NEU !  Asien Kurier-Vollausgabe
ab 2012 nur noch für Abonnenten
StartseiteArchivBücherProdukt-PiraterieAnzeigen / Ads
Abo, Kontakt Asiatische Webseiten Industriereports Dokumente Über uns
Asien Kurier 2/2008 vom 1. Februar 2008
Asien

Hyundai: Expansiv in Asien

Gespräch mit Robert Ill Sung Seo, Präsident von Hyundai Motors, über den Schlüsselmarkt Thailand.

Von Urs Müller

?Nach Malaysia ist jetzt Südostasiens größter Kfz-Markt Thailand unsere Toppriorität?, bestätigt Robert Ill Sung Seo, Präsident von Hyundai Motors in Kuala Lumpur, dem Regionalsitz Asien (ohne China, Indien und Südkorea), ?wo wir mit konsequenter Verbreiterung der Modellpalette, wegweisenden Technologien und strikter Kosteneffizienz eine substantielle Marktpräsenz anstreben.?

Mit einem jährlichen Absatz von über 30.000 Motorfahrzeugen ist Südkoreas Primus in Malaysia mit seinen beiden Marken Hyundai und Kia seit vielen Jahren breit aufgestellt, doch in den Philippinen und Indonesien ist der finanzstarke Autokonzern regional noch in der Aufbauphase.

?Etwa 90 Prozent des thailändischen Kfz-Marktes ist heute in japanischer Hand?, fährt Seo fort, ?doch mit spitz kalkulierten Preisen und unserer Montage- und Vertriebserfahrung in Malaysia sollten wir bald wieder eine substantielle Präsenz in Thailand haben.? Einfach ist dieser Wiedereinstieg in Südostasiens dynamischen Schlüsselmarkt Thailand nach einem Jahrzehnt Abwesenheit kaum, da vor allem der Markennamen aufgebaut werde muss. Allerdings tut das Hyundai nicht selber. Vielmehr stützen sich die Koreaner dabei auf ihren langjährigen Partner in Lateinamerika "Sojitz Corporation", Japans sechstgrößtes Handelskonglomerat mit einem globalen Umsatz 2006 von rund 43 Milliarden US-Dollar, die vor einem Jahr Hyundai Motor Thailand gründeten. Anfangs Oktober wurde wohl der erste Hyundai Showroom in Bangkok eröffnet, doch die große Publikumspremiere der Koreaner war Ende November an der alljährlichen Thailand International Motor Expo 2007 in der Impact Arena von Muang Thong Thani in Nordwesten von Bangkok.

?Unser unermüdliches Vorantreiben von Forschung und Entwicklung ist gewiss unser größtes Plus im Weltmarkt?, meint Seo, ?was die Weltpremiere unserer 'Genesis'-Luxuslimousine Anfang Januar in Seoul bestätigt.? Aus diesem Grund will Hyundai in Thailand ein Synonym für Spitzenqualität werden und lässt daher ihren 2,0- und 2,4-Liter Sonata Mittelklasswagen mit einem ASEAN-Anteil von über 40 Prozent von Thonburi Automotive Assembly Plant bauen, wo schon Mercedes-Benz und Tata produziert werden. Die beiden anderen Modelle, der robuste 2,2-Liter Santa Fe SUV (Sport Utility Vehicle) und das schnittige 2.0-Liter Coupe, werden bis auf weiteres aus Südkorea importiert. ?Wie in China und Indien wollen wir auch in Südostasien die Kfz-Produktion zur weiteren Straffung der Fertigungskosten zentralisieren?, verrät der Asienchef, ?mittelfristig erwägen wir daher, Kleinautos in Malaysia und Limousinen in Thailand zu bauen.?

Wie schnell Hyundai in Thailand an seine jüngsten Absatzerfolge in China, Indien und den USA anknüpfen kann, ist noch ungewiss. Nichtsdestoweniger streben die Koreaner eine starke Präsenz im lukrativen südostasiatischen Kfz-Markt an, wozu sie offenbar nicht nur Ausstattungsanpassungen an den regionalen Markt, sondern auch die Entwicklung von strategischen ASEAN-Pkw-Modellen erwägen. ?Schon seit einiger Zeit analysieren wir die vielschichtigen Präferenzen der Konsumenten in Südostasien?, erläutert Seo, ?da bei ASEAN-Modellen alles vom Design über die Technologie bis zur Qualität stimmen muss.?

