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Asien Kurier 5/2009 vom 1. Mai 2009
China

Yangzi-Delta setzt auf Hochgeschwindigkeitszüge

Von Bernd Schaaf (gtai)

Mit drei Großprojekten im Eisenbahnbau, die Shanghai und die beiden Provinzhauptstädte Nanjing und Hangzhou mittels High-Speed-Trassen miteinander verknüpfen sollen, treibt das chinesische Yangzi-Delta die Entwicklung weiter voran. Diese Vorhaben im Umfang von mehr als 100 Milliarden Renminbi sollen erstens sicherstellen, dass die Weltausstellung in Shanghai 2010 ein Erfolg wird, und zweitens die weitere Integration der Wirtschaft des Deltas unterstützen. Für Lieferanten von Eisenbahntechnik dürften sich dadurch neue Chancen bieten.

Das chinesische Yangzi-Delta treibt die regionale Vernetzung der Großstädte voran. Den Projekten kommt zugute, dass Beijing viele Milliarden Renminbi in den Ausbau der Transportinfrastruktur und deren Modernisierung stecken will. In diesem Rahmen wurde im Februar 2009 in Shanghai der erste Spatenstich für die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Hangzhou, die Hauptstadt der Provinz Zhejiang, ausgeführt.

Ursprünglich waren für die 160 km lange Strecke nur Geschwindigkeiten von maximal 250 km/h vorgesehen, jetzt will man offensichtlich noch draufsatteln, und es ist von bis zu 350 km/h die Rede. Der übliche Schotteroberbau genügt dann nicht mehr, und es muss eine sogenannte Feste Fahrbahn eingezogen werden, um Gleislagefehler sowie Schotterflug zu vermeiden und die Federeigenschaften zu verbessern.

Für die 160 km lange Strecke werden Investitionen in Höhe von 29,7 Milliarden Renminbi Yuan (***) notwendig sein, berichtet die Tageszeitung "Dongfang Zaobao" (Dongfang Daily). Die Fahrzeit von Shanghai nach Hangzhou soll nach Fertigstellung von derzeit 78 Minuten auf dann 38 Minuten mehr als halbiert werden. Es ist vorgesehen, die beiden Städte im Drei-Minuten-Takt miteinander zu verbinden. In etwa zwei Jahren sollen mindestens 210 Züge pro Tag rollen, wobei jährlich zwischen 63 und 80 Millionen Menschen transportiert werden dürften.

Dieses Großprojekt reiht sich ein in andere Vorhaben, die die regionale wirtschaftliche Integration in der Region verbessern und gleichzeitig sicherstellen sollen, dass die 2010 in Shanghai durchgeführte Weltausstellung die Besucherströme bewältigen kann. Zur Expo, die am 1. Mai 2010 eröffnet wird, rechnet die Metropole mit 70 Millionen Gästen, davon sollen alleine 21 Millionen aus der Delta-Region kommen. Shanghai baut daher parallel zur Eisenbahnanbindung an andere Provinzen das eigene U-Bahn-Netz und die Busverbindungen aus. Insgesamt soll die Länge der U-Bahnen auf 500 km erhöht werden, und es wird neuerdings überlegt, auch die Vororte Kunshan (Provinz Jiangsu) sowie Jiaxing (Provinz Zhejiang) an das Shanghaier Netz anzubinden. Ferner soll ein regelmäßiger Busverkehr zu 1.100 Dörfern deren Anbindung an die Weltausstellung ermöglichen.

Die Eisenbahn-Neubaustrecke Shanghai - Nanjing soll ebenfalls Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h ermöglichen. Daher werde der ursprüngliche Kostenrahmen von knapp 40 Milliarden Renminbi um mindestens 10 Prozent überschritten. Auch dieser Bau soll bis zur Expo fertiggestellt sein und die bisherige Fahrzeit von zwei Stunden für die 300 km lange Strecke halbieren.





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