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Asien Kurier 12/2008 vom 1. Dezember 2008
Japan

Gedämpfte Aussichten im Chemiemarkt

Von gtai

Im "Land der aufgehenden Sonne" haben sich 2008 die Absatzaussichten der Chemiebranche insgesamt eingetrübt. Auch für das kommende Jahr wird eine flache Marktentwicklung erwartet. Erfreuliche Wachstumssegmente sind vor allem Spezialchemikalien und innovative Chemieprodukte. Deutschland zählt mit einem Einfuhranteil von fast 9 Prozent neben der Volksrepublik China, Frankreich und den USA zu den wichtigsten Lieferländern. Insbesondere Arzneimittel und organische chemische Erzeugnisse werden von deutschen Anbietern bezogen.

Marktentwicklung/-bedarf

Nach einem guten Vorjahr ist das Absatzumfeld für Chemieerzeugnisse 2008 in Japan schwierig. Zum einen haben Abnehmerindustrien aufgrund steigender Rohstoff- und Materialpreise ihre Nachfrage bereits gedrosselt. Zum anderen dämpft die abkühlende Konjunktur in Japan wie auch in vielen anderen Abnehmerländern den Bedarf nach chemischen Erzeugnissen.

Bei den Kunststoffen in Primärform hat die Abflachung der Nachfrage bereits eingesetzt. Zwar war 2007 insgesamt ein gutes Geschäftsjahr, vor allem, da die Produktion von Kfz und von digitalen Unterhaltungselektronikgeräten noch auf Hochtouren lief. Allerdings zeigte die Baubranche als Abnehmerindustrie bereits deutliche Schwächen, die sich 2008 weiter verstärkten. Mittlerweile ist auch die Herstellung von Fahrzeugen ins Stocken geraten, da die Nachfrage in Japan und in den wichtigsten Absatzmärkten nachgelassen hat.

Die einheimischen Verkäufe von Polyäthylen (PE) nahmen im Jahr 2007 noch zweistellig zu. Für 2008 und 2009 ist jedoch aufgrund der internationalen Konjunkturabschwächung mit einem fallenden Absatz zurechnen. Für Polypropylen (PP) und Polystyrol (PS) sehen die Absatzaussichten etwas besser aus. Die Nachfrage vor allem japanischer Kfz-Hersteller nach Teilen aus PP-Mischungen soll steigen, da der Trend hin zu leichteren und energieeffizienteren Fahrzeugbauweisen geht, so die Prognose der Japan Petrochemical Industry Association.

Mit guten Absatzaussichten kann die Fein- und Spezialchemiebranche rechnen. Die Verkäufe von Katalysatoren beispielsweise stiegen in Japan im Jahr 2007 auf über 500 Milliarden Yen (rund 3,5 Mrd. Euro; 1 Euro = 144,21 Yen, 3-Monatsmittelkurs), etwa 100 Milliarden Yen mehr als 2006. Katalysatoren stellen mittlerweile nach Kosmetika und Farben das größte Segment in der Fein- und Spezialchemiesparte dar, noch vor Agrochemikalien. Da Katalysatoren in einer Vielzahl von Industrien eingesetzt werden und für die Entwicklung von neuen Materialien und Produkten eine große Rolle spielen, sollte weiterhin ein gutes Wachstum zu erwarten sein.

Ebenso sind Zwischenverbindungen (intermediates), die während chemischer Prozesse gewonnen werden, ein Wachstumsbereich. Mit deren Hilfe sollen sich neue Vorprodukte und Erzeugnisse entwickeln lassen. Zu den chemischen Produkten mit hohem Nachfragepotential gehören auch Kohlenstofffasern, die aufgrund ihrer Eigenschaften teilweise schon als Metallersatz genommen werden, insbesondere in der neuesten Generation von Flugzeugen und zukünftig zudem in Kfz.

