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Bereits jetzt ist Shenzhen gemessen am Containerumschlag einer der größten Häfen der Welt. Doch die südchinesische Metropole will an die Spitze und bis 2020 ihre Kapazitäten mehr als verdoppeln. Auch andere Städte und Kreise im Perlflussdelta ziehen nach.
In Dongguan, Huizhou und Zhuhai sind komplett neue Anlagen im Gespräch beziehungsweise bereits in Bau. Nur in Hongkong liegen Erweiterungspläne mehr oder weniger auf Eis, denn die Sonderverwaltungsregion registriert seit Jahren nur noch geringe Zunahmen ihres Containeraufkommens. Im Süden Chinas liegen dicht nebeneinander die größten Häfen der Welt. Die Terminals in Hongkong, Shenzhen und Guangzhou brachten es 2007 zusammen auf einen Umschlag in Höhe von 54 Millionen TEU. Während die ehemalige britische Kronkolonie nur noch geringe Wachstumsraten realisiert und daher nicht mehr expandieren will, planen die benachbarten Städte im Perlflussdelta einen Ausbau ihrer Kapazitäten. Auch komplett neue Häfen sind im Gespräch beziehungsweise bereits in Bau. Das an der Grenze zu Hongkong gelegene Shenzhen erzielte 2007 einen Containerumschlag von 21 Millionen TEU, so viel wie Rotterdam und Hamburg zusammen. Die Häfen der Metropole in Shekou, Chiwan und Mawan im Westen sowie im rund 100 km Seeweg entfernten Yantian im Osten teilen sich das Aufkommen, wobei Yantian der mit Abstand größte Hafen ist. Dieser verfügte 2007 über neun Anlagestellen. Bis 2010 sollen zehn Ankerplätze hinzukommen. Acht weitere sind bis 2020 in Planung. Im Westen Shenzhens sind die Vorhaben bescheidener. Shekou, Chiwan und Mawan verfügen derzeit über 15 Anlegeplätze, bis 2010 sollen lediglich drei neue entstehen. Dafür befindet sich ein komplett neuer Hafen in Dachan Bay mit neun Ankerplätzen im Bau. Er soll bereits 2010 in Betrieb gehen. Gleichzeitig entstehen mehrere kleine Häfen in der Peripherie. Das wirtschaftliche Geschehen in Südchina verlagert sich von den boomenden Städten des Perlflussdeltas ins Hinterland. Im westlich von Macau gelegenen und zu Zhuhai gehörenden Gaolan entsteht bis 2010 ein Containerhafen mit insgesamt zwei Anlegestellen. In Huizhou östlich von Shenzhen befindet sich ebenfalls ein Hafen mit zwei Ankerplätzen in Planung. Er soll spätestens bis 2020 fertiggestellt werden. Weiter im Westen verfolgt Dongguan ehrgeizige Pläne. Bislang verfügt die Stadt, die zahlreiche taiwanische Unternehmen der Informations- und Telekommunikationsbranche beheimatet, über keinen eigenen Containerhafen. Das soll sich bald ändern. In unmittelbarer Nähe zu den Terminals in Nansha (Kreis Guangzhou) wird derzeit eine Anlage mit zwei Ankerplätzen gebaut, die bis 2010 in Betrieb gehen soll. Eine Verdopplung der Kapazitäten bis2020 ist bereits jetzt im Gespräch. Im südchinesischen Perlflussdelta gab es 2007 sieben Containerhäfen mit insgesamt 60 Anlegestellen. Bis2010 erwartet die Logistikberatungsgesellschaft GHK über 90 Ankerplätze. Bis 2020 rechnen die Consultants sogar mit mehr als einer Verdoppelung der bisherigen Kapazitäten. In diesen Zahlen ist der Hafen Hongkong enthalten. Dieser verfügte 2007 über 24 Anlegeplätze. Eine Erweiterung ist derzeit jedoch nicht in Sicht, denn der Frachtumschlag wächst nur noch sehr langsam. Noch 2005 beherbergte die Sonderverwaltungsregion den größten Containerhafen der Welt, 2006 wurde sie von Singapur auf den zweiten, 2007 von Shanghai auf den dritten Platz verdrängt. Spätestens 2010 dürfte das benachbarte Shenzhen für eine weitere Herabstufung sorgen. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Derzeit befindet sich eine rund 30 km lange Y-förmige Brücke in Planung, die Macau und Zhuhai mit Hongkong verbinden soll. Mit Hilfe der neuen Trasse könnten dann Lkw aus dem westlichen Perlflussdelta, wo es bislang noch keinen Tiefseehafen gibt, in ein bis zwei Stunden die Terminals in der ehemaligen britischen Kronkolonie erreichen und dort für einen regen Umschlag sorgen. Die endgültige Entscheidung steht noch aus, doch das Projekt wurde zur Jahresmitte 2008 politisch abgesegnet, und die Finanzierung ist ebenfalls gesichert. Bereits 2015 könnten die ersten Lkw die Brücke befahren.