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Asien Kurier Vietnam-Special vom 13. November 2007
Vietnam

Hanoi investiert in Massentransportsysteme

Von Udo Bartsch (gtai)

Die wachsenden Verkehrsprobleme in der Hauptstadt Hanoi zwingen die Stadtverwaltung zu einem beschleunigten Ausbau des innerstädtischen Transportwesens. Mit Hilfe eines kombinierten über- und unterirdischen Bahnsystems (Urban Railway System/URS) sowie der Einrichtung zweier Expressbuslinien (Bus-Rapid-Transit/BRT) soll der drastisch steigende Straßenverkehr in den kommenden fünf Jahren spürbar entlastet werden. Die dafür erforderlichen Investitionen werden auf über 1,1 Milliarden US-Dollar veranschlagt.

In den meisten vietnamesischen Großstädten, insbesondere in Hanoi und in der Wirtschaftsmetropole Ho Chi Minh City (ehem. Saigon), treten auf Grund des in den letzten drei Jahren dramatisch gestiegenen Transportaufkommens auf den Straßen die innerstädtischen Verkehrsprobleme immer deutlicher in Erscheinung. Beide Städte hoffen, ihre Beförderungsengpässe durch den Aufbau von leistungsfähigen Massentransportsystemen zu überwinden. Während Saigon eine U-Bahn-Lösung bevorzugt, setzt Hanoi auf ein kombiniertes Bahn- und Bussystem. Dabei könnten sich auch für deutsche Firmen bei der Lieferung der benötigten Fahrzeuge sowie im Consulting-Bereich neue Geschäftsmöglichkeiten ergeben.

Das "Hanoi People's Committee" beabsichtigt, mit einem Kostenaufwand von 680 Millionen US-Dollar innerhalb von fünf Jahren ein aus insgesamt 15 Stationen, darunter elf über- und vier unterirdische, bestehendes innerstädtisches Bahnnetz aufzubauen. Die insgesamt 12,7 km lange Strecke soll vom Tu Liem District in der Nhom-Gemeinde bis zur Hanoi Railway Station (Hauptbahnhof) führen. Von der gesamten Bahnstrecke werden 9,8 km über- und 2,9 km unterirdisch verlaufen.

Geplant ist, dass die Finanzierung des Vorhabens je zu Hälfte mit Mitteln der Stadtverwaltung und der Regierung sowie mit französischen ODA-Geldern erfolgt. Mit dem Management dieses Investitionsprojektes sollte noch im dritten Quartal 2007 eine Consulting-Firma beauftragt werden. Die Inbetriebnahme des neuen innerstädtischen Bahnsystems wurde für Oktober 2012 terminiert. Anfangs ist der Einsatz von dreiteiligen U-Bahn-Zügen mit einer Kapazität von 431 bis 587 Passgieren geplant, später eine Erweiterung auf 1.000 Fahrgäste vorgesehen.

Zugleich beabsichtigt Hanoi die Einrichtung von zwei Expressbus-Verbindungen. Beide Buslinien sollen ihre Anfangshaltestelle am Hoam Kiem-See im Stadtzentrum von Hanoi haben, wobei die eine Linie bis Ha Dong (17,4 km) und die andere bis Van Dien (10,9 km) verlaufen wird. Für die Realisierung dieses Vorhabens sind Investitionen im Gesamtwert von 452 Millionen US-Dollar erforderlich. Finanziert wird es voraussichtlich aus Mitteln der Stadtverwaltung und mit einem Weltbankkredit in Höhe von 134 Millionen US-Dollar.

Um den innerstädtischen Verkehrsfluss in Hanoi entscheidend zu verbessern, sind nach Ansicht des People's Committee bis 2010 Investitionen im Gesamtwert von mehr als 14 Milliarden US-Dollar erforderlich. Dabei sind allein für den Ausbau und die Erneuerung des Straßennetzes im Großraum von Hanoi Investitionen von 7,7 Milliarden notwendig. Die restlichen Mittel von annähernd 7 Milliarden wären hingegen für den Ausbau der öffentlichen Verkehrssysteme bestimmt.

 

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