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Vietnam Fokus 0/2008 vom 15. Februar 2008
Vietnam

Starkes Interesse am Bauxit-Abbau

Von Udo Bartsch (gtai)

Vietnam verfügt über umfangreiche Bauxitvorkommen, die auf circa 8 Milliarden Tonnen geschätzt werden. Dieser wichtige Rohstoff für die Aluminiumproduktion wird jedoch bisher nur sehr spärlich abgebaut und zu Aluminiumoxyd verarbeitet. Der erste große Komplex für den Bauxitabbau und die Weiterverarbeitung, der gegenwärtig in der zentralvietnamesichen Lam Dong Provinz entsteht, soll 2009 die Produktion aufnehmen. Nach Vorstellungen der Regierung ist bis 2025 möglichst in Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern die Errichtung neuer Aluminiumkapazitäten vorgesehen.

Vietnam beabsichtigt, 8 Milliarden bis 10,6 Milliarden Euro in den Aufbau umfangreicher Kapazitäten für die Bauxitförderung und Aluminiumraffinade bis 2025 zu investieren. Der vom Premierminister Nguyen Tan Dung bereits abgesegnete Entwicklungsplan sieht bis 2015 unter anderem die Errichtung von zwei Aluminiumoxydraffinerien mit einer Gesamtkapazität von 6,4 bis 8,4 Millionen Jahrestonnen vor. Zudem ist bis 2025 der Bau von zwei Aluminiumfabriken mit einer jeweiligen Kapazität von 0,2 bis 0,4 Millionen Tonnen Aluminiumbarren jährlich vorgesehen. Die neuen Anlagen sollen alle im Zentralen Hochland und in der Binh Thuan Provinz (Südwestvietnam) entstehen. Für den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur, einschließlich eines Tiefseehafens für Schiffe von 30.000 bis 50.000 BRT sind Investitionen von voraussichtlich 1,4 Milliarden Euro erforderlich.

Die Regierung möchte möglichst viele Auslandsinvestoren für die geplanten Vorhaben interessieren. Da die einzelnen Projekte jedoch als Aktiengesellschaften fungieren sollen, sind aber nur ausländische Minderheitsbeteiligungen an diesen Gesellschaften erwünscht. Viele der weltbekannten Bergbaukonzerne, darunter Chalco aus der Volksrepublik China, Alcoa aus den USA, BHP Billiton und Xstrata aus Australien, Rusal aus Russland sowie Sojitz, Marubeni, Mitsui und Itochu aus Japan zeigen bereits großes Interesse an den vietnamesischen Bauxitvorhaben.

So beabsichtigt Chalco, gemeinsam mit der Vietnam National Coal and Mining Industries Group, Vinacomin, den Abbau von zwei Bauxitvorkommen in der Dok Nong Provinz (Zentrales Hochland) aufzunehmen. Zudem hat Chalco vorgeschlagen, in Binh Thuan eine Raffinerie für Aluminiumoxyd mit einer Jahreskapazität von 1,9 Millionen Tonnen zu errichten. Auch Alcoa hat mit Vinacomin bereits eine Kooperationsvereinbarung über den Bau einer Aluminiumoxydraffinerie mit einer Kapazität von 1,5 Millionen Tonnen jährlich getroffen. Die neue Anlage soll in der Dak Nong Provinz entstehen und die dafür erforderlichen Investitionen werden auf 815 Millionen Euro veranschlagt.

BHP Billiton verhandelt mit Vinacomin über die Aufnahme der Bauxitförderung in zwei Vorkommen in der Dok Nong Provinz. Zugleich beabsichtigt der australische Bergbaukonzern, in unmittelbarer Nähe des Abbaugebiets auch noch eine Raffinerie mit einer Kapazität von 1,5 Millionen Tonnen Aluminiumoxid jährlich zu bauen. Die Kosten für die Raffinerie beziffert auch BHP auf 815 Millionen Euro. Sojitz will hingegen gemeinsam mit der Nippon Light Metal und der Vietnam Chemical Corp. in Lam Dong (Zentrales Hochland) ein Werk für Aluminiumhydroxid mit Kostenaufwand von rund 200 Millionen Euro und einer Jahreskapazität von 550.000 Tonnen errichten.

Vinacomin selbst baut bereits in der Lam Dong Provinz die erste vietnamesische Raffinerie für Aluminiumoxid. Die 340 Millionen Euro teure Anlage mit einer Kapazität von 0,6 Millionen Tonnen jährlich soll 2009 in Betrieb gehen. Außerdem plant Vinacomin, eine weitere Bauxitraffinerie in Nhan Co in der benachbarten Dak Nong Provinz zu bauen. Die geplanten Kapazitäten dieser Raffinerie sind auf 300.000 Jahrestonnen ausgelegt.

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Fax: 84 4 8510724

Email: info@vinacomin.vn

Web: www.vinacomin.vn

 

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