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Asien Kurier 3/2008 vom 1. März 2008
Indonesien

Energie auf Tausend Inseln

Von Michael Sauermost (gtai)

Indonesien, das größte Mitglied der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN, will seine Energieversorgung diversifizieren. Bis 2025 strebt die Regierung an, wegen der rückläufigen Förderung das Öl zum Teil durch Kohle, Gas und alternative Energieträger zu ersetzen. Unter letzteren sollen Biokraftstoffe und Erdwärme eine herausragende Rolle spielen. Kurzfristig plant Jakarta zahlreiche Kraftwerksprojekte mit Kohle und Gas, um den wachsenden Strombedarf zu decken.

Die indonesische Regierung hat 2006 ein Programm zur Schaffung von 10.000 MW (6.900 MW in Java, 3.100 MW außerhalb Javas) zusätzlicher Kraftwerkskapazität bis 2009 aufgelegt. Neben der notwendigen Kapazitätserhöhung soll durch den Bau 35 neuer Kohle- und Gaskraftwerke (10 in Java, 25 außerhalb Javas) der Anteil des aus Öl produzierten Stroms stark vermindert werden. Das Finanzierungsvolumen des Programms beläuft sich auf 10 Milliarden US-Dollar. Nach einer Staatsgarantie durch das indonesische Finanzministerium wird das Programm mittlerweile insbesondere für Java gut umgesetzt.

Für acht Kraftwerksvorhaben in Java wurden mittlerweile Verträge unterzeichnet und für ein Projekt eine Absichtserklärung unterschrieben. Ein in Tanjung Jati, Central Java, geplantes 600-MW-Kohlekraftwerksvorhaben wurde aufgrund der Ergebnisse einer Machbarkeits-Studie nach Cilacap verlagert und bedarf der Neuausschreibung. Von den Projekten außerhalb Javas, die vom Umfang her eher klein sind und in der Größenordnung 15 bis 200 MW liegen, befinden sich Anfang 2008 fünf kurz vor der Vertragsunterzeichnung, fünf in der Ausschreibung, 15 bedürfen im wesentlichem aufgrund mangelnden Interesses der Neuausschreibung.

Indonesien ist Nettoenergieexporteur und von seinen Ressourcen her in der Lage, sich selbst zu versorgen. Seit 1962 Mitglied der OPEC, verfügt es über Ölvorkommen, deren nachgewiesene Kapazitäten bei jetziger Förderintensität in rund 20 Jahren erschöpft sein werden. Die Ölförderung ist weiterhin rückläufig. Indonesien ist seit 2004 Nettoölimporteur. Es besitzt ferner große Gasvorkommen mit einer Reichweite von gut 60 Jahren. Daneben gibt es umfangreiche Kohlevorkommen, deren Förderung hauptsächlich für den Export und die Befeuerung von Elektrizitätskraftwerken verwendet wird. Von den erneuerbaren Energiequellen spielen zur Zeit nur Wasserkraft und Geothermie eine - allerdings untergeordnete - Rolle in der kommerziellen Nutzung. Kernkraft, Wind und Sonne haben zur Zeit als Energieträger keine Bedeutung. Die Regierung verfolgt das Ziel, den Energieträger Öl weitgehend durch Kohle, Gas und alternative sowie erneuerbare Energien zu ersetzen, hat dabei aber noch einen langen Weg vor sich.

Der Energiesektor wird von staatlicher Seite gesteuert. Private Unternehmen können im Bereich der Kohleförderung und im Rahmen von privaten Betreibermodellen (Stromerzeugung) tätig werden. Im Öl- und Gassektor sind Privatfirmen über "production sharing agreements" tätig. Durch das Öl- und Gasgesetz von 2002 sind - mit Einschränkungen - grundsätzlich alle Bereiche von Forschung, Förderung, Verteilung und Verkauf von Öl und Gas im Rahmen von Joint Ventures für ausländische Direktinvestitionen geöffnet. Seit November 2005 ist es privaten Betreibern, auch aus dem Ausland, gestattet, neben der staatlichen Pertamina Tankstellen zu betreiben. Begleitet wird dies von Auflagen über die geografische Ausgestaltung eines privaten Tankstellennetzes. Tankstellen in vorteilhaften Ballungsräumen müssen mit wirtschaftlich unrentableren, besonders in ländlicher Lage, kombiniert werden. Die Abgabe subventionierter Kraftstoffe ist noch Pertamina vorbehalten.

