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Laos verzeichnet - auch nach Ansicht der Asian Development Bank (ADB) - seit einigen Jahren eine "beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung". Das reale BIP sei im Schnitt um rund 7 Prozent gewachsen und die Armutsbekämpfung habe positive Resultate gezeitigt.
Im Bild der Hauptstadt Vientiane manifestiert sich der wirtschaftliche Aufschwung in einer Zunahme des Verkehrs generell und besonders in der Zahl der Luxusfahrzeuge. Zwar soll sich das Wachstum 2009 etwas abschwächen; voraussichtlich wird es jedoch immer noch eine reale Steigerung zwischen 5 und 6 Prozent aufweisen, was deutlich über derjenigen der meisten Nachbarländer liegen dürfte.In jüngerer Vergangenheit sind in erheblichem Umfang ausländische Direktinvestitionen nach Laos geströmt, wovon in erster Linie der Bergbau- und der Energiesektor sowie die Landwirtschaft profitierten.Bereits 2007 verdoppelten sich die internationalen Engagements gegenüber dem Vorjahr beinahe auf etwa 800 Millionen US-Dollar, 2008 stieg der Wert letzten Schätzungen zu Folge weiter auf rund 900 Millionen US-Dollar. Die Regierung in Vientiane zeichnet sich nach Einschätzung von Landeskennern durch "Technokraten" aus, die eine "vernünftige" wirtschaftspolitische Linie fahren. Zwar gibt es auch Stimmen, die den noch etwas "schleppenden Reformprozess" kritisieren. Doch übergreifend gelten die makroökonomischen Rahmendaten in Laos als durchaus stabil.So hat es nach Einschätzung der Weltbank keine derart starken Ausschläge bei der Inflation wie in einigen Nachbarländern gegeben. Zwar schoss die Preissteigerungsrate 2004 mit 10,1 Prozent in den zweistelligen Bereich, danach zeigte der Trend aber wieder nach unten. Erst 2008 war den letzten Schätzungen zu Folge mit einer Rate von 8,5 Prozent wieder ein höherer Anstieg zu beobachten. Angesichts der allgemeinen Konjunkturabkühlung und den damit zusammenhängenden sinkenden Erdöl- und Rohstoffnotierungen dürfte die Inflation im Jahresverlauf 2009 allerdings wieder ein niedrigeres Niveau aufweisen.Die Wechselkursentwicklung ist ebenfalls relativ stabil und macht kaum Interventionen von Seiten der Zentralbank notwendig. Die Auslandsverschuldung war mit einem Anteil von knapp 50 Prozent am BIP Ende 2008 zwar noch immer relativ hoch, wies allerdings eine deutlich sinkende Tendenz auf. Noch 2004 hatte der Anteil bei über 80 Prozent gelegen. Darüber hinaus zeichnen für drei Viertel der Verbindlichkeiten internationale Institutionen wie Weltbank oder ADB als Gläubiger verantwortlich. Hierdurch ist die Schuldenstruktur langfristig ausgelegt und die Zinssätze sind relativ günstig. Auch konnten die staatlichen Einnahmen in den vergangenen Jahren kontinuierlich in die Höhe geschraubt werden: Während deren Anteil am BIP 2005 noch bei 11,5 Prozent lag, erreichte dieser 2008 nach Angaben der Weltbank bereits fast 15 Prozent.Auch im Außenhandel konnte Laos zuletzt beträchtliche Erfolge vorweisen. Die Zuwachsrate der Exporte lag seit 2005 kontinuierlich über 20 Prozent im Jahr. Wichtigste Ausfuhrprodukte des Landes sind Kupfer und Gold, die für mehr als 50 Prozent der Erlöse verantwortlich zeichnen, gefolgt von Holz und -erzeugnissen, Bekleidung, elektrischer Energie und landwirtschaftlichen Produkten. Die Importe legten zuletzt ähnlich stark zu wie die Ausfuhren, wobei rund 60 Prozent auf Kapitalgütereinfuhren entfallen. Wichtigste Lieferländer sind die asiatischen Nachbarstaaten Thailand, Vietnam und VR