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Japans Lebensmittelmarkt hat trotz der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise ein großes Potential und ist einer der größten der Welt.
Nach Schätzungen des Fachblatts "Beverage and Food Statistical Monthly" des Verlags Nikkan Keizai Tsushinsha produzierte das Land 2008 Nahrungsmittel und Getränke im Wert von rund 23.300 Milliarden Yen. Gegenüber 2007 war dies ein Zuwachs von 1,7 Prozent. Zu den wichtigsten Warengruppen gehören alkoholfreie Getränke (Anteil von 16,2%), Bier und andere alkoholische Getränke (15,8%), Mehl, Brot und Teigwaren (10,4%) sowie Süßwaren (10,2%).Angesichts der allgemeinen Wirtschaftskrise und einem negativen Konsumklima sind die Wachstumsaussichten für 2009 jedoch sehr ungewiss. Nikkan Keizai Tsushinsha prognostiziert, dass zumindest die heimische Nahrungsmittel- und Getränkeerzeugung weitgehend stagnieren wird. Den zu erwartenden Produktionswert gibt der Verlag mit knapp 23.400 Milliarden Yen an; dies würde einem Plus von 0,5 Prozent entsprechen.Seit einigen Jahren schon wächst die Sparte Gesundheitskost ("health and functional food") unter allen Produktgruppen am stärksten. Sie profitiert vom großen Misstrauen vieler Verbraucher hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit, das durch zahlreiche Skandale (falsche Produktetikettierung und Verkauf von verdorbenem Reis) hervorgerufen wurde. Im Jahr 2008 stellten heimische Unternehmen Gesundheitskost im Wert von rund 800 Milliarden Yen her. Dies waren 11,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch 2009 soll die Gesundheitskost zweistellig zulegen.Ausländische Produkte spielen eine wichtige Rolle im Markt. Japan importiert etwa 60 Prozent seines Nahrungsmittelangebots auf Kalorienbasis. Zwar deckt Japan seinen Reisbedarf fast vollständig aus eigener Erzeugung, doch betrug der Selbstversorgungsanteil bei Getreide 2007 (letzte Angaben) insgesamt nur 28 Prozent. Bei Obst erreichte die Quote 41 Prozent, bei Fisch waren es 53 Prozent, bei Fleisch 56 Prozent und bei Gemüse 81 Prozent.Nach Angaben der Zollstatistik importierte Japan 2007 lebende Tiere und tierische Produkte, Waren pflanzlichen Ursprungs, tierische und pflanzliche Fette und Öle sowie verarbeitete Lebensmittel im Gesamtwert von 6.100 Milliarden Yen. Die Einfuhren stiegen 2008 um 5,1 Prozent auf 6.400 Milliarden Yen.Für in- und ausländische Anbieter von Nahrungsmitteln und Getränken ist die "Foodex" die wichtigste Fachmesse in Japan. Sie wird alljährlich in der Makuhari Messe (Präf. Chiba) abgehalten und fand in ihrer jüngsten Auflage vom 3. bis 6. März 2009 statt. An der Messe nahmen mehr als 2.400 Aussteller aus über 60 Ländern teil. Knapp 79.000 Besucher wurden gezählt. Die nächste "Foodex" ist für den 2. bis 5. März 2010 am gleichen Veranstaltungsort angesetzt.Auf der "Foodex 2009" war Deutschland wieder mit einem eigenen Pavillon vertreten, der 20 Unternehmen umfasste. In einer Reihe von Fällen vertraten japanische Importeure die deutsche Seite. Ausgestellt waren unter anderem Käse, Sauerkonserven, Süßwaren, (hitzebehandelte) Fleischwaren, Getreideprodukte, Bier, Wein und Sekt.Japan ist für die deutsche Lebensmittelwirtschaft ein sehr wichtiger Markt, dessen Potential bisher allerdings unzureichend genutzt wird. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes führte Deutschland 2008 Nahrungs- und Genussmittel (ohne Tabak) im Wert von knapp 226 Millionen Euro nach Japan aus. Der japanischen Zollstatistik zufolge importierte Japan allein verarbeitete Nahrungsmittel aus Deutschland für etwas mehr als 14 Milliarden Yen. Wichtige Positionen waren Käse und Quark, Hopfen und Malz, Wein, löslicher Kaffee und Tee sowie Saftmischungen.In den kommenden Jahren bieten sich hier weitere Expansionsmöglichkeiten. So hat zwar der Verbrauch an Käse in Japan in den vergangenen Jahren zugenommen, liegt aber mit derzeit durchschnittlich 2 kg pro Kopf und Jahr immer noch lediglich bei einem Zehntel des europäischen Niveaus. Der Fleischkonsum beläuft sich in Japan auf durchschnittlich 10 kg im Jahr; in Europa sind es 30 kg. Da Fisch knapper und teurer wird, ist für die Zukunft mit wachsenden Fleischeinfuhren Japans zu rechnen.Derzeit liefert Deutschland wegen Schweinepest und BSE kein frisches Schweine- und Rindfleisch nach Japan; doch ist Branchenkennern zufolge damit zu rechnen, dass es zumindest im Falle von Schweinefleisch bald zu einer für deutsche Produzenten zufriedenstellenden Lösung kommt. Weitere für deutsche Anbieter interessante Betätigungsfelder sind unter anderem Süßwaren (Edelschokoladen) und Gesundheitskost.Allerdings sind der Einstieg in den Markt und seine Bearbeitung nicht einfach. Zum einen liegen die sprachlichen und kulturellen Barrieren hoch. Hinzu kommt, dass die Verbraucher äußerst anspruchsvoll sind: So ist bei Lieferungen Aufmerksamkeit nicht nur dem eigentlichen Produkt, sondern auch der Verpackung zu schenken. Diese und andere Aspekte machen eine sehr sorgfältige Vorbereitung des Japan-Engagements nötig. Hilfen leisten dabei vor allem die einschlägigen deutschen Einrichtungen, die aufgrund ihrer lokalen Präsenz die Gegebenheiten und Veränderungen des Marktes unmittelbar beobachten können.Gerechtfertigt wird der Aufwand durch ein Preisniveau, das trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise generell immer noch hoch ist. Außerdem gibt es eine große, sehr zahlungskräftige Schicht, die Importprodukten und Neuheiten sehr aufgeschlossen gegenübersteht. Wie die starke Präsenz von Ländern wie Australien, Frankreich, Italien oder gar den USA zeigt, lassen sich trotz hoher Kosten offenbar sehr gute Geschäfte auf dem japanischen Lebensmittelmarkt machen.Foodex Japan Secretariatc/o Japan Management Association3-1-22 Shiba Koen, Minato-ku, Tokyo 105-8522Tel.: 81 3 3434 3453Fax: 81 3 3434 8076Email: foodex@jma.or.jpWeb: www.jp.or.jp/foodex