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Asien Kurier 4/2008 vom 1. April 2008
Indonesien

Erfolgschancen mit Franchising

Von Michael Sauermost (gtai)

Das Konzept des Franchising wird in Indonesien immer populärer. Waren es zunächst lediglich ausländische - insbesondere US-amerikanische - Anbieter, die sich in diesem Segment engagierten, so entdecken zunehmend auch lokale Unternehmer die Vorzüge dieses Geschäftsfelds. Erst seit kurzem existieren gesetzliche Rahmenbedingungen für Franchise-Unternehmen. Diese stellen allerdings vor allem für kleinere Unternehmen eine große Belastung dar. Noch existieren Schlupflöcher im Gesetz.

Die Entwicklung des Franchising in Indonesien startete parallel mit der Liberalisierung des organisierten Einzelhandels zu Beginn der 90er Jahre. Zumindest für lokale Unternehmen verliefen die ersten Jahre allerdings sehr schleppend. 2000 waren nach Angaben des Finanzmagazins "SWA" zwar etwas mehr als 250 ausländische, aber erst weniger als 40 lokale Franchise-Anbieter registriert. Mittlerweile hat sich die Zahl der inländischen Lizenzgeber auf 250, die der ausländischen auf 450 erhöht.

Wenngleich das Interesse inländischer Unternehmer an Franchising kontinuierlich zunimmt, bleiben ausländische Vorhaben bislang erfolgreicher. Dem Vernehmen nach scheitert noch jede zweite lokale Franchise-Geschäftsidee, während bei ausländischen Vorhaben die Misserfolgsquote bei etwa 10 Prozent liegt. Derzeit erwirtschaften nach Angaben der Association of Indonesian Franchise Companies insgesamt etwa 4.000 Geschäftseinheiten Umsätze im Wert von etwa 13.500 Milliarden Indonesischen Rupiah (Rp; rund 1 Mrd. Euro;13.800 Rupiah = 1 Euro, 3-Monats-Interbankenkurs).

Trotz des zunehmenden Wettbewerbs bleiben die Erfolgsaussichten für den Sektor lukrativ. Zahlreiche neue Anbieter aus der Volksrepublik China und Indien werden mit ihren Geschäftsideen auf dem Archipel erwartet. Am beliebtesten sind bislang Franchise-Verträge im Bereich der Gastronomie. Dies gilt auch für die lokalen Firmen. Daneben sind andere Geschäftsideen aus dem Dienstleistungsbereich sowie im Einzelhandel populär. Bei "Convenience Stores" ist dieses Konzept beispielsweise schon weit verbreitet. Nahezu sämtliche Anbieter konzentrieren sich ausschließlich auf die großen Städte. Dies ist aus wettbewerbsrechtlichen Gründen teilweise vorgeschrieben. Der Großteil der internationalen Unternehmen kooperiert eng mit lokalen Partnern.

Die vor Ort engagierten internationalen Lizenzgeber beklagen teilweise, dass die an die Lizenznehmer gestellten Auflagen nicht immer 100-prozentig erfüllt werden. Daher seien aufwendige Kontrollmaßnahmen erforderlich. Nur wenige der Unternehmen seien bislang beim Handelsministerium registriert, beklagt der Branchenverband, der gleichzeitig mehr Transparenz in der Branche fordert.

Seit kurzem existieren für das Franchising neue gesetzliche Bestimmungen des Ministry of Trade, die zu einer Verbesserung der Gesamtsituation beitragen sollen. In erster Linie beinhalten diese die Verpflichtung der Anbieter, in regelmäßigen Abständen eine lückenlose Dokumentation über das Geschäft mit den Franchisenehmern anzufertigen. Außerdem sollen Trainings- und Beratungsdienstleistungen erbracht werden. Sofern es qualitativ möglich ist, sind die Unternehmen angehalten, lokale Erzeugnisse zu verwenden.

Insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen klagen über die neuen Vorschriften. Die damit verbundene finanzielle Belastung sei nicht zumutbar, heißt es. Bislang existieren allerdings Möglichkeiten, sich den neuen Bestimmungen zu entziehen. So lassen sich neue Firmen bevorzugt beim Ministry of Justice and Human Rights registrieren. Dort werden sie nicht als Franchise-Unternehmen gelistet, sondern fallen unter die Bestimmungen über den Schutz geistigen Eigentums. Diese allgemeine Anmeldung ist mit weniger Einschränkungen verbunden, als die Registrierung beim Handelsministerium.

Association of Indonesian Franchise Companies

Jalan Darmawangsa X

A-19, Kebayoran Baru

Jakarta 12150 / Indonesia

Tel.: 62 21 7395577

Fax: 62 21 7234761

Email: sukandar@indo.net.id (Mr. Anang Sukandar, Chairman)

 

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