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Der thailändische Außenhandel konnte 2008 zweistellige Zuwächse verbuchen. Gegen Jahresende zeichneten sich jedoch Einbrüche auf breiter Front ab, die sich 2009 fortsetzen werden. So wird für 2009 bei den Exporten maximal mit einer Steigerung von 3 Prozent gerechnet. Allerdings deuten einige Anzeichen auf einen Rückgang der thailändischen Ausfuhren. Auch bei den Importen sieht es nicht viel besser aus. Nahezu sämtliche Prognosen besagen ein Minus bei den Einfuhren bis zu 10 Prozent.
Die thailändischen Importe konnten 2008 noch eine deutliche Steigerung von 27,7 Prozent auf 178,7 Milliarden US-Dollar erzielen. Die wichtigsten Produktgruppen waren dabei Rohöl, gefolgt von Maschinen und -teilen, Eisen- und Stahlerzeugnisse sowie Chemie. Die höchsten Zuwächse wurden in den Segmenten Schmuckwaren inklusive Gold und Silber mit einem Plus von mehr als 100 Prozent, bei Erdgas sowie Pflanzenschutz- und Düngemitteln mit Steigerungsraten von jeweils rund 70 Prozent erzielt. Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Importe von Computer und -zubehör sowie Elektrotechnik.Wichtigstes Lieferland für Thailand bleibt weiterhin Japan mit einem Anteil von fast 20 Prozent an den Gesamteinfuhren, gefolgt von der Volksrepublik China mit 11 Prozent und den USA mit etwas mehr als 6 Prozent. Die deutschen Exporte nach Thailand beliefen sich den thailändischen Statistiken zu Folge 2008 auf 4,5 Milliarden US-Dollar underreichten damit einen Anteil von 2,5 Prozent - gleichbedeutend mit einem 12. Platz im Lieferranking. Die Importe Thailands aus Deutschland legten um 14,7 Prozent und damit deutlich unterdurchschnittlich zu. Auf der anderen Seite konnten auch die Spitzenreiter nicht im Gleichschritt des Importwachstums mithalten. Die größten Zuwächse erzielten erdölproduzierende Länder wie beispielsweise Arabischen Emirate.Die Einfuhrdynamik wird sich jedoch 2009 deutlich abschwächen. Bereits im Jahresverlauf 2008 zeichnete sich ein klarer Abwärtstrend ab. Während in den ersten Monaten 2008 noch Importsteigerungen von bis zu 55 Prozent verbucht werden konnten, brachen die Ergebnisse ab September ein. Im Oktober 2008 konnte zumindest noch eine Steigerung von 22 Prozent im Vergleich mit demselben Vorjahresmonat erzielt werden, im November nur noch um 2 Prozent, und im Dezember musste schließlich ein Minus von fast 7 Prozent hingenommen werden - gleichbedeutend mit dem Rückgang der Importe im Monatsvergleich seit Mai 2002.Diese Tendenz dürfte sich 2009 weiter verschärfen, zumal die Vorjahresbasis aufgrund der anfänglich hohen Wachstumsraten sehr üppig ist. Das Studienzentrum der thailändischen Handelskammer (Centre for International Trade Studies of the University of the Thai Chamber of Commerce) prognostiziert für das Gesamtjahr 2009 eine Kontraktion der thailändischen Einfuhren um 6,7 Prozent auf 167,3 Milliarden US-Dollar. Als Gründe dafür werden der rückläufige Binnenkonsum, die geringere Nachfrage für Vorprodukte und der sinkende Erdölpreis angeführt.Andere Quellen gehen gar von einem Einbruch um bis zu 10 Prozent aus. Auf jedem Fall würde dies dem ersten Rückgang der thailändischen Importe seit 2001 entsprechen. Seinerzeit belief sich das Minus jedoch nur auf knapp 1 Prozent. Auch bei den Ausfuhren