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Asien Kurier 4/2008 vom 1. April 2008
Taiwan

B2B-eCommerce im Aufwind

Von Oliver Höflinger (gtai)

Die Aussichten für den B2B-E-Commerce in Taiwan sind nach wie vor gut: im Zeitraum 2007 bis 2011 soll sich die jährliche Wachstumsrate im Durchschnitt auf rund 12 Prozent belaufen.

Beim Business-to-Business-Segment (B2B) des elektronischen Handels (eCommerce) geht das Ministry of Economic Affairs (MOEA) von einem Anstieg des Marktvolumens von 10,0 Billionen Neue Taiwan-Dollar (NT$; rund 223,3 Mrd. Euro; 1 Euro = 45 NT$; Jahresdurchschnittskurs 2007) im Jahr 2007 auf 15,9 Billionen NT$ im Jahr 2011 aus. Die jährliche Wachstumsrate soll sich in diesem Zeitraum im Durchschnitt auf 12,1 Prozent belaufen.

Was die IT-Systeme im B2B-Segment anbelangt, so ist bei "Enterprise Resource Planning (ERP)"-Systemen inzwischen eine gewisse Marktsättigung eingetreten. Im Rahmen einer Umfrage des MOEA zu Stand und Entwicklung im B2B-Segment in Taiwan gaben knapp zwei Drittel der teilnehmenden Unternehmen an, 2006 bereits derartige Anwendungen implementiert zu haben. Potential besteht dagegen vor allem noch bei IT-Sicherheitssystemen, Knowledge-Management-Systemen sowie "Customer Relationship Management (CRM)"-Software. Insgesamt geht der Trend auch in Taiwan weg von Software, die lediglich Abläufe unterstützt, hin zu Produkten, welche die Entscheidungsfindung erleichtern.

Die maßgeblichen Probleme für den Fortschritt des B2B-eCommerce bildeten aus Sicht der befragten Firmen 2006 vor allem die Schwierigkeiten bei der Koordination von up- und downstream Einheiten beziehungsweise der mangelnde Wille der Beteiligten zur Koordination sowie ein Operationsmodell, das sich nicht für das Internet beziehungsweise für Internetanwendungen eignet.

Tendenziell gaben die Umfrageteilnehmer an, höhere IT-Ausgaben tätigen zu wollen. Beispielsweise steigt der Anteil der Befragten, die 10 Millionen NT$ und mehr ausgeben wollen bis 2009 auf 27,8 Prozent (2007: 23,0%). Branchenübergreifend soll mit durchschnittlich 32,4 Prozent der größte Anteil der gesamten IT-Ausgaben 2008 in den Faktor Arbeitskräfte fließen, dahinter folgen Hardware mit 24,1 Prozent, Software mit 19,1 Prozent, Instandhaltung mit 18,1 Prozent sowie Zugangsdienstleistungen mit 6,2 Prozent.

Von den dabei im Detail betrachteten sechs Branchen Informationstechnologie, verarbeitendes Gewerbe, Handel, Finanzwesen, Bauwirtschaft sowie Land-, Vieh-, Forstwirtschaft und Fischerei gaben sich die Firmen aus dem Finanzwesen am investitionsfreudigsten: 56,8 Prozent wollten im laufenden Jahr Mittel von mehr als 10,0 Millionen NT$ bereitstellen. Dahinter folgte die Informationstechnologiebranche in der 35,5 Prozent der Firmen Investitionen in dieser Größenklasse tätigen wollen, sowie die Land-, Vieh-, Forstwirtschaft und Fischerei mit einem Anteil von 30,3 Prozent.

Über einen eigenen Internetauftritt verfügte die Mehrheit der befragten Firmen in allen sechs Branchen. Im verarbeitenden Gewerbe zum Beispiel waren 83,6 Prozent der Firmen bereits mit einem eigenen Auftritt im Internet vertreten. Mit Abstand der Hauptgrund für die Webpräsenz war in allen Branchen, umfassendere Dienstleistungen für die Kunden anbieten zu können. Im Finanzwesen sowie bei Land-, Vieh-, Forstwirtschaft und Fischerei spielte darüber hinaus der Faktor Personalrekrutierung eine überdurchschnittlich wichtige Rolle. Das Ethernet war die am weitesten verbreitete Form des firmeninternen lokalen Netzwerks. Im verarbeitenden Gewerbe beispielsweise verfügten 85,9 Prozent der Firmen darüber. Dahinter lagen das Fiber Distributed Data Interface (FDDI) mit 5,5 Prozent sowie das Wireless Local Area Network (WLAN) mit 3,4 Prozent. Die firmenexterne Kommunikation erfolgte vor allem mittels Asymmetric Digital Subscriber Line (ADSL) sowie Direktverbindungen. Im verarbeitenden Gewerbe wurde erstere von 67,0 Prozent der Firmen genutzt, letztere von 15,9 Prozent.

 

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