In Bezug auf Technologie, Design und Qualität muss Südkoreas Primus heute den Vergleich mit japanischen Autobauern kaum noch scheuen, so dass Hyundai und Kia dieses Jahr ambitiös ihr gemeinsames weltweites Absatzziel auf erstmals 4,8 Millionen Motorfahrzeuge schraubten, ein Wachstumssprung von satten 21 Prozent. Auf diese ehrgeizige Zielsetzung reagierten allerdings viele Industrie-Experten skeptisch, so dass der Hyundai Aktienkurs an der Börse in Seoul Anfang Januar um mehr als vier Prozent abrutschte. Andererseits legen die Koreaner in den letzten Jahren ein atemberaubendes Wachstum vor: Hyundai und Kia zählen heute beispielsweise zu den am schnellsten wachsenden Marken in Europa. Während andere Hersteller über Überkapazitäten klagen, können die Koreaner kaum die rasch anziehende Nachfrage decken. Allein in China und Indien wird der Konzern daher seine jährliche Produktionskapazität dieses Jahr auf insgesamt 600.000 Fahrzeuge steigern.

?Wohl wird sich dieses Jahr das Wachstum des US-Marktes voraussichtlich verflachen?, analysiert Seo, ?doch das überproportionale Wachstum der phänomenalen Boommärkte China und Indien wird unseren weltweiten Absatz substantiell anschieben.? Große Hoffnungen setzen die Koreaner dabei auf andere asiatische Wachstumsmärkte wie Malaysia und Thailand. Auch sonst hat der Hyundai Konzern 2008 Großes vor: Gleich 57 Prozent mehr als im Vorjahr oder 11.000 Milliarden Won (etwa 8 Mrd. Euro; 1 Euro = 1.367 Won) werden dieses Jahr in den Ausbau der Produktion und zur Modernisierung des Primus investiert werden. ?Mindestens fünf neue Modelle werden wir in den nächsten elf Monaten auf den Weltmarkt bringen?, gibt Seo ein Stückchen der Marketingstrategie preis, ?diese attraktiven Debüts werden zweifellos vor allem den Absatz in den asiatischen Märkten tatkräftig schüren.?

Hyundai Motor

Die Hyundai Motor Company, ein südkoreanischer Automobilhersteller der Hyundai Kia Automotive Group, wurde 1967 von Chung Ju-yung gegründet.

Das erste Modell war ein Lizenzbau eines Ford Cortina, der englischen Variante des Ford Taunus. Bereits Anfang der 70er Jahre wurde mit der Entwicklung eigener Autos begonnen. So wurde auf dem 55. Turiner Autosalon der Hyundai Pony der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Taxi-Version des Pony wurde mit Erdgas betrieben. Daneben wurden leichte Lkw gefertigt, seit Mitte der 80er Jahre auch Schwerlastwagen und Busse. Mit dem Export des Pony nach Nord- und Mittelamerika im Jahre 1983 wurde die Modellpalette erweitert, neben dem Pony erschienen die Mittelklassewagen Stellar und Sonata, und die Luxuslimousine Grandeur. Während die Technik anfangs auf Mitsubishi-Modellen aufbaute, entwickelt Hyundai Motors seit den 90er Jahren seine Autos komplett selbst.

Im Jahre 1998 wurde der ebenfalls südkoreanische Autohersteller Kia Motors von Hyundai übernommen. Eine Zusammenarbeit mit Daimler-Chrysler dauerte von 2001 bis 2004. Mittlerweile ist die vom Kleinwagen bis zur Luxuslimousine reichenden Produktpalette nicht mehr nur auf Personenwagen beschränkt, sondern umfasst auch Lkw und Busse. Hyundai Motors zählt heute zu den weltweit sieben größten Autoherstellern.

Im Oktober 2005 wurde zusammen mit den Automobilherstellern DaimlerChrysler und Mitsubishi das Joint-Venture Global Engine Manufacturing Alliance (GEMA) gegründet, das Motoren für die beteiligten Firmen herstellt.

Chairman + CEO Chung Mong-Koo

Umsatz 27.384 Mrd. Won (19,8 Mrd. Euro)

Gewinn 2.315 Mrd. Won (1,7 Mrd. Won)

Mitarbeiter etwa 68.000





©  2007 bis 2012 Asien Kurier.
All rights are reserved  (Nutzungsrechte / Titelschutz)
Unsere Webseiten sind für den Firefox-Browser und eine Auflösung von 1280 x 1024 pixel optimiert.
Opera und Safari-Browser sind gerne gesehen; auf Microsoft / IE können wir verzichten.