
In Japan hat die Konjunktur einen Dämpfer erhalten. Darauf weisen die Zahlen zu den
Unternehmensinsolvenzen im Fiskaljahr 2007 hin. Die Aussichten für 2008 sind nicht besser, wie die Einschätzungen der Unternehmen im vierteljährlichen Tankan-Bericht zeigen. Die Materialkosten dürften weiter steigen, der Privatkonsum schleppend bleiben und die Baubranche schwächeln. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bekommen dies zu spüren.Obwohl Japan im Fiskaljahr 2007 (1.4.2007 - 31.3.2008) mit circa 2 Prozent ein gutes volkswirtschaftliches Wachstum erreichte, stieg die Zahl der Firmenpleiten auf den höchsten Stand seit 2001. Die Gründe dafür werden hauptsächlich in den gestiegenen Materialkosten, neuen Baustandards und geringer Konsumneigung gesehen.Nach Angaben der Teikoku Databank meldeten 11.333 Unternehmen Konkurs an. Insgesamt wurden dadurch Werte von 5.530 Milliarden Yen (etwa 35 Mrd. Euro; 1 Euro = 157,57 Yen, 3-Montasmittel Interbankenkurs) abgeschrieben, eine Zunahme von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Daten des Unternehmens Tokyo Shoko Research lag die Zahl der Zusammenbrüche sogar bei 14.366 Fällen und die Insolvenzsumme belief sich auf 5.450 Milliarden Yen. Bei der Zahl der Fälle bedeutete dies eine Zunahme von 7,7 Prozent und beim Wert von 6,4 Prozent.Am häufigsten betroffen sind Baufirmen, da die seit Mitte 2007 geltenden neuen Standards für neue Gebäude die Zahl der Neubauanträge und Baubeginne hat einbrechen lassen. Zudem sind die Materialkosten gestiegen und das öffentliche Auftragsvolumen weiter geschrumpft, was zusammen genommen vor allem kleinere Bauunternehmen zu spüren bekommen.Als zweite, stark von Insolvenzen betroffene Branche ist der Servicesektor zu nennen. Am häufigsten sind dabei Geschäftsschließungen, bei denen die Konsumzurückhaltung der privaten Verbraucher eine große Rolle spielt. Die schlechte Baukonjunktur trifft auch die Immobiliengesellschaften, und für viele Transportunternehmen wurden die hohen Kraftstoffpreise und die dadurch sinkende Profitabilität zum Verhängnis.Die überwiegende Zahl der Konkurse konzentriert sich auf kleinere und mittlere Unternehmen. Aber auch im Bereich der börsennotierten Firmen gab es Zusammenbrüche, wie die des Sprachschulbetreibers Nova und des Konsumkreditunternehmens Credia. Insgesamt sieben börsennotierte Unternehmen mussten im Fiskaljahr 2007 Zahlungsunfähigkeit offenbaren, gegenüber drei Firmen im Jahr zuvor, so Angaben der Teikoku Databank.Im Fiskaljahr 2008 dürfte die Zahl der Insolvenzen weiter zunehmen. Darauf lässt der vierteljährliche Tankan-Bericht der Bank of Japan schließen. Dem Frühjahrsbericht zufolge schätzen die kleinen und mittleren Unternehmen die Geschäftsaussichten für das Jahr 2008 schlechter als im Vorjahr ein. Das wird wiederum vor allem die nicht-produzierenden Branchen treffen.