' )Thailand - Stahlindustrie will expandieren
Asien Kurier 5/2009 vom 1. Mai 2009
Thailand

Stahlindustrie will expandieren

Von Alexander Hirschle (gtai)

Die thailändische Regierung scheint die konjunkturelle Atempause nutzen zu wollen, um zukunftsweisende Projekte auf die Schiene zu bringen.

Der Traum vom Aufbau eines großen thailändischen "Upstream"-Stahlkomplexes scheint seiner Verwirklichung einen Schritt näher gekommen zu sein. Ende März 2009 erhielt der Fachverband ISIT (Iron and Steel Institute of Thailand) grünes Licht für eine entsprechende Feasibility-Studie, die bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen werden soll. Presseangaben zufolge wird die Regierung das Projekt mit 100 Millionen Baht (2,15 Mrd. Euro, 1 Euro=46,47 Baht, 3-Monatsmittel) unterstützen.

Mit den Analysen soll im 4. Quartal 2008 begonnen werden. Die Studie wird den kompletten "Upstream"-Bereich und sämtliche Aspekte, die für internationale Investoren von Bedeutung sein könnten, umfassen. Nach Angaben von ISIT-Präsident Wikrom Vajragupta werden dabei bereits Details festgezurrt, wie unter anderem die Auswahl eines geeigneten Standorts, technologische und soziale Aspekte sowie etwaige Umweltbeeinträchtigungen. "Da Investoren umfangreiche Unterstützung von Seiten des thailändischen Staates erhalten, sollten sie im Gegenzug auch ihren Teil dazu beitragen, wie zum Beispiel bei der Ausbildung von Fachkräften" - so der Verbandspräsident in der Tageszeitung "Bangkok Post".

Seiner Einschätzung zufolge sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt, das Vorhaben voranzutreiben. Alle Beteiligten hätten mehr Zeit, das Projekt aus allen Blickwinkeln zu analysieren, um somit bereits im Vorfeld mögliche Fehlentwicklungen zu vermeiden. Als größte Sorge bezeichnet er mögliche Proteste aus den Gemeinden und von Umweltschützern, die häufig sehr emotional geführt würden und somit vernünftige Lösungen erschweren könnten. Die Auswahl eines geeigneten Standortes sei daher von größter Wichtigkeit. Falls ein solcher nicht gefunden würde, bestünde die Gefahr, dass potentielle Investoren alternativ in andere Länder wie beispielsweise Indonesien oder Vietnam ausweichen könnten.

Bereits zuvor hatten vier ausländische Unternehmen ihr Interesse an der Umsetzung eines solchen Projekts geäußert, was von der thailändischen Regierung wohlwollend aufgenommen wurde. Zu den Firmen zählen das chinesische Unternehmen Baosteel, die japanischen Firmen JFE Steel und Nippon Steel sowie der transnationale Konzern ArcelorMittal. Die potentiellen Investoren sehen künftig eine hohe Nachfrage nach hochwertigem Stahl in Thailand, trotz der zu erwartenden rückläufigen Absätze 2009. Gemäß ISIT-Analysen dürfte sie in den wichtigsten Abnehmerbranchen wie Bau, Kfz und Elektrotechnik im laufenden Jahr um 15 bis 23 Prozent einbrechen. Diese Sektoren haben im Zuge der internationalen Wirtschaftskrise mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Einzig die Stahlnachfrage aus dem Bereich Lebensmittelverpackungen bildet mit einem voraussichtlichen Zuwachs von 8 Prozent einen Lichtblick. Eventuell könnten auch Infrastrukturprojekte der Regierung, auf deren Umsetzung man seit geraumer Zeit wartet, dem Sektor etwas Erleichterung verschaffen. Übergreifend soll der lokale Verbrauch 2009 um 15,5 Prozent auf 11,2 Millionen Tonnen nachgeben, nachdem die Vergleichszahl 2008 noch 13,0 Millionen Tonnen erreicht hatte.

Durch das geplante Projekt will Thailand nach den Vorstellungen der Regierung künftig zwischen 180 und 200 Milliarden Baht an Stahlimporten substituieren und eine höhere Mehrwertschöpfung erzielen. Bisher besteht ein Großteil des lokal hergestellten Stahls aus Erzeugnissen niedriger Qualität. Das südostasiatische Land führt im Gegenzug rund 5,4 Millionen Tonnen Hochqualitätsstahl im Wert von 177 Milliarden Baht ein, was etwa 60 Prozent der gesamten Stahlimporte ausmacht. Vor allem die einflussreiche Kfz-Industrie und die Verpackungshersteller benötigen als Vorprodukt jedoch erstklassigen Stahl, dessen Nachfrage sich bis 2015 aufgrund des Ausbaus der Produktionskapazitäten für Fahrzeuge auf 14,1 Millionen Tonnen per annum fast verdreifachen soll.

ISIT (Iron and Steel Institute of Thailand)

1.-2 . Floor, Bureau of Industrial Sectors Development Building

Trimitr Soi., Pharam 4 Road, Phakhanong, Klongtoey

Bangkok 10110, Thailand

Tel.: 66 27136 2902

Fax: 66 27136 6293

Email: info@isit.or.th

Web: www.isit.or.th


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