf 799 Substanzen erhöht wurde, und die Zahl Nahrungsmittelstichproben zugenommen hat, sind spezialisierte Messinstrumente verstärkt gefragt.Sowohl importierte als auch in Japan produzierte Agrarerzeugnisse und Tiernahrung müssen getestet werden. Angetrieben wird die Nachfrage nach Analyseinstrumenten in den nächsten Jahren auch durch die neue REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals)-Verordnung der Europäischen Union, die am 1. Juni 2007 in Kraft trat. Diese verlangt von jedem Importeur oder Hersteller von mehr als einer Tonne chemischer Substanz pro Jahr, die Inhaltsstoffe zu evaluieren, deren Risiken darzulegen und in einer zentralen Datenbank zu registrieren.In dieser Richtung hat beispielsweise ein japanisches Start-Up-Unternehmen, die Firma X-ray Technologies, ein Gerät entwickelt, das mit hoher Geschwindigkeit fünf Elemente entdecken kann, die in elektrischen und elektronischen Produkten in der Europäischen Union gemäß der RoHS (Restriction of Hazardous Substances)-Direktive nicht mehr erlaubt sind. Während die Elemente - Blei, Quecksilber, Cadmium, Chrom und Brom - normalerweise eins nach dem anderen untersucht werden, soll das neue Analyseinstrument dies simultan und damit viel schneller tun können.Der Einsatz von Analysegeräten für klinische Tests und Biotechnologie ist ein stark wachsendes Segment. Die Kunden erwarten genaue und preisgünstige Produkte. So hat das Unternehmen Yokogawa Electric, einer der führenden japanischen Hersteller von Analyse- und Messinstrumenten, Mitte Juni 2007 ein vollautomatisches Genanalysegerät auf den Markt gebracht. Damit sollen Kliniken ausgestattet werden, um Gentests schnell selbst durchführen zu können, ohne lange auf Ergebnisse zu warten, die von auswärtigen Labors kommen. In den nächsten zehn Jahren rechnet das Unternehmen damit, dass dieser Markt eine Größenordnung von 150 Milliarden Yen (etwa 950 Mio. Euro) erreichen könnte.