' )Bangladesch - Privater Container-Terminal für Dhaka
Asien Kurier 3/2009 vom 1. März 2009
Bangladesch

Privater Container-Terminal für Dhaka

Von Boris Alex (gtai)

Um das wachsende Seefrachtaufkommen auch weiterhin bewältigen zu können, soll Bangladesch einen weiteren inländischen Schiffscontainer-Terminal erhalten. Die Anlage ist nahe der Hauptstadt Dhaka geplant und soll eine Alternative zum bislang wichtigsten Binnenhafen, dem Inlands-Container-Terminal Dhaka (ICD), bieten.

Dieser wird ebenso wie der größte Containerhafen im Süden des Landes von der Chittagong Port Authority (CPA) betrieben. Das neue Projekt soll mit Hilfe privater Investoren realisiert und nach Informationen der Deutschen Botschaft in Dhaka im Rahmen eines Build Operate Own (BOO)

finanziert werden.

Doch das Vorhaben ist nicht konkurrenzlos, denn auch die staatliche CPA baut derzeit einen

Inlands-Container-Terminal in der Nähe der Hauptstadt. Allerdings liegt das Projekt erheblich hinter seinem Zeitplan zurück. Der ursprüngliche Fertigstellungstermin war Mitte 2007, nun soll der Terminal Ende 2009 eingeweiht werden. Die Kosten für das Projekt beziffert der Hafenbetreiber auf 1,5 Milliarden Taka (16 Mio. Euro, 1 Euro = 93,66 Taka, 3-Monatsmittel).

Der Großteil des bangladeschischen Containerverkehrs muss bislang auf kleinen Binnenfrachtschiffen auf den Wasserwegen zwischen Dhaka und Chittagong abgewickelt werden. Denn die Kapazitäten des Inlands-Terminals ICD, der bislang als einziger auch größere Container-Schiffe abfertigen kann, reichen bei Weitem nicht aus. Im Finanzjahr 2006/07 (1.6. bis 31.5.) wurden hier rund 81.000 Twenty Foot Equivalent Unit (TEU) verladen, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der neue Terminal soll hingegen eine jährliche Kapazität von 210.000 TEU haben, so die Pläne der Beratungsgesellschaft Allseas Shipping. Im Vergleich dazu wurden laut CPA im Hafen von Chittagong zuletzt knapp 1 Millionen TEU umgeschlagen. Dabei stammen 70 Prozent des Handelsvolumens entweder aus Dhaka oder sind für die Region bestimmt. Der Zeitverlust durch den Transport der Container zwischen der Hauptstadt und dem wichtigsten Hafen im Süden des Landes entwickelt sich immer mehr zum Nadelöhr für die bangladeschische Exportindustrie. Denn diese expandiert - insbesondere der Textil- und Bekleidungssektor, der seine Ausfuhren bis 2012 auf 25 Milliarden US-Dollar verdoppeln möchte - und kann sich die langen Transportzeiten zwischen den beiden Städten nicht mehr erlauben.

Nach Angaben von Allseas Shipping beläuft sich das Investitionsvolumen für das Vorhaben mit dem Namen "Dhaka Container Terminal" (DCT) auf insgesamt 100 Millionen US-Dollar. Hierin enthalten sind die Kosten für den Landerwerb, die mit 36 Millionen US-Dollar veranschlagt werden. Das für das Terminalgelände identifizierte Grundstück erstreckt sich über eine Fläche von 186.000 m2 und ist am Fluss Sitalakhya gelegen. Die Länge des Kais wird rund 600 m betragen und damit die des derzeit größten Container-Terminals des Landes in Chittagong um fast 150 m übersteigen.

Das Gelände liegt in einer industriell entwickelten Region, in der sich unter anderem eine Export Processing Zone (EPZ) sowie eine Reihe größerer Textilfirmen angesiedelt haben. Laut Allseas Shipping beträgt das Außenhandelsvolumen in dem Gebiet etwa 200.000 TEU pro Jahr. Der Terminal soll über drei Liegeplätze verfügen. Die Kosten für die Anschaffung von Umschlaggeräten für ISO-Container - darunter Kranbrücken und Portalhubwagen - veranschlagt die Beratungsgesellschaft auf 25 Millionen US-Dollar. Weitere 10 Millionen US-Dollar müssen für den Bau von Lager- und Verwaltungsgebäuden sowie den Anschluss an das Schienen- und Straßennetz eingeplant werden.

Für den Betrieb des Container-Terminals ist zudem die Anschaffung von mindestens acht See- und Feederschiffen notwendig. Am ehesten geeignet seien Containerschiffe mit einer Kapazität von 225 TEU,

so Allseas Shipping. Die Kosten hierfür werden auf knapp 30 Millionen US-Dollar geschätzt. Der gesamte Transport- und Abfertigungsprozess zwischen Chittagong und Dhaka verkürze sich durch den neuen Terminal auf etwa zwei Tage. Durch den Einsatz größerer Container-Schiffe auf der Strecke könne das Umschlagvolumen gegenüber der jetzigen Situation erheblich vergrößert werden.

Die Asian Development Bank (ADB) war in ihrer Studie "Improving the Efficiency of Transport Logistics in the Dhaka-Chittagong Corridor" zu dem Schluss gekommen, dass der wachsende Container-Verkehr zwischen den beiden größten Städten des Landes genügend Potential für zwei weitere Inlandsterminals bietet.

Allseas Shipping Ltd.

Ansprechpartner: Khandaker R. Zaman

Yousuf Chamber, 1. Floor

20, Dilkusha Commercial Area

Dhaka 1000, Bangladesch

Tel.: 880 2 9556564

Fax: 880 2 9559858

Email: allseas@allseas-bd.com


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