Der Markt für rezeptpflichtige Arzneimittel legte im Jahr 2007 um 4,6 Prozent auf 8.050 Milliarden Yen zu. Davon entfielen 5.340 Milliarden Yen auf Verkäufe durch Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen, so Zahlen des Marktforschungsunternehmens IMS Japan. Zweistellig wächst die Nachfrage nach Generika. Seit dem 1.April 2008 gilt ein neues Verschreibungssystem, das den Vertrieb von Generika erleichtert. Aufgrund zunehmender Überalterung der Gesellschaft wird der Bedarf an Pharmazeutika in Japan generell hoch bleiben. (siehe Asien Kurier, Seite 1 bis....)

Wenig Wachstum ist hingegen bei Kosmetika und Körperpflegemittel insgesamt zu erwarten. Der Absatz von Schönheitsprodukten hat sich im Jahr 2007 gegenüber 2006 zwar leicht erholt. Jedoch ist der japanische Markt für Kosmetik und Körperpflegemittel bereits ziemlich gesättigt.

Produktion/Branchenstruktur

Im Fiskaljahr 2007 (1.4.07-31.3.08) verzeichneten die führenden japanischen Chemieunternehmen - wie unter anderem Mitsubishi, Mitsui, Sumitomo, Asahi Kasei - trotz guter Absatzgeschäfte Profitrückgänge.

Denn hohe Preise für Rohmaterialien und Vorprodukte, wie beispielsweise Naphtha, konnten nicht ohne weiteres an die Industriekunden weitergegeben werden. Wegen der gedämpften Erwartungen für 2008 und 2009 wird die Erzeugung heruntergefahren. Abgesehen von erforderlichen Überholungs- und Modernisierungsvorhaben sind nur wenige neue Anlageinvestitionen angekündigt.

Da japanische Hersteller von chemischen Grundstoffen, Kunstharzen und anderen Kunststoffvorprodukten zunehmend von Importen aus dem Mittleren Osten und von Rohstoffpreisen unter Druck gesetzt werden, sind weitere Restrukturierungen in der Branche zu erwarten. In den letzten Jahren gab es schon eine Reihe von Neuordnungen innerhalb von Unternehmensgruppen. Die Zahl der Geschäftsallianzen dürfte zunehmen. Insbesondere die Upstream-Branchenerzeuger werden ihren Fokus in Richtung Hochleistungs- und Spezialchemikalien verschieben, um wettbewerbsfähig zu bleiben und höhere Margen zu erzielen.

Die Herstellung von Äthylen in Japan dürfte 2007 den Höhepunkt überschritten haben. Aufgrund hoher Nachfrage war die Erzeugung auf mehr als 7,7 Millionen Tonnen gesteigert worden. In den ersten sechs Monaten 2008 ging die Herstellung jedoch um 8,2 Prozent zurück, da eine Reihe von Produktionsanlagen turnusgemäß überholt werden müssen, zudem wollen die Äthylenunternehmen im Gesamtjahr ihre Erzeugung zurückschrauben. Im Gegensatz zu Äthylen besteht bei Propylen ein begrenztes Produktionsangebot. Daher wird in diesen Bereich mehr investiert werden.

Zunehmende Investitionen tätigen die einheimischen Hersteller von Generika, wie Sawai Pharmaceutical,

Towa Pharmaceutical und Nichi-Iko-Pharmaceutical, die ihre Produktionskapazitäten in den nächsten beiden Jahren verdoppeln könnten. Aufgrund guter Absatzaussichten drängen auch die weltweit größten Generika-Erzeuger, wie Mylan (USA) und Sandoz (Deutschland), in den japanischen Markt. Die Produktion von rezeptpflichtigen Arzneimitteln dürfte sich auf hohem Niveau stabilisieren, die Konsolidierung unter den Herstellern sich weiter fortsetzen.

