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Wer die ?Häuslebauer? und ?Bierbrauer? besser kennt, weiss, dass sie zwar bodenständig denken, aber noch nie Angst vor neuen Märkten und Ländern hatten.
Chinesen produzierten schon Audi-Lizenzmodelle als Regierungsfahrzeuge, als deren Bürger erst lernten, dass Mercedes und BMW nicht Nobelmarken der Weltmacht USA sind, sondern aus dem Süden des kleinen Deutschlands kommen. Die großen Konzerne, einschließlich der international operierenden Geschäftsbanken, sind inzwischen in den aufstrebenden Ländern Asiens überall vertreten. Doch was Deutschland auszeichnet und von den meisten westlichen Industriestaaten unterscheidet, ist sein Mittelstand. Manches selbst in Deutschland nur unter Fachleuten bekanntes Unternehmen operiert inzwischen weltweit, dank technisch überragender Produkte und hoher Zuverlässigkeit bei der Logistik. Trotzdem sprechen wir nur von ein paar hundert Unternehmen, die unabhängig von ihrer Größe zu den Weltmarktführern gehören. Doch viele Tausend in Deutschland gut etablierter Klein- und Mittelunternehmer überlegen sehr reiflich, ob sich der Sprung auf einen anderen Kontinent lohnt, wenn auch die dortigen Möglichkeiten verlockend aussehen. Denn manchmal stellen sich niedrige Lohnkosten und verlockende Steuergeschenke schon bald als Fliegenfalle für begeisterungsfähige ausländische Investoren heraus ? was helfen subventionierte Stromkosten zu zwei Eurocents die Kilowattstunde, wenn es täglich nur vier Stunden Strom vom Werk gibt und der Rest teuer mit dem eigenen Generator produziert werden muss ? falls es Dieselöl gibt. Seit den frühen Neunziger Jahren haben daher zwei gewichtige Kreditinstitute, die diese Herausforderungen für ihre mittelständischen Kunden täglich miterleben, sogenannte ?German Centres? an den ?Hot Spots? der Globalisierung errichtet. Die Landesbanken von Baden-Württemberg und Bayern, noch vor Jahrzehnten als staatsnah und verwaltungsorientiert eingestuft, gehören jetzt zu den Vorreitern bei Kundennähe und praxisorientierter Betreuung in Schwellenländern. Nun sind die Würfel für ein neues German Centre in Indien, nahe der Hauptstadt Delhi, gefallen, wie Gabriele Greiner, eine der Direktoren der ?German Centre for Industry and Trade India Holding GmbH? berichtet. Nach der im kommenden Jahr geplanten Eröffnung wird dann auch in Indien ein maßgeschneidertes Angebot, wie bisher schon in Yokohama, Singapur, Jakarta, Mexiko-City, Shanghai und Beijing, zur Verfügung stehen. Über das Angebot der deutschen Auslandshandelskammern hinaus bieten die German Centres praxisnahe Dienstleistungen an, die vor allem für Neuankömmlinge attraktiv sind: gut gelegene Büroräume und als ?Ausstattung? neben der notwendigen Infrastruktur vor allem Informationen und Kontakte zu den Netzwerken der Geschäftswelt und Behörden, ohne die nichts läuft. Für Gabriele Greiner steht vor allem Flexibilität im Vordergrund ? was man von Banken bisher nicht immer gewohnt war. Hat ein neuer Investor sich bei der Bemessung der Geschäftsräume verschätzt, oder möchte er schon vor Vertragsende umziehen, will man dies kundennah und praxisorientiert angehen. Ähnliches gilt für Beratungsleistungen: das deutsche Management des German Centres stellt Kontakte zu entsprechenden Experten oder auch Rechtsanwälten her. Vor allem soll ? entsprechend der Realität in Indien - bei der Bewältigung von Alltagsproblemen und den vielen kleinen Fragen vor Ort geholfen werden. Denn ein bisher erfolgreicher Unternehmen aus Tübingen meint vielleicht, in der ?größten Demokratie? der Erde gehe es zivilisierter oder weniger bürokratisch zu, als in der "Diktatur" Singapur ? Fehlanzeige. Und wer meint, in Indien würde Englisch gesprochen, oder überall funktioniert das Internet, wird schnell eines besseren belehrt. Doch genau hier sehen die German Centres der süddeutschen Banken ihre Aufgabe. Lehrgeld muss immer gezahlt werden, aber Banker sind sicher die besten Berater, wenn es um die Minimierung der ?Strafzinsen? geht. Vielleicht ist es ein Zufall, vielleicht aber auch der Ausdruck eines flexiblen Engagements in den neuen Märkten, dass im Management vom German Center Indien, wie auch im kürzlich vorgestellten ?China Compentence Center? der Handelskammern Frankfurt/Darmstadt (Asien Kurier vom 1. Aug. 2007) Frauen in den entscheidenen Positionen sitzen.. Doch wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass auch im internationalen Finanz- und Beratungssektor der männliche Jurist im Nadelstreifenanzug nicht mehr der alles beherrschende Standard ist. German Centre Delhi Bayerische Landesbank, München Frau Gudrun Hackler Tel.: 49 89 2171 27175 Email: Gudrun.Hackler@bayernlb.de Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart Frau Heike Hechtel Tel.: 49 711 127 42555 Email: Heike.Hechtel@LBBW.de Web: www.germancentre.com