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Weiterhin stabile Wachstumsperspektiven bietet der Markt für Medikamente. Der Absatzzuwachs betrug 2008 etwa 10 Prozent. In ähnlicher Höhe soll nach Ansicht von Fachleuten auch 2009 das Marktwachstum ausfallen.
Die Marktforscher von BMI prognostizieren sogar, dass sich bis zum Jahr 2013 der Absatzwert auf ungefähr 1,8 Milliarden US-Dollar verdoppeln werde. Zahlreiche Faktoren tragen zu den positiven Aussichten für Medikamentenverkäufe in dem südostasiatischen Land bei.So modernisiert die Regierung den Gesundheitssektor und baut ihn gezielt aus. Die staatlichen Gesundheitsausgaben erreichten 2008 etwa 11 Milliarden Ringgit. Für das Jahr 2009 hat die Regierung 13,7 Milliarden Ringgit in den Bundeshaushalt eingestellt, mit denen unter anderem die öffentliche Arzneimittelversorgung verbessert werden soll. Die Beschaffungen von günstigen Generika möchte das Gesundheitsministerium forcieren, bei Ärzten und Apotheken stehen dagegen Markenprodukte hoch im Kurs.Die medizinische Versorgung ist zweigeteilt. Die staatlichen Krankenhäuser und Kliniken auf der einen Seite bieten eine weitgehend freie Heilfürsorge an. Der stark wachsende private Gesundheitssektor auf der anderen Seite kümmert sich um Selbstzahler, die 340.000 Medizintouristen, die sich 2007 in Malaysia behandeln ließen, und die zunehmende Zahl an privat oder betrieblich Krankenversicherten.Etwa 24.000 Ärzte, 210 private und 134 öffentliche Krankenhäuser sowie zahlreiche Kliniken gelten als wichtige Absatzwege, da sie Arzneimittel oft direkt an die Patienten ausgeben. Die öffentlichen Krankenhäuser und Kliniken beschafften 2007 Pharmazeutika im Wert von 1,3 Milliarden Ringgit. Der öffentliche Sektor kauft Medikamente in der Regel zentral ein und gibt sie zu günstigen Preisen weiter. Die Verkaufspreise in privaten Gesundheitseinrichtungen gelten gemäß internationaler Vergleiche als hoch, weil die Absatzmittler mit Aufschlägen die Entgelte erhöhen.Die Zahl der privaten Apotheken betrug 2007 rund 414 Einheiten. Für nicht verschreibungspflichtige Medikamente, Naturheilmittel und die zunehmend beliebten Nahrungsergänzungsmittel eignet sich zudem der Vertrieb über den organisierten Einzelhandel, wie Super- und Hypermärkte oder Drogerien, die in Großstädten ihre Präsenz ausweiten.Die Nachfrage nach Arzneimitteln für Krankheiten, die auf Bewegungsmangel und falschen Ernährungsgewohnheiten beruhen, nehmen zu. Weil die Bürger zu den besonders Übergewichtigen in Asien zählen, kommen immer mehr hierdurch ausgelöste Fälle auf das Gesundheitssystem zu. So verzeichnet das Gesundheitsministerium die Verbreitung von chronischen Krankheiten wie Diabetes, von der inzwischen rund 10 Prozent der Erwachsenen betroffen sind, und Bluthochdruck, unter dem ungefähr 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden. Auch dauerhafte Herzleiden, Schlaganfälle und Krebs breiten sich aus.Dazu tragt auch der steigende Tabakkonsum bei. Von den knapp 28 Millionen Einwohnern rauchen ungefähr 6 Millionen, mit zunehmender Tendenz unter jungen Erwachsenen und Frauen.Zu den Unwägbarkeiten des Marktes gehört der relativ große Anteil der frei verkäuflichen Medikamente.Daher schwankt in diesem Segment die Nachfrage mit der allgemeinen Lohn- und Gehaltsentwicklung beziehungsweise dem Ausgabeverhalten der Konsumenten. Von illegalen Arzneimitteleinfuhren und-kopien, deren Marktanteil laut Experten bei etwa 5 Prozent liegt, gehen gravierende wirtschaftliche und gesundheitliche Schädigungen aus. Im laufenden Jahr will die Regierung in Zusammenarbeit mit den Pharmafachverbänden die Strafen für Medikamentenfälscher erhöhen.Importierte Arzneimittel bedienen etwa 65 Prozent der Nachfrage. Sie machten 2008 wertmäßig circa 2,4 Milliarden Ringgit aus (+5% gegenüber 2007). Alle namhaften internationalen Anbieter sind über Vertriebsniederlassungen oder Importeure vertreten. Die wichtigsten aus dem Ausland bezogenen Warengruppen sind Herz- und Kreislaufmedikamente, neuromuskuläre Präparate, Mittel gegen Stoffwechselerkrankungen, Antibiotika sowie Impfstoffe für Menschen und Tiere. Die importierten Medikamente unterliegen überwiegend einem Markenschutz und sind patentiert. Für ausländische Unternehmen dürfte auch der Sektor der Phytopharmaka (Arzneimittel aus Pflanzen) interessant sein, die bei der Bevölkerung populär sind.Malaysias Arzneimittelhersteller produzieren Generika und traditionelle Heilmittel. Sie stellen ferner Produkte im Auftrag ausländischer Pharmaunternehmen her. Ihr Produktionswert belief sich 2008 auf 1,4 Milliarden Ringgit (+18% gegenüber dem Vorjahr). Ende 2008 waren 245 Pharmabetriebe beim Gesundheitsministerium registriert. Sie sind überwiegend klein bis mittelständisch. Von ihnen stellen 176 traditionelle Medikamente und 69 "moderne" Präparate her, darunter insbesondere Generika. Einige internationale Pharmakonzerne produzieren vor Ort, unter anderem Y.S.P. Industries aus Taiwan,Glaxo SmithKline (Großbritannien) und Ranbaxy aus Indien. Die inländischen Firmen investieren in ihre Fabriken, um den Richtlinien "Good Manufacturing Practice (GMP)" der EU- und der ASEAN-Länder zu genügen.Die Zulassung und Herstellung von pharmazeutischen Produkten sind umfassend geregelt. Anbieter von verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Medikamenten müssen Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit der Erzeugnisse nachweisen. Bei dem Exekutivkomitee (Drug Control Authority, DCA), das dem Gesundheitsministerium untersteht, müssen alle Arzneimittel registriert werden. Die Fachleute und Laboratorien des National Pharmaceutical Control Bureau (NPCB) überwachen die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften nach dem "Sales of Drugs Act", 1953 (novelliert 1989) und kontrollieren die Einhaltung des GMP-Standards.National Pharmaceutical Control Bureau (NPCB)Jalan Universiti, Peti Surat 31946730 Petaling Jaya, Selangor, MalaysiaTel.: 60 3 7883 5400Fax: 60 3 7956 2924Web: www.bpfk.gov.myPharmaceutical Association of Malaysia (PhAMA)75-3, Jalan Medan Setia 1, Plaza Damansara50490 Kuala Lumpur, MalaysiaTel.: 60 3 2096 2493Fax: 60 3 2095 2143Email: phama@phama.org.myWeb: www.phama.org.my