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Die thailändische Wirtschaft, scheint seit Bildung der neuen Zivilregierung unter Premierminister Samak Sundaravej wieder mehr Schwung zu haben, wobei das Wachstum 2007 unerwartet kräftiger ausfiel als ursprünglich erwartet.
Dies war in erster Linie den robusten Exporten zu verdanken und der im 4. Quartal erfolgten deutlichen Erholung bei Privatinvestitionen und Konsum. Neuesten Angaben des National Economic and Social Development Board (NESDB) zufolge stieg im 4. Quartal 2007 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um beachtliche 5,7 Prozent (1Q2007: 4,4%; 2Q2007: 4,3%; 3Q2007: 4,2%). Damit stieg das BIP im Gesamtjahr 2007 voraussichtlich um real 4,8 Prozent (2006: 5,1%). Der deutliche Aufwärtstrend veranlasste das NESDB dazu, seine Wachstumsprognose für 2008 heraufzusetzen. In ihrer neuesten Projektion für 2008 geht die oberste thailändische Planungsagentur nunmehr von einem realen Wirtschaftswachstum von 4,5 bis 5,5 Prozent, anstatt 4,0 bis 5,0 Prozent aus. Zugleich rechnet das NESDB mit einem wesentlich stärkeren Anstieg der privaten Investitionstätigkeit und des Konsums. Nachdem die Privatinvestitionen 2007 voraussichtlich lediglich um 0,5 Prozent anstiegen, sollen sie 2008 real um 7,0 Prozent zunehmen. Bei den privaten Konsumausgaben, die 2007 wahrscheinlich nur um 1,4 Prozent stiegen, wird eine reale Zuwachsrate von 3,8 Prozent prognostiziert. Mit einem etwas schwächeren Wachstum wird 2008 hingegen bei den Exporten gerechnet. Die 2007 stark expandierenden thailändischen Ausfuhren, die laut NESDB um 18,1 Prozent auf umgerechnet 100 Milliarden Euro anstiegen, sollen 2008 nur noch um 12,0 Prozent wachsen. Eine wesentlich stärkere Dynamik zeichnet sich jedoch bereits bei den Importen ab. Auf Grund der wieder lebhafter werdenden Investitionstätigkeit weisen insbesondere die Einfuhren von Kapitalgütern seit dem vierten Quartal 2007 wieder einen deutlicheren Aufwärtstrend auf. So stiegen die Einfuhren im Januar 2008, vor allem wegen der verstärkten Bezüge von Maschinen und Ausrüstungen sowie Rohöl, um beachtliche 49,1 Prozent. Für das Gesamtjahr 2008 rechnet das NESDB mit einer Importzunahme um 15,4 Prozent, nachdem die Einfuhren 2007 ersten Angaben zufolge wahrscheinlich um 9,6 Prozent auf rund 93 Milliarden Euro stiegen. Die thailändische Regierung beabsichtigt laut Aussagen von Premierminister Samak, Megaprojekte im Gesamtwert von 700 Milliarden Baht (15,4 Milliarden Euro; 1 Euro = rund 45,37 Baht, 3-Monatsmittelkurs) vorrangig zu realisieren. Dabei handelt es sich zum größten Teil um bedeutende Infrastrukturvorhaben, die bereits seit längerer Zeit in der Pipeline sind, nach dem Militärputsch vom September 2006 jedoch aufs Eis gelegt wurden. Zu den bevorzugten Investitionsvorhaben der Regierung zählen vor allem der massive Ausbau der Massentransportsysteme in Bangkok (Skytrain und U-Bahn) und die Erweiterung des zweigleisigen Schienennetzes. Das Skytrain-Netz soll vorerst um drei Verbindungen erweitert werden und Bangkok mit den Randbezirken der angrenzenden Provinzen verbinden. Geplant sind die Linien von Bang Sue nach Bang Yai in Nonthaburi (Purple Line), von Bang Sue nach Taling Chan (Red Line) und von Bang Sue nach Rangsit (Red Line). Die Ausschreibungen für diese drei Strecken sollen noch im 1. Halbjahr 2008 erfolgen. Insgesamt sollen jedoch bis 2013 neun neue Skytrain-Verbindungen mit einer Gesamtlänge von 350 km errichtet werden. Die dafür vorgesehenen Investitionen beziffert das Transportministerium auf cirka 700 Milliarden Baht, wobei 520 Milliarden Baht aus dem Staatshaushalt kommen sollen. Private Investoren wollen sich hingegen mit 170 Milliarden Baht an den geplanten Vorhaben beteiligen. An der Finanzierung dieser Projekte haben nach Aussagen des Transportministers Santi Prompat die Japan Bank for International Cooperation (JBIC) und einige chinesische Geldgeber ihr Interesse gezeigt. Zudem hat der Premierminister die Realisierung eines sehr ehrgeizigen, zugleich aber kontroversen Wasserprojektes angekündigt, das die unterirdische Ableitung von Flusswasser aus dem Mekong über eine cirka 700 km lange Rohrleitung von Chiang Rai bis Ubon Ratchathani im Nordosten des Königreichs vorsieht. Dieses Vorhaben stößt bereits auf Kritik von Umweltschützern und Fachleuten der Wasserwirtschaft, die es als umweltschädlich und unwirtschaftlich befinden. Zudem könnte dieses Projekt auf großen Widerstand seitens der Mekong River Commission (MRC) stoßen, die die Nutzung des Mekongwassers durch die Anliegerstaaten Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam regelt.