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Die mit der Aufnahme Vietnams in die WTO erforderliche stärkere Marktöffnung gibt ausländischen Investoren die Möglichkeit künftig auch in sensiblen Wirtschaftsbereichen, wie der Telekommunikation, aktiver tätig zu werden.
Bisher konnten ausländische Firmen in dem weitgehend verschlossenen Telekom-Sektor nur über den Abschluss von sogenannten Business Cooperation Contracts mit vietnamesischen Unternehmen eindringen, die Vereinbarungen eröffneten ihnen jedoch keine eigene Betätigung. Nun sind auch andere Beteiligungsformen möglich. Vorerst dürfen ausländische Interessenten bis zu 49 Prozent der Aktien eines durch den Börsengang teilprivatisierten vietnamesischen Telefondienstanbieters erwerben. Ab Ende 2008 wird auch die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen mit lokalen Partnern und nach 2010 sogar von vollständig auslandsinvestierten Unternehmen möglich sein. Im Blickfeld ausländischer Investoren befinden sich derzeit vor allem die drei größten Mobilfunkbetreiber: MobiFone, VinaFone und Viettel Mobile. MobiFones IPO ist für Ende 2007 vorgesehen. Großes Interesse an einer Kapitalbeteiligung an diesen Firmen zeigen laut Aussagen des Direktors des Post Information Center, Bui Quoc Viet, die France Telecom, Telenor (Norwegen), NTT-DoCoMo (Japan), Vodafone (Großbritannien), Lucent (Frankreich) sowie einige US-amerikanische Telekomfirmen. Um auf dem vielversprechenden Markt präsent zu sein, eröffneten einige von ihnen bereits Repräsentanzen in den beiden Metropolen Ho-Chi-Minh City und Hanoi. Vietnams Telekom-Markt gehört gegenwärtig zu den am schnellsten wachsenden in Asien. Insbesondere die Zahl der Mobilfunk- und Internetnutzer nimmt drastisch zu. So verzeichnete das südostasiatische Land 2006 einen kräftigen Aufschwung bei neuen Telefonanschlüssen. Insgesamt konnten 11,6 Millionen Abonnenten gewonnen werden, was einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 113 Prozent entsprach. Die Gesamtzahl der Telefonanschlüsse belief sich Ende 2006 auf 27,4 Millionen. Das Post- und Telefonministerium rechnet 2007 mit einer Steigerung der Telefondichte auf 37 bis 38 Anschlüsse je 100 Personen. Im nächsten Jahr könnten es bereits 42 Anschlüsse je 100 Personen sein. Am stärksten steigt derzeit die Zahl der Mobilfunkkunden. Die Marktforschungsfirma RJB Consultants rechnete im Juli 2007 mit insgesamt rund 11 Millionen mobilen Anschlüssen (Prognose 2008: 18 bis 20 Mio; 2020: 25 Mio.). Eine ähnlich rasante Entwicklung ist bei Internetnutzern zu beobachten. Neuesten Angaben zufolge setzten Mitte 2007 circa 20 Prozent der Bevölkerung das Internet ein. Damit liegt das Land in Asien hinter der VR China, Indien, Japan, Korea und Indonesien auf Rang sechs. Bis 2008 sollen 25 Prozent der vietnamesischen Bevölkerung das Internet nutzen.