Praktisch alle internationalen Chemiefirmen sind in Japan präsent, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Viele der Anbieter, wie BASF (www.basf-japan.co.jp), Dow Chemical (www.dowkakoh.co.jp), Dupont (www.dupont.com), Evonik (www.evonik.jp/japan/en), Henkel (www.henkel.co.jp) oder Rhodia (www.rhodia.co.jp), setzen ihren Fokus auf die Zusammenarbeit mit der japanischen Kfz- und Kfz-Teile-Branche sowie der Elektroindustrie.

Außenhandel

Japans Gesamtimporte an chemischen Vorprodukten und Erzeugnissen legten im Jahr 2007 in allen Segmenten zu. Dies sowohl weil die inländische Nachfrage stark war als auch weil mehr Einfuhren die Downstream-Produktion ersetzten. An Japans wertmäßigen Importen hat Deutschland insbesondere bei pharmazeutischen Erzeugnissen und Farben und Lacken hohe Einfuhranteile von circa 15 Prozent.

Wichtigste Importkonkurrenten Deutschlands sind die drei Länder China und Frankreich. Beim größten japanischen Importposten, den organischen chemischen Erzeugnissen, lagen deutsche Lieferungen im Jahr 2007 auf Platz 2 hinter den USA und vor China. In der Sparte pharmazeutische Erzeugnisse waren ebenfalls die USA größter Lieferant vor Deutschland. An dritter Stelle folgte Frankreich laut Informationen von Comtrade.

In Japan existieren eine Reihe von Bestimmungen, die im Zusammenhang mit der chemischen Industrie beachtet werden müssen. Informationen dazu sind auf den folgenden Internetseiten zu finden:

-METI - Ministry of Economy, Trade and Industry:

www.meti.go.jp/english/information/data/cKashinLaw.html

-JETRO - Japan External Trade Organization: www.jetro.go.jp/en/market/regulations/index.html

-UNITAR - United Nations Institute for Training and Research: www.unitar.org

-NIHS - National Institute of Health Sciences: www.nihs.go.jp

NITE - National Institute of Technology and Evaluation: www.nite.go.jp/gen/direct1-e.html

CERI - Chemicals Evaluation and Research Institute: www.cerij.or.jp

Bei der Einfuhr von chemischen Erzeugnissen können Zölle anfallen. Die Zollsätze bewegen sich um 5 Prozent, in wenigen Sonderfällen können sie aber auch darüber liegen. Über die Zolltarifdatenbank der bfai (www.bfai.de Datenbank-Recherche, Zoll, Recherche Zolltarife) werden die entsprechenden Zollsätze kostenlos zur Verfügung gestellt. Zusätzlich ist eine der Mehrwertsteuer ähnliche "consumption tax" in Höhe von 5 Prozent zu entrichten.

Ministerien

Ministry of Health, Labour and Welfare

(Kosei Rodo Sho)

1-2-1 Kasumigaseki, Chiyoda-ku

Tokio 1000-8916

Tel.: 81 3 5253 1111

Email: www-admin@mhlw.go.jp

Web: www.mhlw.go.jp/english/index.html

Ministry of the Environment

(Kankyo Sho)

1-2-2 Kasumigaseki, Chiyoda-ku

Tokio 100-8975

Tel.: 81 3 3581 3351

Email: MOE@env.go.jp

Web: www.env.go.jp/en

Ministry of Economy, Trade and Industry (METI)

(Keizai Sangyo Sho)

1-3-1, Kasumigaseki. Chiyoda-ku

Tokio 100-8901

Tel.: 81 3 3501 1511

Email: webmail@meti.go.jp

Web: www.meti.go.jp/english/index.html

Branchenverbände

Japan Chemical Industry Association (JCIA)

(Nihon Kagaku Kogyo Kyokai)

Sumitomo Rokko Building

1-4-1 Shinkawa, Chuo-ku

Tokio 104-0033

Tel.: 81 3 3580 0751

Web: www.nikkakyo.org/index.php3

Web: www.nikkakyo.org/comments.php

In der JCIA sind etwa 190 Mitgliedsfirmen und circa 70 Organisationen aus der chemischen Industrie engagiert.