zeigt die Tendenz deutlich nach unten. Die Zentralbank sieht angesichts der hohen Exportabhängigkeit Thailands, die sich auf fast 70 Prozent beläuft, darin sogar eines der größten Risiken für die konjunkturelle Entwicklung. Das thailändische Handelsministerium hat Anfang Januar sein Exportziel für 2009 von zuvor 0 bis 5 Prozent auf nun 3 Prozent revidiert.Insgesamt sollen Waren im Wert von 184,7 Milliarden US-Dollar über die Grenzen ins Ausland gehen. Andere Experten zeigen sich jedoch durchaus skeptischer. So geht das Studienzentrum der Handelskammer davon aus, dass die thailändischen Ausfuhren 2009 um 1,6 Prozent nach unten zeigen. Andere Unternehmensvertreter halten sogar ein Absinken um bis zu 10 Prozent für möglich, da die Nachfrage aus den Kernmärkten wie den USAund der EU deutlich nachlassen wird.Etwas Unterstützung könnten die Exporte durch die erwartete Abwertungstendenz der Landeswährung Baht erfahren, dessen Wechselkurs 2009 durchschnittlich bei 35 Baht zum US-Dollar liegen dürfte (1 Euro = 46,74 Baht, 3-Monatsmittel). Noch imvergangenen Jahr hatte der Vergleichswert 33,3 Baht erreicht. Um die ambitionierte Zielsetzung einer Exportsteigerung von plus 3 Prozent zu erreichen, will das zuständige Ressort die im Außenhandel tätigen thailändischen Firmen über verschiedene Maßnahmen unterstützen. So ist beispielsweise im Bereich Produktinnovation eine verstärkte Kooperation mit dem National Innovation Institute vorgesehen.Dabei sollen Sektoren mit hohem Wachstumspotential wie die Unterhaltungsindustrie, Gesundheit, Bau und Nahrungsmittel im Vordergrund stehen. Außerdem dürfte thailändischen Unternehmen bei der Finanzierung ihrer Ausfuhrgeschäfte unter die Arme gegriffen werden, vor allem über Exportkreditgarantien. Ebenso sollen die Marketingaktivitäten für thailändische Produkte in Form von "Roadshows" in den wichtigsten Absatzmärkten ausgeweitet werden. Vertreter des Privatsektors sind jedoch der Ansicht, dass dies nicht ausreichend ist und fordern höhere Zuwendungen an die Exporteure. Zumindest die Handelsbilanz dürfte 2009 nach einem Defizit von rund 1 Milliarden US-Dollar 2009 wieder ins Plus rutschen.Die Exporte konnten 2008 mit einem Plus von 15,6 Prozent auf 177,8 Milliarden US-Dollar verhältnismäßig weniger zulegen als die Importe. Aber auch bei den Ausfuhren zeichnete sich gegen Jahresende 2008 bereits eine deutliche Abschwächung der Dynamik ab. Während im Oktober zumindest noch ein leichtes Plus von 3 Prozent erzielt werden konnte, stürzten die Ausfuhren Thailands im November 21 Prozent im Vergleich mit demselben Vorjahresmonat ab. Dies entsprach gleichzeitig dem größten Einbruch innerhalb von 17 Jahren.Das wichtigste Abnehmerland für thailändische Erzeugnisse waren 2008 die USA mit einem Anteil von 11 Prozent fast gleichauf mit Japan, das ebenso 11 Prozent der gesamten Ausfuhren aufnahm. An dritter Stelle folgte die Volksrepublik China mit 9 Prozent, Deutschland lag auf dem 15. Platz mit knapp 2 Prozent. Die wichtigsten Ausfuhrgüter Thailands waren elektronische Erzeugnisse (10%), Kfz und -teile (9%), Schmuck und Edelsteine (5%), Treibstoffe (4%), elektrische Schaltkreise (4%), Gummi (4%) und Reis (3%). Die höchsten Exportzuwächse verzeichneten Treibstoffe (+93%), Reis (+79%) sowie Schmuck und Edelsteine (+54%).