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Asien Kurier 4/2007 vom 1. Oktober 2007
Malaysia

Verhaltener Start in Port Klang

Von Thomas Hundt (gtai)

Mit Schwierigkeiten startete eine neue Freihandelszone an der malaysischen Ostküste. Die aufgelaufenen Projektkosten liegen wesentlich höher als erwartet. Bei Investoren fanden zudem die erschlossenen Industrieflächen auf dem Gelände bisher wenig Anklang. Dabei bietet die Port Klang Free Trade Zone (PKFZ) Herstellern von Exportwaren einen direkten Zugang zum größten Hafen von Malaysia, Steuervorteile und andere Vergünstigungen.

Das Betreiberkonzept für Freihandelszonen, das die Jebel Ali Free Trade Zone (Jafza) aus Dubai entwickelt hatte, sollte auch in Malaysia wiederholt werden. Die Idee für eine derartige Freihandelszone in Port Klang entstand 1999. Jafza war an den Planungen beteiligt und sollte als erfahrener Partner dem Projekt Glaubwürdigkeit geben. Die Firma half beim Aufbau der PKFZ und erhielt 2004 einen Managementauftrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Im Juli 2007 kündigte Jafza den Auftrag. Offiziell wurden strategische Gründe für den Rückzug angegeben. Presseberichten zufolge hatte Jafza seit längerem zuständige Stellen auf Missmanagement und überhöhte Kosten hingewiesen. Die PKFZ gehört der Hafenbehörde von Klang (Port Klang Authority).

Der ursprüngliche Kostenvoranschlag der Hafenverwaltung für das Projekt belief sich auf 1,1 Milliarde Ringgit (rund 227 Mio. Euro). Das Finanzministerium bewilligte 2007 den Betreibern allerdings einen Überbrückungskredit von 4,6 Milliarde Ringgit, um den Kauf des Geländes von einer Zwischengesellschaft, die Bau- und die Kapitalkosten zu decken. Eine Kommission wurde daraufhin eingesetzt, die das teure Projekt und die finanziellen Hintergründe der bisher abgeschlossenen Geschäfte untersucht.

In die malaysische Freihandelszone ist ein Industriepark integriert, der sich direkt an den Containerhafen Westport im Hafengelände von Klang anschließt. Mehrere Autobahnen verbinden Port Klang mit dem 70 Kilometer entfernten Kuala Lumpur. Dessen internationaler Flughafen wird nach 60 Kilometern erreicht.

Die PKFZ öffnete im November 2006 ihre Tore. Und seitdem wirbt sie um in- und ausländische Kunden, indem sie Zollfreiheit, Steuervergünstigungen, direkten Anschluss an den Containerterminal und eine bezugsfertige Infrastruktur anbietet. Ausländische Investoren benötigen in der Zone zudem keinen lokalen Partner und dürfen Gewinne vollständig einbehalten.

Das Gelände umfasst erschlossene Industrieflächen von insgesamt 260 Hekter, auf denen Firmen aus den Bereichen Schwerindustrie, Kfz, Logistik und Technologie ihre Fabriken errichten sollen. Das Geschäftsmodell sieht keinen Kauf der Areale, sondern langfristige Mietverträge vor. Die Leasingraten für die Grundstücke betragen pro Jahr etwa 4 Euro je m2 (19,38 Ringgit je m2). Außerdem bietet die PKFZ 512 bezugsfertige Lagerhäuser von jeweils 510 m2 Größe an. Deren jährliche Miete beläuft sich auf etwa 40 Euro je m2. Weiterhin stehen vier bezugsfertige Bürogebäude für Logistikfirmen zur Verfügung. Zum Komplex der Freihandelszone gehören noch ein Büro der Zollbehörde, ein Hotel und ein Ausstellungszentrum.

Bis Anfang September 2007 waren indes lediglich zwölf Prozent der Industrieflächen und nur wenige der 512 Lagerhäuser belegt. Die größte Investition hat der Konzern Aker Kvaerner aus Norwegen getätigt. Das Werk zur Herstellung von Ausrüstungen für die Öl- und Gasindustrie belegt 27,9 Hektar an Fläche. Das Management der PKFZ hofft, dass im Zeitraum von fünf bis acht Jahren 80 Prozent der Kapazitäten vermietet sein werden.

Malaysias wirtschaftliche Entwicklung ist mit der Errichtung von Freihandelszonen verbunden. In den 70er Jahren schuf die Regierung die erste Zone auf der Insel Penang. Weitere in den Regionen Kuala Lumpur, Penang und Melaka folgten. Weil die Regierung den Schwerpunkt auf die Verarbeitung von Waren und weniger auf deren Handel legt, wurden sie in Free Industrial Zones (FIZ, Industriefreizonen) umbenannt. Inzwischen gibt es landesweit 15 FIZ. Betriebe außerhalb von Industriefreizonen können ebenso den Status eines Zollausschlussgebietes erlangen. Eine entsprechende Lizenz als sogenanntes "Licensed Manufacturing Warehouse" (LMW) erhalten diese dann, wenn sie mehr als 80 Prozent ihrer Produktion ausführen und Rohmaterialien sowie Zulieferteile überwiegend importieren.

Wegen der zollfreien Einfuhr der Vorprodukte, der Befreiung von Unternehmenssteuern und anderen Vergünstigungen stoßen die Modelle der FIZ und LMW bei ausländischen Investoren auf großes Interesse. Die Zollbehörden verlangen von einem LMW allerdings Nachweise über die Verwendung der Vormaterialien und den anschließenden Verkauf der Fertigwaren ins Ausland. Dieser administrative Aufwand entfällt in der Port Klang-Freihandelszone für Waren, die das Zollfreigebiet nicht verlassen.

Auch der zollfreie Zugang zum Containerhafen Westport stellt einen immensen Vorteil für die Investoren der PKFZ dar. Westport entstand 1992 und verfügt über Anbindungen zu wichtigen internationalen Seehäfen. Die jährliche Kapazität liegt bei 6 Millionen TEU. Die Hafenverwaltung rechnet mit einem weiter steigenden Güteraufkommen und investiert von 2007 bis 2010 ungefähr 800 Millionen Ringgit in eine Verlängerung des Kais sowie in neue Transportanlagen. Westport, der Nord- und der Südport bilden zusammen den Hafen Klang. Dieser ist der größte Seehafen des südostasiatischen Landes und setzte 2006 insgesamt 6,3 Millionen. Container um (+14 Prozent gegenüber 2005). Damit belegte Port Klang Platz 16 unter den weltweit größten Containerhäfen. Für 2007 erwartet die Verwaltung einen Umschlag von etwa 7 Millionen TEU. (bfai, Köln)

Port Klang Free Zone Sdn Bhd

P.O. Box 261, Jalan Pelabuhan

42009 Port Klang, Selangor / Malaysia

Tel.: 60 3 3101 5568

Fax: 60 3 3101 40 96

Email: info@pkfz.com

Web: www.pkfz.com





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