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Vietnam besitzt das Potential, sich zu einem der aufregendsten Logistikmärkte Südostasiens zu entwickeln. Viele internationale Firmen sehen das Land als "Werkbank" für ihre Produktion. Doch auch mit Blick auf die Ressourcen sind viele Exportmöglichkeiten noch ungenutzt. Bei steigenden Handelsströmen stößt die Infrastruktur jedoch bereits an ihre Kapazitätsgrenzen.
Trotz weltweiter Absatzkrise gelten die ökonomischen Basisdaten als gut. Selbst wenn künftig die Wachstumsraten niedriger als in den letzten Jahren ausfallen, ist für 2009 noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts zwischen 6,0 und 6,5 Prozent zu rechnen. Das Verkehrsaufkommen im Inland, aber auch an den Seehäfen, über die der Großteil des Außenhandels abgewickelt wird, legt weiter kräftig zu. Dabei bestehen bereits heute gravierende infrastrukturelle Defizite.Ein Großteil der Güter im Inland wird über die Straße transportiert, meist in kleinen Lkw oder auf Motorrädern. Ferner kommen, sofern es die Strecke zulässt, schwere Lkw von asiatischen Herstellern sowie ausrangierte US-Trucks zum Einsatz. Die Eisenbahn spielt nur eine geringe Rolle, und auch die Flussschifffahrt ist ausbaufähig. Insgesamt gilt das Gros der Beförderungsmittel als überaltert und überlastet. Große Probleme bestehen während Lagerung und Transport bei der Aufrechterhaltung der Kühlkette. Je nach Schätzung sollen 30 bis 50 Prozent der hergestellten Nahrungsmittel verderben, weil sie vom Hersteller bis zum Kunden nicht sachgerecht transportiert werden konnten. Um Abhilfe zu schaffen, sind auf allen Gebieten zahlreiche Investitionen von Nöten.Die Zahl der in Vietnam tätigen Speditions- und Logistikunternehmen wird auf 1.000 bis 1.200 geschätzt.Die Konkurrenz ist groß, was auf die Preise drückt und zur Intransparenz des Sektors führt. Unter den internationalen Anbietern finden sich neben den großen europäischen Firmen Geis SDV, Logwin Logistics und Karl Gross, unter anderem Schenker, DHL und Kühne & Nagel aktiv. Wichtigste inländische Transportunternehmen sind VIETRANSTIMEX und VOSCO.Angesichts der massiven Infrastrukturmängel genießen Investitionen in die Modernisierung, die Erweiterung oder den Neubau von Flughäfen, Häfen, Straßen und Schiene sowie in Logistikzentren hohe Priorität. So ist beispielsweise der Ausbau der wichtigsten Schienenverbindungen des Landes, etwa zwischen Hanoi und Ho Chi Minh City (HCMC) zur Expressverbindung, geplant. Selbst wenn die Vergabe geplanter Projekte erst in zwei oder drei Jahren erfolgt respektive die Realisierung der oft ehrgeizigen Vorhaben länger dauert als erhofft, sei jetzt der richtige Zeitpunkt, um relevante Kontakte zu knüpfen, heißt es aus der Branche.Im Bereich Seehäfen sollen nach Auskunft von Branchenvertretern in den nächsten fünf Jahren 4,5 Milliarden US-Dollar in den Hafenausbau fließen. Zahlreiche Erweiterungsprojekte wurden bereits begonnen oder sind geplant.Bislang sind die knapp 170 Häfen in der Lage, 170 Millionen Tonnen Güter im Jahr abzufertigen. Nach Informationen der Vietnam Marine Association soll das Umschlagsvolumen bis 2010 auf 200 Millionen Tonnen und bis 2020 sogar auf 400 Millionen Tonnen anwachsen. Gegenwärtig werden - entsprechend der wirtschaftlichen Bedeutung des Hinterlandes - über 70 Prozent des Containerumschlags in den zu HCMC gehörenden Hafenanlagen abgewickelt, weitere 20 bis 25 Prozent entfallen auf die Standorte in und um Haiphong. Wichtigstes Hafenprojekt ist der Ausbau des Containerhafens von Danang in Zentralvietnam. Die Region gilt unter Investoren als "Geheimtipp" - infrastrukturell mit internationalem Flughafen und durch den expandierenden Hafen verhältnismäßig gut angeschlossen, aber im Vergleich zur HCMC-Region erheblich preiswerter. Bis 2010 sollen in Danang 4 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen werden.In den Auf- und Ausbau der Flughafeninfrastruktur sollen nach Informationen der "Vietnam Economic Times" in den kommenden Jahren 14,2 Milliarden US-Dollar fließen. Gegenwärtig verfügt Vietnam über 22 Flughäfen, darunter fünf internationale: Hanoi, Ho Chi Minh City, Danang, Can Tho und Phu Bai-Hue. Insgesamt wurden 2007 von den Fluggesellschaften rund 8,7 Millionen Passagiere befördert, 18,9 Prozent mehr als im Vorjahr.Nicht zuletzt um die erhofften Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft nicht zu gefährden, ist neben der Erweiterung und Modernisierung bestehender Anlagen der Neubau von vier Airports geplant. Zu den wichtigsten Vorhaben zählen ein zweiter Passagierterminal für den internationalen Flughafen von Hanoi mit einem Investitionswert von 420 Millionen US-Dollar, die Erweiterung des Chu Lai-Airport (750 Mio. US$) und des Flughafens von Danang (250 Mio. US$). Darüber hinaus wird auf der Tourismusinsel Phu Quoc