Stromverteilung und -transport bleiben aufgrund eines Verfassungsgerichtsurteils weiterhin dem staatlichen Monopolisten PLN vorbehalten. Bei der Stromerzeugung sind neben PLN "unabhängige" Stromerzeuger tätig. Die Strompreise werden staatlich kontrolliert. Sie weisen eine Quersubventionierung zu Gunsten der ärmeren Bevölkerungsanteile auf. Immer wieder kommt es zu regionalen oder großräumigen Stromausfällen, insbesondere in abgelegenen, ländlichen Gebieten, aber auch in Metropolen. Ein großräumiges Stromverbundnetz existiert zur Zeit für die Hauptinsel Java und Bali, für das in den nächsten Jahren eine Integration mit den Sumatra- und Madura-Stromnetzen geplant ist.

Die Einnahmen aus dem Öl- und Gasbereich (ohne Steuern) betrugen 2006 etwa 25 Prozent des Staatshaushaltes oder 4,7 Prozent des BIP. Indonesien subventioniert weiterhin die Abgabe von (Basis-)-Treibstoffen an Verbraucher, nicht mehr an industrielle Großabnehmer. Der Haushaltsentwurf 2008 veranschlagt für Treibstoff-, Flüssiggas (LPG)-, Elektrizitäts- und Kochölsubventionen jeweils 45.800 Milliarden, 2.400 Milliarden, 28.500 Milliarden und 600 Milliarden Rupien Insgesamt sind dies 77.300 Milliarden Rupien (etwa 5,6 Mrd. Euro). Das entspricht 9,9 Prozent der Staatseinnahmen beziehungsweise 9 Prozent der Staatsausgaben. Diesem Ansatz liegt die Annahme eines Weltmarktpreises für Rohöl von 60 US$/Barrel zugrunde, der von dem aktuellen Weltmarktpreis von 80 bis 90 US$/Barrel überschritten wird.

Struktur der Energieversorgung

Schwerpunkt der indonesischen Energiepolitik ist eine Diversifikation bei den Versorgungsträgern. Öl soll substituiert, Biokraftstoffe und erneuerbare Energiearten sollen stärker genutzt werden. Durch das Präsidentendekret 5/2006 wurde der für das Jahr 2025 angestrebte Energiemix neu ausgerichtet. Die indonesische Regierung geht davon aus, dass sich das Volumen der Primärenergieversorgung von knapp 1 Millionen BOE (Barrel of Oil Equivalent) in 2005 auf 3 Millionen BOE bis zum Jahr 2025 verdreifachen wird. Da nach jetzigem Kenntnisstand die heimischen Ölvorkommen in 23 Jahren erschöpft sein werden, ist angesichts des hohen Weltmarktpreises für Öl in Zukunft eine Substitution von Öl bei der Energieerzeugung notwendig. Vor allem in der Stromerzeugung wird eine Umstellung auf vorwiegend Kohle und Gas angestrebt.

Mineralöl

Indonesien steht laut OPEC an 20. Stelle der Ölproduzenten mit abnehmendem Anteil an der Weltproduktion. Seit 1996, dem Höchstförderjahr, ging die Förderung auf 58,3 Millionen m3 bis 2006 stetig zurück. Anhaltend niedrige Investitionen und geringe Aktivitäten in der Erforschung neuer Ölquellen waren die Hauptgründe hierfür. Alternde Ölfelder und administrative Hemmnisse sind zusätzliche Faktoren. Von einer Quellenkapazität von 86,9 Milliarden Barrel stehen nur noch 8,71 Milliarden Barrel zur Förderung zur Verfügung, welches einer Jahresproduktion von nur noch 23 Jahren entspricht.

Die Regierung ist deshalb intensiv bestrebt, die Förderung produktionsbereiter Ölfelder schleunigst anzugehen. Für wirtschaftlich unattraktive Felder hat das Energieministerium eine Anreiz-Regelung erlassen, die 20 Prozent zusätzliche Kostenerstattung für Investoren marginaler Ölfelder vorsieht. Im Juni 2005 einigten sich Regierung, Pertamina und Exxon über die Aufteilung der Erlöse aus dem Cepu-Feld in Ostjava, mit erwarteten 180.000 Barrel/Tag der größte Ölfund Indonesiens seit den Sechziger Jahren. Der Vertrag wurde im März 2006 unterschrieben.

