
?Selbsthilfe ist angesagt, da Proton weder schlafen noch auf den Weißen Ritter warten kann?, argumentiert Syed Zainal Abidin Syed Mohamed Tahir, Geschäftsführer der Proton Holding Bhd., ?daher sind jetzt Mega-Wachstumsmärkte, vor allem China und Indien, der Fokus unserer Absatzsteigerung.?
Nichtsdestoweniger schließt der 45-jährige Proton Chef eine strategische Partnerschaft mit der Volkswagen AG nicht aus, obwohl die Verhandlungen seit über drei Jahren im Gange sind. Offenbar haben sich die Verhandlungspartner inzwischen endlich auf eine grundsätzliche Zusammenarbeit geeinigt, so dass die Entscheidung darüber nach den Worten Zainals jetzt ?bei Malaysias Regierung? liegt. Schließlich ist die staatliche Finanzholding Khazanah Nasional Bhd. auch der Mehrheitsaktionär des Nationalautobauers.Parallel zur Wahl eines strategischen Partners zur Straffung von Protons globaler Wettbewerbsfähigkeit treibt Zainal seit 2005 auch eine rigorose Betriebsreorganisation voran, die nun die Attraktivität des Nationalautobauers in Zukunftsmärkten merklich stärkt. ?Hohe Qualitätsstandards sind zur Konkurrenzfähigkeit im Weltmarkt ebenso imperativ wie zeitgenössisch-attraktive Automodelle?, fährt er fort, der seit Juni letzten Jahres Protons überalterte Angebotspalette nach der Devise modernes Design, große Sicherheit, bestmöglichste Geräumigkeit,, hohe Qualität und effiziente Leistung radikal erneuert.?Wirtschaftlichkeit durch Massenproduktion ist unser Ziel?, fährt der 45-jährige fort, ?daher ist der Wira Nachfolger, der 1,6-Liter Persona Kompaktwagen, unser Schlüsselmodell zum Absatzwachstum.? Preislich wie technologisch ist der schicke viertürige Persona auf Augenhöhe mit der Konkurrenz: Perodua Mivvy, Honda City und Toyota Vios. Ab November wird Proton zudem seinen Campro Benzinmotor zur Verbesserung des Drehmomentes im unteren Bereich mit dem neu entwickelten Nockenform- und variablem Ansaugsystem ausrüsten. ?Beim Persona passt alles vom Produkt über die Terminierung bis zum Preis?, strahlt Zainal, ?so dass der Persona als erstes Proton Modell auch bei ethnischen Chinesen ein Renner ist.? Mit diesem Massenmarktmodell will Proton ebenso den kontinuierlichen Einbruch seines Anteils an Malaysias Automarkt auf 29,7 Prozent im Jahr 2006 in Wachstum umpolen, wie seine letztjährigen Exporte von 20.588 Autos in drei bis vier Jahre verfünffachen.?Nach der Erneuerung der Angebotspalette ist der Aufbau eines guten Markennamens im In- und Ausland unsere Priorität?, umreißt der Proton Chef seine Strategie, ?damit wir durch Exportsteigerung die Produktionskosten weiter drücken und die Margen verbessern können.? Sein bester Exportmarkt ist derzeit Iran, wo Proton in laufenden Finanzjahr per 31. März 16.000 bis 17.000 Autos absetzen will. ?Trotz der ungewissen politisch-wirtschaftlichen Lage werden wir den Iran kurzfristig in unser regionales PKW-Produktionszentrum für den Mittleren Osten transformieren?, verrät Zainal, ?das Potential dieses Marktes ist immens.?Dieses Jahr geht es rund bei Proton, da das Auslandsgeschäft noch nie besser lief als jetzt. Besonders stolz ist Zainal auf seinen Deal mit dem chinesischen Nutzfahrzeugbauer Youngman Automobile Group Mitte Juli, der die Exporte substantiell ankurbeln wird: Ab November wird Proton in den nächsten 20 Monaten Youngman in der südostchinesischen Küstenstadt Zhejiang 30.000 GEN2-Kompaktwagen und Ersatzteile liefern, der die sportliche 1,6-Liter Heckscheibenlimousine als Europestar im Inlandmarkt knapp unter dem Preis von vergleichbaren koreanischen Modellen absetzen wird. Zugleich wird Protons Tochtergesellschaft Lotus Engineering Youngman bei der Entwicklung einer PKW-Modellfamilie basierend auf dem GEN2 tatkräftig unterstützen. ?Mitsubishi war Protons Geburtshelfer?, lacht Zainal, ?nun tun wir das gleiche für Youngman.?Zugleich baut Proton seine Präsenz in Südostasien aus: In den letzten zwölf Monaten wurden im vielversprechenden indonesischen Markt fünf PKW-Modelle eingeführt. Jetzt steht der Markteintritt in Thailand an: Ende November werden im Königreich vorerst drei der neuesten Proton Modelle eingeführt werden, was gewiss den Konkurrenzkampf weiter verschärfen wird. Außer Proton werden in Thailand gleichzeitig der Chery QQ Minicar und der jüngste Tata Pickup debütieren, während Hyundai nach fast neunjähriger Abwesenheit mit drei Modellen in den Markt zurückkehren wird,?Nach den diesjährigen erfolgreichen Marktdebüts in Südostasien und China sind wir nun ganz auf Asiens zweiten Megamarkt Indien fokussiert?, erläutert der Geschäftsführer, ?wo die laufenden Verhandlungen mit verschiedenen potentiellen indischen Partnern über ein CKD-Montagewerk (completly knocked down) nächstes Jahr abgeschlossen sein sollten.? Für Proton ist Indien von genauso großer Bedeutung wie China, um den Sprung vom farblosen Mitsubishi Nachbauer zum ernst zu nehmenden, attraktiven globalen Autobauer zu schaffen. ?Export sollen allen Beteiligten Vorteile bringen?, fasst Zainal zusammen, ?daher werden wir gestützt auf Südostasiens bilateralen Freihandelsabkommen mit China und Indien unsere Autos von Malaysia in die beiden Mega-Zukunftsmärkte verschiffen, von denen wir vermehrt Autobestandteile und Komponente importieren werden.?Trotz dieser ambitiösen Pläne ist er sich sehr wohl der Grenzen von Protons Expansion in den Überseemärkte bewusst: ?Erst müssen wir jetzt Fuß in den Schwellenländern fassen, bevor wir in der zweiten Expansionsphase Europa und Nordamerika ernsthaft ins Visier nehmen können.?