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Chinas Markt für Kunststoffe in Primärform scheint die Talsohle durchschritten zu haben.
Mehrere Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die Branche wieder im Aufwärtstrend befindet. So haben sich die Preise für nahezu alle Segmente teilweise kräftig erhöht, die Hersteller von Erzeugnissen aus Kunststoffen melden einen kräftigen Rebound, und auch die Auslandsbezüge haben nach ersten Angaben wieder kräftig zugenommen.Nachdem die Branche im 4. Quartal 2008 regelrecht abgestürzt war, mehren sich nun die Anzeichen, dass sich die Märkte langsam erholen. Besserungstendenzen zeigen sich bei Produktion und Import, während die Ausfuhr weiterhin kränkelt. Darüber hinaus meldet der Großabnehmer für Primärkunststoffe, dieKunststoffindustrie, wieder steigende Preise.Zur Verbesserung der Lage hat der Beschluss der Regierung beigetragen, die 750 Millionen chinesischen Farmer zum Kauf von Elektrohausgeräten und elektronischen Erzeugnissen zu animieren. Sie erhalten seit dem 1. Februar 2009 beim Kauf von Farbfernsehgeräten, Kühlschränken, Handys, Waschmaschinen und Klimaanlagen 13 Prozent des Preises erstattet. Nach Angaben des Handelsministeriums stiegen die Umsätze in diesen Produktgruppen im März im Vergleich zum Februar um 70 Prozent.In der Folge ist die Erzeugung von Kunststoffen in Primärform im 1. Quartal 2009 wieder in den grünen Bereich gerückt: in den Monaten Februar und März wieder die Vorjahreszahlen erreicht. Positiv stimmt auch, dass die Produktion von Kunststofferzeugnissen im 1. Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,4 Prozent angestiegen ist.Dabei ist Erholung vollständig auf den Binnenmarkt zurückzuführen, da die Ausfuhr sowohl von Primärkunststoffen als auch von Enderzeugnissen weiterhin im tiefroten Bereich ist. So lag beispielsweise der Export von Halbwaren (Rohre, Schläuche, Tafeln und Platten) in den ersten zwei Monaten 2009 wertmäßig um 32 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.Die Stärkung des Binnenmarktes zeigt sich auch deutlich in den seit Jahresanfang wieder steigenden Preisen. So zogen alleine die Preise für ABS in der Yuyao Plastic City seit Jahresbeginn um knapp 37 Prozent an. Auch andere Kunststoffe in Primärform weisen - mit Ausnahme von PVC - zweistellige Zuwachsraten auf.Der Markt in Yuyao ( Provinz Zhejiang) gilt als Indikator für die chinesische Kunststoffindustrie und wird auch als "Königreich des Kunststoffs" bezeichnet.Ein weiterer Lichtblick stellt die Entwicklung bei den Abnehmern von Primärkunststoffen dar. Nach Angaben des "Zhongguo Qinggong Wang" (China Light Industry Net) war die Bruttoproduktion der Kunststofffirmen im Januar 2009 mit einem Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat von 4,6 Prozent zwar noch leicht rückläufig, aber schon der Februar wies mit einem Plus von 16,2 Prozent ein deutlich positives Ergebnis auf. Im den ersten zwei Monaten stieg die Bruttoproduktion im Vergleich zur Vorperiode um 5,1 Prozent auf 12,16 Milliarden Renminbi. Dabei erstreckt sich der Rebound auf nahezu alle Branchensegmente. Einzig die Folienhersteller melden ein weiterhin schwieriges Umfeld. Ihre Bruttoproduktion sank im Berichtszeitraum um 6,2 Prozent auf 1,73 Milliarden Renminbi.Die Importe von Kunststoffen in Primärform waren vor allem zum Jahresende 2008 gewaltig unter die Räder geraten. Die Einfuhrmengen waren erstmals seit Jahren rückläufig. Insgesamt gingen die Auslandsbezüge im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent auf 17,7 Millionen Tonnen zurück. Wertmäßig bedeutete dies noch eine geringe Zunahme um 5,3 Prozent auf *** Milliarden Euro.Die Branche scheint die Wachstumsdelle bei den Auslandsbezügen mittlerweile hinter sich gelassen zu haben. Der Januar 2009 war zwar noch schwierig, aber der Februar erwies sich für ausländische Lieferanten als der der beste Monat seit langem. Nach Zollangaben legten die chinesischen Einfuhren von Kunststoffen in Primärform im Vergleich zum Vorjahresmonat um 55,4 Prozent auf 1,78 Millionen Tonnen zu. Die Erholung betraf nahezu sämtliche Segmente. So wuchsen die Importe von PE um 134,8 Prozent und PVC sogar um160,2 Prozent. Auch PP (+82,2%) wurde stark nachgefragt, während einzig die Polyester-Lieferanten (-30,7%) miteinem weiter schwierigen Markt zu kämpfen haben.Sicher macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, da aber mehrere Indikatoren wieder im grünen Bereich sind, häufen sich Analystenstimmen, die für die Branche wieder positiv gestimmt sind. Die "China Chemical Industry News" weist beispielsweise darauf hin, dass nicht nur Preise und Import von Kunststoffen in Primärform wieder angezogen hätten, sondern dass auch die Chemiefaser-Lagerbestände der Großkonzerne Sinopec und PetroChina stark gefallen seien - allerdings ohne Zahlen zu nennen.Die chinesische Branche der Kunststoffe in Primärform umfasste 2007 (letztverfügbare Werte) nach Angaben des Statistischen Jahrbuchs 224 Hersteller. Deren Bruttoproduktion wird mit 323 Milliarden Renminbi angegeben, das sind etwa *** Milliarden Euro.Die Faserindustrie ist stark regional konzentriert. Mehr als drei Viertel der Erzeugung entfallen auf das Yangzi-Delta wobei Zhejiang (40,3%) sowie Jiangsu (34,5%) führend sind. Als Produktionsstandort hat außerdem Fujian mit einem Anteil von 5,7 Prozent eine gewisse Relevanz. Alle anderen Regionen vereinen je maximal 3 Prozent auf sich.