Der staatliche Energiekonzern Pertamina, der selbst nur einen geringen Anteil von 9 Prozent hält, sowie zahlreiche auch ausländische Firmen engagieren sich in Indonesien in der Ölförderung. Der Anteil US-amerikanischer Unternehmen beträgt 60 Prozent. Pertamina verstärkt ihre Anstrengungen, mit Partnern Konzessionen im Ausland zu erhalten. Neben Aktivitäten in Libyen und Sudan hat sich Pertamina zu 25 Prozent an einem Ölblock in Qatar beteiligt, dessen Förderung die deutsche Wintershall übernimmt.

Indonesien besitzt neun Raffinerien mit einer Kapazität von 1,06 Millionen Barrel/Tag. 2006 wurden 349,8 Millionen Barrel Ölraffinate produziert. Nur rund zwei Drittel des Verkaufs an Ölkraftstoffen von 61 Millionen Kilolitern wurden 2006 durch einheimische Raffinerien produziert. Indonesien muss den restlichen Bedarf an Ölkraftstoffen importieren. Geplant sind zwei neue Raffinerien. Der Bau einer Anlage soll in Ostjava erfolgen, die zur Verarbeitung des Öls aus dem neu auszubeutenden, nahe gelegenen Cepu-Ölfeld genutzt werden soll. Dieses Projekt in Tuban befindet sich bis jetzt allerdings noch nicht in der Umsetzung. Eine weitere Raffinerie ist für Banten/Java geplant. Die Versorgung mit Rohöl scheint zur Zeit ungewiss, da die iranischen Öllieferanten ihre Lieferzusage von 300.000 auf 100.000 Barrel/Tag gesenkt haben.

Erdgas

Indonesien steht nach Angaben der Internationalen Energieagentur der OECD (IEA) an neunter Stelle der Gasproduzenten mit einem Anteil von 2,4 Prozent an der Weltproduktion. Der Archipel ist siebtgrößter Gasexporteur. Qatar dürfte 2006 Indonesien als weltweit größter Exporteur von Flüssiggas abgelöst haben. Die Produktion von Naturgas war mit knapp 3,0 TCF annähernd konstant. Die Produktion von Flüssiggas blieb mit 22,4 Millionen Tonnen um 5,4 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück, die Exporte von Flüssiggas verminderten sich um 3,5 Prozent. Diese Produktions- und Exportzahlen entwickelten sich positiver als ursprüngliche Regierungsplanungen, die aufgrund schnell erschöpfter Kapazitäten von Gasfeldern für 2006 um 19 Prozent geringere Flüssiggasexporte annahmen. Aufgrund steigenden inländischen Bedarfs soll der heimische Gasmarkt stärker beliefert werden. 2010 auslaufende Lieferverträge (insbesondere Japan wäre hiervon betroffen) sollen nicht verlängert werden. Hauptabnahmeländer sind Japan, Südkorea, Australien, Singapur, die Volksrepublik China und die USA.

Für die Zukunft ist angesichts einer abzusehenden höheren Nachfrage eine Erhöhung der Gasförderung zu erwarten. Gas soll neben Kohle verstärkt zur Energieversorgung sowie der angestrebten Substitution von Öl beitragen. In Tanguh vor Papua wird zur Zeit ein Großprojekt der Gasförderung realisiert. Das Gasverteilungsnetz ist in seiner Topologie und Kapazität unzureichend. Die angestrebte Substitution von Öl durch Gas im städtischen Nah-Verkehr ist deswegen schwer umsetzbar. Für die Zukunft strebt Indonesien neben dem Ausbau des einheimischen Gasnetzes eine Integration in ein Trans-ASEAN-Gasnetz an.

Eine geplante Gaspipeline in Südsumatra befindet sich im Bau. Für die Gaspipeline von Ostkalimantan nach Mitteljava gewann PT. Bakrie & Brothers die Ausschreibung, suchte Anfang 2008 aber weiterhin nach Finanzpartnern zur Realisierung des Projektes. Kritiker halten die Gasversorgung der Pipeline nicht für gesichert. Nach anfänglicher Verzögerung konnte der Gaskonzern PGN 2007 die Sumatra-Java-Gaspipeline in Betrieb nehmen. Diese soll dazu beitragen, den hohen Bedarf an Gas in Java zu befriedigen. Momentan wird sie aber noch nicht in voller Kapazität mit Gas versorgt.