seit 2008 ein neuer Flughafen gebaut (geplante Betriebsaufnahme 2012). Ausgebaut werden soll ferner der Flughafen von Con Son.Die benötigten Gelder müssen überwiegend von Vietnam selbst gestellt werden, auch wenn das Land auf Kredite von Seiten der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) hofft. Verhandlungen zu "Build-Operate-Tranfer"-Projekten (BOT) im Flughafensegment verliefen trotz Bemühungen der Verantwortlichen bislang im Sande, weil sich die potentiellen Partner nicht über die Modalitäten im laufenden Betrieb einigen konnten.Der Ausbau des besonders in den Großstädten und in den Boom-Regionen stark überlasteten Straßennetzes steht in der Prioritätenliste der Regierung ebenfalls ganz oben. Bis 2025 sollen unter anderem 6.000 km Autobahn gebaut werden. Die hierfür notwendigen Investitionen dürften sich auf rund 60 Milliarden US-Dollar belaufen. Geplant sind zwei Nord-Süd-Achsen sowie der Ausbau des Zubringernetzes um die beiden Zentren HCMC und Hanoi. Gedacht ist überdies an eine bessere Anbindung der ländlichen Regionen und an zusätzliche Verbindungen in die Nachbarländer.Unterstützung erhält Vietnam vor allem von der Weltbank und der ADB, aber auch im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Die für den Autobahnbau zuständige und dem Ministry of Transport unterstehende Vietnam Expressway Corporation hat seit ihrer Gründung 2004 etwa 370 km Schnellstraßen-Projekte begonnen. Finanzieren sollen sich die Projekte über Mauteinnahmen, Tankstellen, Raststätten und den Verkauf von Werbeflächen. Neben dem Staat und den Entwicklungsbanken sollen künftig mehr private Kapitalgeber an den Vorhaben beteiligt werden.Grundsätzlich lassen sich im Bereich Transport und Logistik fünf Absatzsegmente unterscheiden: Flughäfen (zum Beispiel Gepäckanlagen, Frachthallen, Fördergeräte, Zugmaschinen für Flugzeuge), Häfen (Containerumschlagsgerät, Straddle Carrier, Krane), Lager-/Umschlaggerät (Flurförderzeuge, Gabelstapler, Lagertechnik), Kurier-Express-Paket (Förderanlagen zur Paketsortierung) sowie Sonstiges (Transport Schiene oder Straße, Hebebühnen, Krane für den Straßenumschlag). Vielfach bestimmen noch Handarbeit und Muskelkraft das Bild. Dies gilt umso stärker, je außenhandelsferner das betrachtete Segment ist. Sofinden sich im Bereich Flug- oder Seehäfen deutlich mehr moderne Anlagen und Ausrüstungen als im Binnensektor.Die Branche unterscheidet drei Nachfragetypen: die öffentliche Hand, Auslandsinvestoren sowie lokale Unternehmen. Im staatlichen Sektor wie bei Flughäfen gehen der Anschaffung im Regelfall öffentliche Ausschreibungen voraus. Darüber hinaus ist es ratsam, auf Ausschreibungen der internationalen Geberorganisationen wie der Weltbank zu achten.Als Zukunftsmarkt sieht die Branche eine verstärkte Automatisierung der Lagertechnik. Deren Realisierung kann indessen noch Jahre dauern. Ausnahmen bilden Großprojekte von ausländischen Firmen, die zugleich in hochpreisige Lager- und Transporttechnik investieren. Bislang sind die Läger noch wenig auf fortschrittliche Lagertechnik ausgelegt (einfache Betonböden; günstige Grundstückspreise machen kostspielige Hochläger unrentabel). Zahlreiche Möglichkeiten zur Automatisierung (etwa Einsatz von Förderanlagen) gibt es überdies im Kurierdienst mit seinen vielen kleinen Sendungen.Die preislich im oberen Segment angesiedelten deutschen Ausrüster konkurrieren nicht allein mit der preiswerten vietnamesischen Arbeitskraft, sondern überdies mit preisgünstigeren Maschinen und Anlagen aus anderen Ländern, allen voran aus der Volksrepublik China. Beispielsweise sind Hallengabelstapler "Made in China" nicht nur um etwa die Hälfte billiger als ein westliches Produkt, sondern auch besser an die oft widrigeren Umstände wie unebene Hallenböden angepasst. Darüber hinaus lassen sie sich auch ohne funktionierende Ersatzteilversorgung vor Ort relativ einfach reparieren. Dennoch gibt es immer wieder Beispiele für erfolgreiche deutsche Firmen, wie Kranbau Eberswalde (Hafenkräne) oder Goldhofer (Zugmaschinen für den neuen Flughafen von HCMC).Karl Gross Internationale Spedition GmbHChief Representative Herr Khoa Trong Nguyen54, Truong Son Street, Ward 2, District Tan BinhHo Chi Minh CityTel.: 84 8 3547 0318Fax: 84 8 3547 0319Email: info@karlgross.vnLogwin Air & Ocean VietnamGeschäftsführer und Ansprechpartner Maik JüngstKim Do Business Center, 4. Floor123 Le Loi Ave., District 1Ho Chi Minh CityTel.: 84 8 3821 6173Fax: 84 83 821 3088Mobile: 84 9 0392 5915Email: maik.juengst@logwin-logistics.comSDV International Logistics(Head Office)Etown Building 2, 6. Floor364 Cong Hoa Street, Tan Binh DistrictHo Chi Minh CityTel.: 84 8 3812 0602Fax: 84 8 3812 0614Email sgn@sdv.comOrganisationVietnam Freight Forwarders Association (VIFFAS)Room 804, 8. 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