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Bei in- und ausländischen Investoren belegt der westindische Bundesstaat Gujarat seit Jahren einen der Spitzenplätze. Die Unternehmen loben vor allem die für indische Verhältnisse kurzen Genehmigungsverfahren. Die Regierung hat angekündigt, die Infrastruktur zu modernisieren und die Bedingungen für Investoren weiter zu verbessern.
Der westindische Bundesstaat an den gemessen Gemessen an den ausländischen Direktinvestitionen von rund 5,3 Milliarden US-Dollar belegt Gujarat den dritten Platz hinter Maharashtra mit seinem Wirtschaftszentrum Mumbai und der Hauptstadtregion Delhi. Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2008 verzeichnete Gujarat einen Zufluss an ausländischen Investitionen in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar. Auch bei indischen Unternehmen ist der Bundesstaat beliebt - und dies nicht erst, seitdem der Autokonzern Tata Motors den Bau seines Kleinwagens "Nano" nach den Querelen um den ursprünglichen Produktionsstandort in West Bengalen nach Gujarat verlegt hat. Andere Unternehmen, vor allem aus den Branchen Chemie, erneuerbare Energien und Infrastruktur, setzen ebenfalls verstärkt auf die Region. Anfang 2009 konnte die Regierung von Gujarat im Rahmen einer Investorenkonferenz 8.500 Vorverträge mit indischen und ausländischen Unternehmen abschließen. Das Projektvolumen beläuft sich nach Angaben der Investitionsfördergesellschaft Industrial Extension Bureau auf 12.000 Milliarden indische Rupien (183 Mrd. Euro, 1 Euro = 65,67 Rupien, 3-Monatsmittel). Bei den Vorhaben handelt es sich sowohl um Infrastrukturprojekte als auch Industrieansiedlungen. Der Standort ist offensichtlich für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ebenfalls attraktiv. Rund 7.000 Vorverträge mit einem Volumen von 700 Milliarden Rupien entfielen auf KMU. Die meisten Abkommen konnten im Bereich der konventionellen Energieträger geschlossen werden. In den nächsten Jahren sollen in Gujarat zusätzliche Kraftwerkskapazitäten im Umfang von 52 Gigawatt (GW) ans Netz gehen. Das Investitionsvolumen beziffert die Regierung des Bundesstaates auf insgesamt 3.000 Milliarden Rupien. Unter anderem hat Petronet LNG ein Abkommen über den Bau eines Gaskraftwerks mit einer Leistung von 1,2 GW für insgesamt 31 Milliarden Rupien unterzeichnet. Auch bei den erneuerbaren Energien wurde eine Reihe von Vorhaben auf den Weg gebracht. Offiziellen Angaben zufolge wurden hier Vorverträge mit einem Volumen von 1.000 Milliarden Rupien abgeschlossen. Ein Großteil der Gelder soll in den Bau neuer Windparks fließen. Gujarat hat in den letzten Jahren sein Windkraftpotential kontinuierlich ausgebaut und allein im Finanzjahr 2007/08 (1.4. bis 31.3.) die Erzeugungskapazitäten auf 1,3 GW verdoppelt. Der Schiffs- und Hafenbau konnte ebenfalls zahlreiche Investitionsvorhaben verbuchen. In den kommenden Jahren sollen rund 860 Milliarden Rupien in die Modernisierung der bestehenden 42 Hafenanlagen sowie in den Bau von vier neuen fließen. Allein für die vier Greenfield-Häfen wurden Investitionsabkommen mit einem Volumen von 217 Milliarden Rupien unterzeichnet. Die bestehenden Seehäfen in Mundra, Hazira und Pipavav sollen für rund 210 Milliarden Rupien modernisiert und erweitert werden. Diese drei Häfen zählen zu den wichtigsten Umschlagplätzen für den internationalen Container- und Schüttgutverkehr. Doch die derzeitigen Kapazitäten reichen nicht aus, um die rund 6.000 Frachtschiffe pro Jahr ohne Verzögerungen abfertigen zu können. Daher müssen zusätzliche Anlegestellen gebaut und Umschlaggeräte für ISO-Container - darunter Kranbrücken und Portalhubwagen - sowie Fördertechnik für Schüttgüter angeschafft werden. Im Bereich der Industrie wurden vor allem Projekte im Chemiesektor angeschoben. Gujarat ist das Zentrum der petrochemischen Industrie des Landes. Insgesamt wurden hier 51 Investitionsvorhaben mit einem Volumen von 570 Milliarden Rupien vereinbart. Zu den Größten zählen der Bau von zwei Ammoniakfabriken durch die Düngemittelhersteller Gujarat State Fertilizer Corp. und Indian Farmers Fertiliser Cooperative (IFFCO) für 72 Milliarden beziehungsweise 40 Milliarden Rupien sowie einer Keramikfabrik durch Euro Ceramics für 30 Milliarden Rupien. Der Bereich Maschinen- und Fahrzeugbau konnte Engagements in Höhe von 390 Milliarden Rupien verbuchen. Geplant sind unter anderem Produktionsanlagen für Gasturbinen, Generatoren, Stromübertragungs- und -verteilungstechnik sowie Schienenfahrzeuge. Die wichtigsten Investoren sind der indische Mischkonzern Larsen & Toubro und der kanadische Waggonbauer Bombardier Transportation. Die indischen Stahlriesen Jindal und Essar Steel haben zudem angekündigt, mehrere Hochöfen und Walzwerke in Gujarat zu errichten. Auch wurde die Gründung eines Forschungszentrums für die Nanotechnologie angekündigt. Initiator des Projektes mit einem Investitionsvolumen von 300 Milliarden Rupien ist der Hotmail-Gründer Sabeer Bhatia. Gujarat ist in den letzten Jahren in der Gunst der Investoren gestiegen. Als Hauptgrund gelten die im Vergleich zu anderen Bundesstaaten niedrigeren bürokratischen Hürden - insbesondere beim Landerwerb. Als zusätzlicher Magnet gilt der "Delhi-Mumbai Industrial Corridor" (DMIC). Dieser wird künftig parallel zur geplanten Zugfrachtverbindung über eine Länge von 1.483 km zwischen den beiden Wirtschaftszentren Delhi und Mumbai verlaufen. Entlang dieser Strecke ist der Bau von insgesamt 24 Industrie- und Investitionsförderzonen vorgesehen, darunter auch fünf in Gujarat. Die Projektkosten für den bis zu 150 km breiten Korridor werden auf insgesamt 90 Milliarden US-Dollar geschätzt. Als Fertigstellungstermin ist 2013 anvisiert. Industrial Extension Bureau Block No. 18, 2. Floor, Udyog Bhavan, Sector 11 Gandhinagar 382 017, Indien Tel.: 91 79 2325 6009 Fax: 91 79 2325 0490 Email: indextb@indextb.com Web: www.indextb.com