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Vor dem Hintergrund der damaligen schwierigen Rahmenbedingungen ist das konstante Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre bemerkenswert. Von den unmittelbaren Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise blieb Bangladesch weitgehend verschont, was vor allem. der geschickten Steuerung der Konjunktur zu verdanken ist.
So wirkte die Regierung durch Subventionen und der Senkung von Importzöllen positiv auf die Wirtschaftslage ein. Die Zentralbank sorgt für genügend Kredite für den Privatsektor und baut auf Offenmarktpolitik während Mindestreserveanforderungen, Liquiditätsquote und Leitzins stabil bleiben.Aus der globalen Wirtschaftskrise kann das südasiatische Land sogar Vorteile ziehen. Trotz der starken Abhängigkeit von Lieferungen in die USA behauptet sich der Textilsektor dank deutlicher Kostenvorteile gegenüber der asiatischen Konkurrenz in der aktuellen Krise gut. In der ersten Hälfte des laufenden Finanzjahres (Juli bis Dezember 2008) wuchsen die gesamten Exporte des Landes um 19 Prozent. Im Januar 2009 stiegen die Einnahmen aus Exporten um 11,65 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die dynamische Entwicklung der Textilindustrie hat in den vergangenen Jahren zu einer verstärkten Zuwanderung geführt, die wiederum ein starkes Wachstum der Bauwirtschaft bewirkte. Neben den bangladeschischen Wachstumsbranchen Nahrungsmittelverarbeitung, Pharma, chemische Industrie sowie der exportstarken Textilindustrie bieten auch der Ausbau der Infrastruktur, der Maschinen- und der Schiffbau gute Geschäftschancen. Im zunehmenden Wettbewerb mit anderen Ländern wird das Land vermehrt auf Qualität setzen und den Maschinen- und Anlagenstock modernisieren müssen. Für deutsche Exporteure hochwertiger Maschinen bieten sich hier gute Absatzmöglichkeiten. Die Weltbank geht davon aus, dass Bangladesch bis 2016 in die Gruppe der ?Middle Income Countries? aufsteigen kann. Auch für Produzenten von Konsumgütern ist das Land damit ein viel versprechender Markt.Die freie und transparente Durchführung und die Akzeptanz des Ergebnisses der Parlamentswahlen im Dezember 2008 waren bereits Zeichen für die Stabilisierung im Land. Die Tatsache, dass der kurze Aufstand der Grenztruppe ?Bangladesh Rifles? im Februar 2009 durch die Regierung beendet wurde ist ein wichtiger Indikator für die Anerkennung und Legitimation der Regierung. Das Militär hat seine Vormachtstellung der letzten Jahre zugunsten der Politik eingebüßt.Frau Sheikh Hasina, die im Januar das Amt der Premierministerin antrat, hat angekündigt eng mit der Privatwirtschaft zusammenzuarbeiten. Ihre säkulare Partei Awami League hatte die Wahl mit überwältigender Mehrheit für sich entschieden. Das Volk befürwortet ihr Wahlprogramm einer ?Charter of Change?, in deren Zentrum der Kampf gegen Armut, Korruption und Terrorismus stehen. Sheikh Hasina kann dabei an die Errungenschaften der Übergangsregierung anknüpfen. Während der vergangenen zwei Jahre hat die Übergangsregierung zahlreiche Reformen durchgeführt. Unter anderem stärkte sie die Anti-Korruption-Behörde und die Wahlkommission, verabschiedete ein neues Parteigesetz und trennte die Judikative von der Exekutive. Da in dieser Zeit die berüchtigten Generalstreiks ausblieben, stiegen Produktivität und Effizienz der Industrie deutlich an. Besonders positiv für Industrie und Handel wirkten sich die Maßnahmen der Übergangsregierung im Hafen von Chittagong aus. Die Erhöhung der Effizienz des wichtigsten Güterumschlagplatzes des Landes (85% des gesamten Warenverkehrs werden über diesen Hafen abgewickelt) bewirkte ein Verkürzung der ?Turnaround?-Zeit für Schiffe von 9 auf 3 Tage, erhöhte die Transparenz der Zollformalitäten durch die Einführung eines neuen Computersystems und senkte insgesamt die Kosten.Die deutschen Exporte nach Bangladesch entwickelten sich 2008 weiter positiv und erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 24,3 Prozent auf 268,5 Millionen Euro. Auch die Übernahme einer ersten Bundes-Garantie für eine Investition in Bangladesch zeugt vom Vertrauen in die bangladeschische Wirtschaft. Die guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Bangladesch zeigten sich 2008 unter anderem bei der im November in Dhaka durchgeführten German Trade Show, die bei Unternehmern beider Länder auf großes Interesse stieß und ein breites Medienecho erhielt.Der OAV organisiert im Auftrag des BMWi eine Unternehmerreise nach Bangladesch. Stationen werden voraussichtlich die Hauptstadt Dhaka sowie die Hafenstadt Chittagong sein. Neben Gesprächen mit Ministerien, lokalen Wirtschaftsorganisationen und Kammern werden vor Ort tätigen deutschen Unternehmen besucht. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit zu individuellen Gesprächen mit potentiellen Geschäftspartnern vor Ort.Kontakt für weitere Informationen: OAV, Sabrina Lopp, 49 40 357559 16, lopp@oav.de