Indonesier nutzen in ihren Haushalten vielfach Kerosin zum Kochen. Diese Verwendung wird von der Regierung bisher mit 40.000 Milliarden Rupien (etwa 2,9 Mrd. Euro) jährlich unterstützt. Flüssiggas für Haushalte (LPG) ist in geringerem Umfang subventioniert und wirtschaftlicher. Indonesien hat daher ein Konversionsprogramm von Kerosin zu Flüssiggas in Haushalten beschlossen. An berechtigte Haushalte werden kleine 3-kg-Gasbehälter und ein einflammiger Gasherd verschenkt. Hierdurch hofft man, gut 60 Prozent der bisher für Kerosinsubventionen verwandten Mittel einzusparen.

Kohle

Die Kohlevorkommen Indonesiens befinden sich in Sumatra, im wesentlichem in Südsumatra, und in Kalimantan. 60 Prozent der indonesischen Kohle sind niederkalorisch. 2006 wurden 178,1 Millionen (2005: 152,7 Mio.; 2004: 132,4 Mio.) Tonnen Steinkohle gefördert. Indonesien ist der siebtgrößte Kohleproduzent und der zweitgrößte Kohleexporteur der Welt. 72,6 Prozent der Förderung oder 129,4 Millionen Tonnen (2005: 107,8 Mio.; 2004: 93,7 Mio.) wurden 2006 exportiert. Die Exportzielländer sind Japan (23,1 Mio.), Taiwan (17 Mio.), übriges Asien (49,5 Mio.), Europa (21 Mio.), pazifische Staaten (5,1 Mio.) und andere Staaten (13,5 Mio.). Deutschland importierte nach deutscher amtlicher Statistik 2006 Steinkohle im Wert von 79.5 Millionen Euro (2005: 11,7 Mio. Euro) aus Indonesien.

Der indonesische Inlandsabsatz von 48 Millionen Tonnen Kohle (2005: 41,3 Mio.; 2004: 36 Mio.) wurde zu zwei Dritteln in Kraftwerken für die Stromerzeugung verfeuert. Indonesien hat auch signifikante Vorkommen an "coal-bed methane" (CBM), die bis jetzt noch nicht ausgebeutet werden. CBM ist als günstige alternative Energiequelle der Zukunft von Bedeutung. Eine Studie identifizierte zehn Kohlebecken in Indonesien mit einem CBM Potential von 450 TCF.

Kernenergie

Das Verfahren zur Errichtung eines Kernkraftwerkes auf der Halbinsel Muria, Zentral-Java wurde 2005 wieder aufgenommen. Ausschreibungen sind für 2008, die Errichtung ab 2010 und die Inbetriebnahme ab 2016 angekündigt. Die "Roadmap" des indonesischen Energieministeriums sieht die Inbetriebnahme von vier Kernkraftblöcken mit einer Kapazität von 4 GW bis 2024 vor. Doch dürften auf absehbare Zeit eher die Alternativen Kohle und Gas bei der Stromproduktion zum Zuge kommen, die erheblich geringere Anlaufinvestitionen beanspruchen und in der Öffentlichkeit im Gegensatz zur Kernenergie nicht kontrovers sind. Auch regional ansässige muslimische Religionsführer haben sich gegen das Projekt ausgesprochen.

Biokraftstoffe

Indonesien beabsichtigt, 2025 rund 17 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien zu decken. 5,5 Millionen Hektar Land sind für Plantagen der Biokraftstoffproduktion vorgesehen. Hauptziel hierbei ist es, bis 2010 für 3,5 Millionen Personen Arbeitsplätze im Bioenergiesektor zu schaffen und so Arbeitslosigkeit und Armut zu mindern. Ferner will man die Subventionen für erdölbasierte Treibstoffe senken. Die Wirtschaftlichkeit von Biotreibstoffen wird letztendlich über das Preisverhältnis zu Rohöl bestimmt und war bislang nicht gewährleistet.

Aus dem Ausland werden Biokraftstoffe, insbesondere Palmöl, stark nachgefragt, was den internationalen Preis beträchtlich steigen ließ. Da aus Palmöl auch Speiseöl und andere Produkte für den Inlandsverbrauch produziert werden, steht die ausländische Nachfrage hierzu in Konkurrenz. In Indonesien hat sich der Preis von Speiseöl seitAnfang 2007 um circa 30 Prozent erhöht, was eine Vielzahl der Indonesier aufgrund ihres geringen Einkommens unmittelbar betrifft.