China sowie Japan und Südkorea.Die wirtschaftliche Struktur des südostasiatischen Landes ist in erster Linie landwirtschaftlich geprägt. Der Agrarsektor vereint noch immer rund 40 Prozent des BIP auf sich, wenn auch mit fallender Tendenz. Noch um die Jahrtausendwende lag der Anteil bei über 50 Prozent des BIP. Auf dem Vormarsch befindet sich die verarbeitend eIndustrie, deren Anteil von 23 Prozent (2000) auf mittlerweile mehr als 30 Prozent stieg. Als Triebfedern entpuppten sich dabei in erster Linie der Bergbausektor sowie die Textil- und Nahrungsmittelverarbeitung. Der Beitrag des Dienstleistungssektors blieb mit rund 25 Prozent in den vergangenen Jahren relativ konstant.Die aktuelle Weltwirtschaftskrise wird Laos nach Meinung von Experten nicht direkt und nur mit zeitlicher Verzögerung treffen. Die internationale Verflechtung der laotischen Banken ist quasi inexistent. Auch erreicht der Anteil des Außenhandels am BIP nur geringe 20 Prozent; die Exporte in die USA sind eher unbedeutend. Wichtigste Abnehmer für laotische Produkte sind Länder in der asiatischen Region. Daher werden die Auswirkungen über andere Transmissionsmechanismen nach Laos getragen, wie beispielsweise über sinkende Direktinvestitionen.So geht die Weltbank in ihren Prognosen zwar nicht davon aus, dass bereits im Aufbau befindliche Projekte gestoppt werden. Dafür dürfte es einen signifikanten Rückgang bei den geplanten Vorhaben vor allem im Rohstoffsektor geben. Diese Einschätzung wird von Vertretern der Privatwirtschaft geteilt, wobei von der Negativentwicklung insbesondere Wasserkraftprojekte betroffen sein sollen. Demzufolge dürften die ausländischen Investoren in Laos 2009 und 2010 den Gürtel enger schnallen, mittelfristig sollte sich der Zufluss angesichts des Rohstoffreichtums allerdings wieder beleben.Im Februar 2009 tauchten schließlich doch Berichte in der lokalen Presse über Absatzschwierigkeiten von Firmen bei Konsumgütern und über deutliche Produktionsrückgänge auf. Dennoch sind sich internationale Experten relativ sicher, dass die Krise kontrollierbar ist, falls sie nicht mehrere Jahre andauert. Sollten allerdings größere Bergbaufirmen nicht nur ihre Förderung nach unten schrauben, sondern Projekte ganz aufgeben müssen, würde es Jahre bis zur Wiederaufnahme der Produktion benötigen.Auch dürften im Zuge der Krise die Überweisungen im Ausland tätiger Laoten nach unten zeigen, die für rund ein Drittel des BIP verantwortlich zeichnen. Angesichts der weltweiten Konjunkturverwerfungen könnten viele der in den Nachbarländern tätigen laotischen Arbeitskräfte ihre Jobs verlieren. Problematisch ist dabei vor allem, dass diese Überweisungen normalerweise direkt in den Konsum fließen und somit eine wichtige Triebfeder des BIP darstellen.Mittelfristig sind die Perspektiven für die laotische Wirtschaft nach Einschätzung nahezu sämtlicher Beobachter dennoch recht positiv. Das Wachstum dürfte etwas unter dem der anderen "Shooting-Stars" in der Region liegen, dafür sei es aber "gut gemanagt", so ein ADB-Repräsentant im Interview mit Germany Trade and Invest. Die Weltbank geht derzeit davon aus, dass die BIP-Steigerungsraten im Zeitraum 2009 bis 2013 im Schnitt reale 6,5 Prozent pro Jahr erreichen werden. Offizielle Zielsetzung ist, bis 2020 den Status eines Entwicklungslandes ablegen zu können. Inwiefern dies realisiert werden kann, wird jedoch nicht zuletzt von weiteren Reformbemühungen der Regierung abhängen und davon, wie lange die Weltwirtschaftskrise noch andauert.