' )Indonesien - Kabelindustrie profitiert von Infrastrukturausbau
Asien Kurier 6/2009 vom 1. Juni 2009
Indonesien

Kabelindustrie profitiert von Infrastrukturausbau

Von Necip Bagoglu (gtai)

Indonesiens Kabelindustrie, die in den letzten Jahren dank der wieder steigenden Nachfrage ihre Produktion deutlich erhöhen konnte, blickt trotz der allgemeinen Konjunkturabschwächung 2009 mit Zuversicht in die Zukunft. Die umfangreichen Investitionen zum Ausbau der Energieproduktion werden in den kommenden Jahren für eine lebhafte Nachfrage nach Kabeln sorgen.

Wenn auch der spürbare Absatzrückgang in der Automobil- und Elektrobranche zumindest zu einem vorübergehenden Rückgang der Nachfrage nach Kabeln bei diesen Industriezweigen führt, sorgen doch die von der Regierung vorangetriebenen massiven Investitionsprogramme im Energiesektor für gute Geschäfte, zumal in Verbindung mit den zahlreichen Kraftwerksprojekten auch neue Energietransportleitungen und Verteilungsnetze benötigt werden, um den in den Anlagen produzierten Strom an die Abnehmer weiterzuleiten.

Der Elektrizitätsbedarf im Lande wird nach letzten Erkenntnissen in den bevorstehenden zehn Jahren

durchschnittlich um 9 Prozent pro Jahr zunehmen. Die Regierung verfolgt das ehrgeizige Ziel, bis 2018 etwa 95 Prozent der privaten Haushalte mit Strom zu versorgen (2007: 60,8%). Zwei "Crash"-Programme zur Beschleunigung der Investitionen in neue Kraftwerke sollen Abhilfe schaffen. Das erste bereits 2006 gestartete Programm sieht bis 2010/11 den Bau von insgesamt 35 Anlagen hauptsächlich auf Kohlebasis mit einer Gesamtkapazität von 10.000 MW vor. Davon werden zehn Kraftwerke mit zusammen 6.900 MW Kapazität in Java und 25 weitere Anlagen mit zusammen 3.100 MW in anderen Landesgebieten errichtet.

Der Investitionsbedarf bei Energieübertragungsleitungen im Rahmen dieses ersten Programms beträgt insgesamt rund 6.100 Milliarden Indonesische Rupiah . Von dieser Summe entfallen 1.200 Milliarden Rupiah auf Java, 1.300 Milliarden auf Süd-Sumatra, 2.400 Milliarden auf West-Nusa-Tenggara und 1.200 Milliarden Rupiah auf Nord-Sumatra. Die Beschaffungen erfolgen in der Regel über öffentliche Ausschreibungen der Projektträger.

Das zweite Crash-Programm, das bis 2014/15 läuft, sieht Investitionen von umgerechnet insgesamt 17,3 Milliarden US-Dollar für den Aufbau von ebenfalls 10.000 MW an Kapazitäten vor; davon sollen mindestens 2,3 Milliarden US-Dollar für die Errichtung von Energietransportleitungen und Distributionsnetzen verausgabt werden. Die im zweiten Programm geplanten Kapazitäten sollen zu 60 Prozent durch Wasserkraftwerke und geothermische Kraftanlagen bereitgestellt werden. Vom Rest entfallen 26 Prozent auf Kohle- und 14 Prozent auf Gaskraftwerke.

Aufgrund der gewaltigen Investitionen in die Elektrizitätsgewinnung und -verteilung, der zahlreichen Projekte im Telekommunikationssektor, des hohen Nachholbedarfs im Wohnungsbau und der mittelfristig erhofften Erholung in der Kfz- und Elektroindustrie erwartet der Fachverband der Kabelhersteller (Indonesian Electric Cable Manufacturers Association (Apkabel) in den kommenden Jahren einen Anstieg der Inlandsnachfrage. Diese soll von geschätzten 295.000 (228.000) Jahrestonnen 2008 (2007) bis 2012 auf 513.000 Tonnen wachsen. Damit werden die derzeitigen lokalen Produktionskapazitäten der 34 Kabelhersteller von insgesamt 445.090 Tonnen pro Jahr nicht ausreichen, die Nachfrage zu befriedigen und gleichzeitig die Exporttätigkeit fortzusetzen.

Dies dürfte in den kommenden Jahren neue Projekte zum Ausbau der Produktion auf die Tagesordnung bringen, nachdem in den letzten Jahren wegen ausreichender freier Kapazitäten keine nennenswerten neuen Vorhaben in Angriff genommen worden sind. Lediglich die malaysische PT Wonderful Wire and

Cable errichtete eine Kabelfabrik in Medan. Außerdem investierte die PT Prysmian Cable in den Ausbau ihrer Kapazität.

Von der gesamten Produktionskapazität entfallen 132.900 Tonnen auf Telekommunikationskabel, 258.000 Tonnen auf Energiekabel, 43.150 Tonnen auf Spezialkabel und 8.800 Tonnen auf Lackkabel (emaillierte Drähte). Fast alle im Lande operierenden großen Hersteller produzieren sowohl elektrische Hoch-, Mittel- und Niederspannungskabel wie auch Telekommunikations- beziehungsweise Glasfaserkabel. Nahezu sämtliche Betreiber von Telekommunikationsnetzen benutzen bei neuen Projekten Glasfaserkabel. Hier betrug die gesamte jährliche Produktionskapazität 2008 etwa 27.580 Tonnen mit einem Anteil des Unternehmens Sucaco von 16.250 Tonnen.

Die lokale Kabelfertigung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Produktion in sämtlichen Kategorien erhöhte sich laut offizieller Statistik von 178.000 (133.500) Jahrestonnen 2006 (2005) auf 378.300 (289.300) Tonnen im Jahr 2008 (2007). Parallel dazu wurden auch die Exporte erfolgreich ausgebaut. Letztere erhöhten sich von umgerechnet 287,7 Millionen US-Dollar (66.625 Tonnen) im Jahr 2004 auf 917,8 Millionen US-Dollar (111.619 Tonnen) im Jahr 2007.

Die Länder des Nahen Ostens mit großen Bauprojekten waren die wichtigsten Abnehmer von Kabeln aus indonesischer Produktion. Zündkabelsätze und andere Kabelsätze für Kraftfahrzeuge stellten 2007 wertmäßig den größten Ausfuhrposten dar. Diese Lieferungen im Wert von 338 Millionen US-Dollar machten mehr als ein Drittel der gesamten Branchenexporte aus. Die indonesischen Kabelimporte legten in den letzten Jahren ebenso kräftig zu. Sie stiegen von 83,4 Millionen US-Dollar (20.772 Tonnen) im Jahr 2004 auf 222,2 Millionen US-Dollar (50.003 Tonnen) 2007. Die Einfuhren bestanden hauptsächlich aus Glasfaser- und Industriekabeln.

Indonesian Electric Cable Manufacturers Association (Apkabel)

Jalan K.H. Zainul Arifin, Ketapang Indah B2/32

Jakarta 11140, Indonesien

Tel.: 62 21 6341036, 6341113

Fax: 62 21 6333032, 6338702

Email: apkabel@cbn.net.id

Web: www.apkabel.org


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