'
)
Auch für 2009 erwarten die Hersteller von Farben, Lacken und Beschichtungen in Vietnam ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum. Während die Nachfrage aus der Holzindustrie zurückgeht,
läuft das Geschäft mit Baufarben und Antikorrosionsfarben für Schiffe gut. Über die Hälfte des Umsatzes entfällt auf ausländische Direktinvestoren.Der Pro-Kopf-Ausstoß von Farben und Lacken lag in Vietnam 2008 bei etwa 2,8 kg, so die Vietnam Paint & Printing Ink Association (VPIA). Der Nachholbedarf ist nach internationalen Maßstäben groß. Das Marktvolumen beziffert der 110 Mitglieder umfassende Verband (Farb- und Druckfarbenhersteller,Rohmateriallieferanten, Ausrüster) für 2008 auf 560 Millionen US-Dollar oder 241 Millionen Liter. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 12,0 beziehungsweise 2,1 Prozent. Davon entfällt rund die Hälfte auf dekorative Farben. Für 2009 ist mit einem wertmäßigen Wachstum von 6 bis 8 Prozent zu rechnen, dem Volumen nach mit einem Plus von 2 bis 4 Prozent. Motoren der Entwicklung sind in erster Linie der Schiffbau und der Bausektor, während insbesondere die Holzverarbeitung stark unter dem Wirtschaftsabschwung leidet.Im Gegensatz zu den meisten anderen Chemiesparten ist Vietnam im Bereich Farben, Lacke und Beschichtungen in der Lage, seinen Bedarf im Wesentlichen durch lokale Erzeugung abzudecken.Importiert werden vor allem hochwertige Produkte insbesondere für die Kfz-Branche sowie Spezialanwendungen. Ihr Anteil am Marktvolumen wird auf etwa 10 Prozent geschätzt. Anders sieht es bei den Rohstoffen aus. Hier müssen schätzungsweise 55 bis 60 Prozent der benötigten Inputs aus dem Ausland bezogen werden. Besonders hoch ist die Quote bei Harzen, einschließlich Latex (80 Prozent) sowie bei Pigmenten und Lösungsmitteln (jeweils 98 Prozent); Additive werden zu 100 Prozent zugekauft.Dass das Land im Wesentlichen Selbstversorger ist, liegt in erster Linie an den zahlreichen Auslandsinvestitionen. Vor allem japanische (Nippon Paint), thailändische (Thai 4 Oranges) und niederländische Firmen (Akzo Nobel, 2008 verstärkt durch die Übernahme von ICI Paints) arbeiten seit Jahren vor Ort. Von den deutschen Branchenvertretern ist bislang keiner mit eigener Fertigung präsent.Nach Ansicht des VPIA ist es deshalb für einen Markteintritt fast schon zu spät. Die Segmente sind aufgeteilt, die Konkurrenz zwischen den bereits etablierten Anbietern ist groß. Gute Absatzchancen sieht der Verband indessen im Rohmaterialbereich, also beispielsweise im bislang "unbeackerten" Feld der Additive.Etwa 60 Prozent der Branchenumsätze entfallen auf ausländische Unternehmen, mengenmäßig weitaus weniger. Der Grund ist, dass diese überwiegend in Segmenten mit hoher Wertschöpfung tätig sind. Nippon Paint Vietnam beispielsweise hält laut "Vietnam Economic News" 70 Prozent des Marktanteils für Automobil- und Motorradlacke. Der Absatz macht mengenmäßig zwar schätzungsweise nur etwa 5 Prozent des Marktvolumens aus, wertmäßig jedoch rund 20 Prozent. Trotz Krise will der japanische Konzern neben den beiden bestehenden Fabriken in Hanoi und Dong Nai eine weitere errichten. Ferner eruieren Kansai Paint (Japan), KCC (Südkorea) und Akzo Nobel Neuinvestitionen. Der koreanische Konzern will wohl in erster Linie seine Töchter beliefern, Akzo Nobel hat Kunden aus der Holzverarbeitung im Fokus.Nach Informationen der dem Ministry of Industry and Trade unterstehenden Vietnam Chemicals Agency ist für 2010 ein neue Masterplan für Farben und Lacke geplant. Darin wird die Marschrichtung für künftige Projekte, gegebenenfalls auch für neue Regelungen vorgegeben. Grundsätzlich soll dem Segment Anwendungen für den Schiffbau größere Bedeutung eingeräumt werden, da Vietnam eine der weltweit führenden Schiffbaunationen werden will. Darüber hinaus entwickelt sich die Nachfrage dem weltweiten Trend folgend weg von lösungsmittelhaltigen hin zu lösungsmittelfreien beziehungsweise wasserbasierten Farben (wobei erstere nach wie vor weit über 60 Prozent des mengenmäßigen Marktvolumens ausmachen). Die nachhaltigsten Impulse zu umweltfreundlicheren Farben kommen aus dem Ausland. Dagegen reagieren die lokalen Kunden nach wie vor sehr preissensitiv und kaufen eher das billigere Fabrikat.Alle zwei Jahre findet in Vietnam als wichtigstes Ereignis der Branche der "Asia Coatings Congress" statt, zuletzt im April 2009. Informationen zum Veranstaltungstermin für 2011 gibt der Verband VPIA.Ministry of Industry and TradeVietnam Chemicals AgencyAnsprechpartner: Dr. Phung Ha, Acting Director General91 Dinh Tien HoangHanoiTel.: 86 913074662Email: hap@moit.gov.vnVietnam Paint & Printing Ink Association (VPIA)Ansprechpartnerin: Nguyen Thi Lac Huyen159 Ba Hom Street, W. 13, District 6Ho Chi Minh CityTel.: 84 8 3877 9519Fax: 84 8 3751 8342Email: vpia@vpia.org.vnWeb: www.vpia.org.vn