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Chek Lap Kok, einer der größten Flughäfen der Welt, hat seine dominierende Stellung im Süden Chinas 2006 und 2007 weiter gefestigt. In der Luftfrachtsparte steht Hongkongs Airport unangefochten auf Platz eins. Beim Passagieraufkommen beginnen die benachbarten Airports langsam den 1998 auf einer künstlichen Insel errichteten Flughafen zu überholen. Trotz kräftiger Wachstumsraten dürften sie sich mittelfristig kaum international etablieren. Die Fluggesellschaften der Sonderverwaltungsregion investieren derweil massiv in den Ausbau ihrer Flotten.
Der Flugverkehr im Süden Chinas nimmt weiter rasant zu. So haben die in der Sonderverwaltungsregion beheimateten Airlines ihre Flotte kräftig ausgebaut und zahlreiche neue Strecken in Betrieb genommen. Ein Ende ihrer Expansionsstrategie, die schwerpunktmäßig auf das "Reich der Mitte" zielt, kündigt sich noch lange nicht an. Das Hongkonger Civil Aviation Department registrierte 2006 rund 280.000 Starts und Landungen, ein Plus von über 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt schlug der Flughafen 3,6 Millionen Tonnen (+5%) Fracht um und hatte ein Passagieraufkommen von über 44 Millionen (+9%). Damit ist er einer der bedeutendsten Airports der Welt. Für das laufende Jahr zeichnet sich eine Zunahme des Passagieraufkommens von rund 4 bis 6 Prozent ab. Eine etwas geringere Steigerungsrate wird für die Frachtsparte erwartet. Die benachbarten Flughäfen "Guangzhou Baiyun Interntional" und "Shenzhen Baoan International" wollen langfristig mit dem Airport der ehemaligen britischen Kronkolonie gleichziehen. Die dort registrierten Abfertigungszahlen im Personenverkehr sind zwischen 2004 und 2006 um jeweils fast 30 Prozent gestiegen. Für 2007 erwarten die Airports ein Passagieraufkommen von rund 30 Millionen beziehungsweise 20 Millionen. Allerdings handelt es sich bei über 90 Prozent der Starts und Landungen im Passagierverkehr um nationale Flüge. Bis jetzt bietet Guangzhou nur eine Handvoll interkontinentaler Strecken an. Von Shenzhen aus kann man maximal Ziele innerhalb Asiens ansteuern. Die beiden Airports haben daher mittelfristig gesehen lediglich eine Chance, sich als Drehkreuze im innerchinesischen Flugverkehr zu etablieren. Was die Luftfracht betrifft, besitzt im Vergleich zu Hongkong allenfalls Guangzhou eine gewisse Bedeutung. Letztes Jahr wurden auf dem Airport der Provinzhauptstadt rund 820.000 Tonnen Fracht umgeschlagen, eine Steigerung von gerade einmal 5 Prozent im Vergleich zu 2005. Für 2007 zeichnet sich eine noch geringere Steigerungsrate ab. Damit haben sich die hochfliegenden Pläne, Hongkong im Luftfrachtbereich Konkurrenz zu machen, nicht erfüllt. Auch in Macau geht es nicht recht voran. Die "Spielhölle Asiens" will sich als eine wichtige Drehscheibe im asiatischen Billigflugverkehr etablieren. Die Gesellschaft Viva Macau kündigte 2005 sogar an, Ziele in Europa und Nordamerika anzusteuern. Bislang hat allerdings noch keine einzige Maschine in Richtung Westen abgehoben. Die Passagierzahlen am Airport dümpeln bei rund 5 Millionen. Ganz anders hat sich derweil der Flughafen in Hongkong positioniert. So wurde im Frühjahr ein komplett neuer Terminal in Betrieb genommen (Baukosten: 200 Mio US$). Bis zum Jahresende sollen dort lediglich vier Fluggesellschaften operieren. Dennoch stellt er einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung dar, ist doch der Airport mit seinen zwei Landebahnen auf eine maximale Kapazität von 86 Millionen Passagieren ausgelegt. Hongkongs Fluggesellschaften erwarten im Chinageschäft die mit weitem Abstand größten Wachstumschancen. Sie integrieren jedes Jahr zahlreiche neue Strecken ins "Reich der Mitte" in ihr Netz. Neben dem Branchenriesen Cathay Pacific, der mehrheitlich auch den Carrier Dragon Air besitzt, expandieren vor allem die kleinen Nischenanbieter. Hongkong Airlines stellt ein Paradebeispiel dar. Bis vor einigen Jahren war die Gesellschaft nur Eingeweihten bekannt und bot vor allem Charterflüge mit Businessjets an. Nun will sie ganz groß ins Geschäft einsteigen. Insgesamt 51 Airbusse 320 und 330 hat sie 2007 bestellt. Der Budgetcarrier Oasis Airlines hat sich derweil erfolgreich mit Billigflügen nach London und Vancouver etabliert. Schon für unter 350 Euro können Touristen in die britische Hauptstadt fliegen. Geschäftsleute können im Vergleich zu den etablierten Airlines zu rund der Hälfte des Preises einen Sitz in der Businessclass buchen. Weitere Verbindungen nach Berlin, Köln und Mailand werden schon seit Jahren angestrebt. Jedoch hat die Gesellschaft nach eigenen Angaben angesichts der Lieferverzögerungen für den A 380 Probleme, gebrauchte Großraumflugzeuge zu kaufen. Die erst 2004 gegründete Firma Hongkong Express setzt auf ein langsameres, organisches Wachstum. Sie hat sich vor allem auf die Bedienung des chinesischen und südostasiatischen Marktes mit mittelgroßen Maschinen spezialisiert. Dabei steuert sie auf dem Festland vornehmlich die sogenannten Second Tier Cities wie Chongqing, Hangzhou, Guiyang oder Ningbo an. Verbindungen zu Metropolen wie Beijing oder Shanghai bietet sie nicht an.