Um die Verwendung des erzeugten Palmöls auf den Inlandsmarkt zu lenken, hat die Regierung deshalb die Exportabgaben für Palmöl je nach Weltmarktpreis in einem vierstufigen Tarif von 2,5 bis 10 Prozent erhöht. Ferner wird auf Palmöl seit kurzem keine Mehrwertsteuer mehr erhoben. Zahlen vom August 2007 wiesen eine um 21 Prozent geringere Ausfuhr gegenüber dem Vormonat aus. Die Regierung hat zudem Subventionen für Speiseölverkäufe an arme Indonesier im Umfang von 325 Milliarden indonesische Rupien (etwa 23,7 Mio. Euro, 1 Euro = 13.700 Rupien) mit dem Nachtragshaushalt 2007 beschlossen, für 2008 sind 600 Milliarden Rupien (circa 43,8 Mio. Euro) vorgesehen.

Verbrauch

Infolge der Asienkrise wurde seit 1998 eine Vielzahl von Energieinfrastrukturprojekten nicht weiter verfolgt. Nach Jahren zunehmenden Wirtschaftswachstums - der jährliche Stromabsatz erhöhte sich zwischen 1999 und 2005 pro Jahr um durchschnittlich 6,7 Prozent, ist die verfügbare Kapazität in Indonesien in Spitzenzeiten nicht mehr ausreichend. Für einzelne Regionen ist die Versorgung dann nicht gewährleistet. Großabnehmer in der Industrie werden mitunter zur Minderung oder Aussetzung ihrer Produktion verpflichtet. Immer wieder, insbesondere in abgelegenen, ländlichen Gebieten, aber auch in den Landeszentren kommt es zu regionalen oder großräumigen Stromausfällen. Die Preise für Strom werden durch den Staat kontrolliert und sind durch eine mittelbare Subventionierung zu Gunsten von ärmeren Kleinverbrauchern gekennzeichnet. Die PLN erhält aus dem Staatshaushalt Subventionen.. Der Haushaltsentwurf 2008 veranschlagt für Elektrizitätssubventionen 28.500 Milliarden Rupien (mehr als 2 Mrd. Euro).

Kapazität

Das Inselreich konnte im Berichtszeitraum seine Kapazitäten zur Stromerzeugung nur unwesentlich auf rund 30,5 GW erhöhen. Hiermit ist erst ab 2009, eher ab 2010, durch die Umsetzung des 10-Gigawatt-Kraftwerksprogramms zu rechnen. PLN verfügt über Kraftwerke mit einer Kapazität von rund 23,9 GW, sogenannte "unabhängige" Stromproduzenten sowie Eigenbedarfsproduzenten besitzen eine Kapazität von rund 6,6 GW. Gut zwei Drittel der Kraftwerkskapazität Indonesiens versorgt das Java-Bali-Stromnetz.

Bergbaugesetz

Bei der Novellierung des Bergbaugesetzes liefen die Bergbaukonzerne Sturm gegen die Ermächtigung der Regionen zur Vergabe von Konzessionen. Mittlerweile hat der Gesetzgeber entschieden, dass solche Konzessionen für Großprojekte weiterhin von der Zentralregierung vergeben werden.

Export / Import

Die Ausfuhren entwickelten sich unterschiedlich: Öl und Gas waren 2006 unterdurchschnittlich, Kohle weiterhin weit überdurchschnittlich am Anstieg des indonesischen Gesamtexports, der mit 102,7 Milliarden US$ um 18,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr anstieg, beteiligt. Die Ausfuhrerlöse aus dem Verkauf von Öl und Gas wuchsen um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 22,15 Milliarden US$ und hielten einen Anteil von 21,6 Prozent am Exportwert. Die Exporterlöse bei Kohle erhöhten sich um 47,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 6,2 Milliarden US$ - ein Anteil von 6 Prozent am gesamten Exportvolumen.

Aufgrund im Oktober 2005 wesentlich gestiegener Kraftstoffpreise wurde in Indonesien 2006 weniger Kraftstoff als 2005 konsumiert. Der Wert der Importe von Öl- und Gasprodukten reduzierte sich um 1,5 Prozent auf 17,2 Milliarden US$ (2005: +44,1 Prozent) und hatte einen Anteil von 21,6 Prozent am indonesischen Gesamtimport. Dieser erhöhte sich um 5,2 Prozent auf 79,4 Milliarden US$.





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