Japan Petrochemical Industry Association (JPIA)

(Sekiyu-kagaku Kogyo Kyokai)

Sumitomo Fudosan Rokko Bldg. 1-4-1 Shinkawa, Chuo-ku

Tokio 104-0033

Tel.: 81 3 3297 2011

Fax: 81 3 3297 2017

Email: wmaster@jpca.or.jp

Web: www.jpca.or.jp/english/index.htm

Der 1958 gegründete Wirtschaftsverband hat gegenwärtig etwa 31 Mitglieder.

Japan Plastic Industry Federation (JPIF)

(Nihon Purasuchikku Kogyo Renmei)

5-18-17, Roppongi, Minato-ku

Tokio 106-0032

Tel.: 81 3 3586 9761

Fax: 81 3 3586 9760

Email: über Webformular

Web: www.jpif.gr.jp/english/index.html

Der 1950 gegründete Unternehmerverband repräsentiert die japanische Kunststoffindustrie.

Japan Inorganic Chemical Industry Association

(Nihon Mukiyakuhin Kyoukai)

Kagakuhin Kaikan 5F, 5-18-17

Roppongi, Minato-ku

Tokio 106-0032

Tel.: 81 3 5545 1653

Fax: 81 3 5545 1648

Web: www.mukiyakukyo.gr.jp/gaiyou/gai.html

Der Verband wurde 1948 gegründet und hat derzeit 83 Mitglieder.

Japan Association for International Chemical Information

(Kagaku Joho Kyokai)

6-25-4 Honkomagome, Bunkyo-ku

Tokio 113-0021

Tel.: 81 3 5978 3601

Fax: 81 3 5978 3600

Email: helpdesk@jaici.or.jp

Web: www.jaici.or.jp/english/index_e.htm

Eine 1971 gegründete Non-Profit Organisation von akademischen und gesellschaftlichen Einrichtungen der Chemiebranche.

Unternehmen

Mitsubishi Chemical Corporation

5-33-8, Shiba, Minato-ku

Tokio 108-0014

Tel.: 81 3 6414 3730

Fax: 81 3 6414 3730

Email: über Webformular

Web: www.m-kagaku.co.jp/index_en.htm

Asahi Kasei Corporation

1-1-2, Yurakucho, Chiyoda-ku

Tokio 100-8440

Tel.: 81 3 3507 2060

Fax: 81 3 3507 2495

Email: über Webformular

Web: www.asahi-kasei.co.jp/asahi/en/index.html

Sumitomo Chemical Co. Ltd.

2-27-1, Shinkawa, Chuo-ku

Tokio 104-8260

Tel.: 81 3 5543 5500

Fax: 81 3 5543 5901

Email: über Webformular

Web: www.sumitomo-chem.co.jp/english/index.html

Mitsui Chemicals, Inc

1-5-2, Higashi-Shinbashi, Mintato-ku

Tokio 105-7117

Tel.: 81 3 6253 2100

Fax: 81 3 6253 4245

Email: web_master@mitsui-chem.co.jp

Web: www.mitsui-chem.co.jp/e/index.htm

Dai Nippon Printing Co., Ltd.

1-1-1 Ichigaya-Kagacho, Shinjuku-ku

Tokio 162-8001

Tel.: 81 3 3266 2111

Email: info@mail.dnp.co.jp

Web: www.dnp.co.jp/index_e.html

Nippon Oil Corporation

3-12, Nishi Shimbashi 1-chome, Minato-ku

Tokio 105-8412

Tel.: 81 3 3502 1131

Fax: 81 3 3502 9352

Email: über Webformular

Web: www.eneos.co.jp/english

Showa Denko K.K.

13-9, Shiba Daimon 1-Chome, Minato-ku

Tokio 105-8518

Tel.: 81 3 5470 3111

Email: über Webformular

Web: www.sdk.co.jp/html/english/group/index.html





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