
Vietnam wird für ausländische Bau- und Immobilienfirmen als Investitionsstandort immer attraktiver und zählt nunmehr zu einem der offensten in Asien. Nachdem die Regierung mit Dekret 84 die maximale Laufzeit für die Grundstückspacht von 50 auf 70 Jahre ausdehnte, mit der Möglichkeit einer weiteren kostenlosen Verlängerung, eröffnen sich auf dem Immobilienmarkt neue Geschäftschancen. Zugleich stimuliert das kräftige Wirtschaftswachstum potentielle Investoren zu einem stärkeren Kapitalengagement.
Die sich nun bietenden Möglichkeiten eines langfristigen Engagements locken immer mehr Investoren, insbesondere aus Hongkong, Südkorea, Singapur, Japan und Thailand in das Lan am Südchinesischen Meeer. Laut Aussagen des Generaldirektors von CB Richard Ellis (CBRE), Marc Townsend, ist das ausländische Interesse an Investitionen im Bereich des Wohnungs-, Büro-, Geschäfts- und Hotelbaus bereits kräftig gestiegen. Die ab dem 1. Januar 2009 durch den WTO-Beitritt bedingte Öffnung des Einzelhandelsmarktes für ausländische Interessenten dürfte weiteren Auftrieb vermitteln.Die stärksten Bauaktivitäten melden derzeit die Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh City (früher Saigon) und die Hauptstadt Hanoi. Dabei gehört der Immobilienmarkt in Saigon laut der Studie "2008 Emerging Trends in Real Estate in Asien-Pacific" des US-Urban Land Institute (ULI) zu den erfolgversprechendsten in Asien. Dies bezieht sich vor allem auf den Wohnungs- und Hotelbau. Mittlerweile kosten in Saigon Eigentumswohnungen guter Qualität bis zu 3.500 US-Dollar je m2. Nach Ansicht vieler Marktbeobachter könnte der Preis schon sehr bald auf 4.500 US-Dollar je m2 steigen.Einige Investoren aus den asiatischen Ländern nutzen bereits den Bauaufschwung und verstärken ihre Aktivitäten bei Wohnungsvorhaben. So wird (Baubeginn: Februar 2008) die "Vietnam-Korea Housing Planning and Development" (VK-Housing), ein Joint Venture zwischen der vietnamesischen "Housing Development and Trading" und den beiden südkoreanischen Firmen "Lucky Vietnam Construction" und "P&D Korea" in Saigon (District 7), einen High-Class-Wohnkomplex (The Mart), bestehend aus acht Hochhäusern mit 26 bis 30 Stockwerken errichten. Insgesamt sollen hier 2.064 Apartments mit einer Wohnfläche von 78 bis 389 m2 bis Ende 2011 entstehen. Die dafür erforderlichen Investitionen werden auf 300 Millionen US-Dollar veranschlagt. Auch die zweitgrößte thailändische Immobilienfirma Preuksa zeigt großes Interesse an Wohnungsbauinvestitionen in Saigon. Die Firma will Wohnungen der mittleren Preisklasse errichten und sucht bereits nach geeigneten Grundstücken im Großraum der südvietnamesischen Metropole.Sowohl in Ho-Chi-Minh City als auch in Hanoi macht sich der Mangel an Büroräumlichkeiten immer stärker bemerkbar. Die Knappheit hat die Mieten in diesen beiden Großstädten bereits kräftig in die Höhe getrieben. So liegen die Monatsmieten in Saigon für "Grade A"-Büros gegenwärtig schon bei 40 bis 45 US-Dollar je m2. Das entspricht ungefähr dem Dreifachen der Mieten für entsprechende Räumlichkeiten in Bangkok.Der Bedarf an Büroraum in beiden Städten wächst rapide, da immer mehr ausländische Unternehmen auf dem sehr erfolgversprechenden Markt mit eigenen Firmenbüros vertreten sein möchten. In den kommenden drei Jahren ist nach Ansicht von CBRE-Generaldirektor Townsend vor allem in Ho-Chi-Minh City mit einer deutlichen Ausweitung des Büroraumangebots zu rechnen. Die Stadt soll dann über Büros internationalen Standards mit einer Gesamtfläche von 800.000 m2 verfügen. Derzeit genügen Büroflächen mit lediglich 320.000 m2 diesen Anforderungen.Eine sehr dynamische Entwicklung zeichnet sich auch in einigen Provinzgroßstädten ab. Einer CBRE-Untersuchung zufolge bietet unter anderem die viertgrößte Stadt des Landes, Danang, an der Zentralküste eine Vielzahl von Investitionsmöglichkeiten im Bereich des Baus von Wohnungen und Hotels sowie von Büro- und Geschäftsräumen. Als eines der Touristenzentren des Landes hat Danang einen rasch wachsenden Bedarf an Luxusapartments. Interesse an solchen Wohnungen zeigen nicht nur vermögende Vietnamesen sondern auch ausländische Kunden, vor allem aus Hongkong und Japan. Außerdem ist ein beschleunigter Ausbau der Hotelkapazitäten erforderlich. Bis 2020 ist die Errichtung von ungefähr 20 neuen Freizeitkomplexen vorgesehen. Bei vielen dieser Vorhaben handelt es sich um Investitionen im Wert von jeweils über 100 Millionen US-Dollar.Zudem braucht die Stadt verstärkt Geschäfts- und Büroräume. Insbesondere der expandierende Einzelhandel benötigt neue Verkaufsflächen. Das Ende 2007 eröffnete Big C Shopping Centre und die Indochina Riverside Mall werden andere internationale Handelsketten anlocken. Außerdem wird ein stärkerer Zustrom ausländischer Firmen aus dem Finanz- und Dienstleistungsbereich erwartet, die neue Büros benötigen. Ende 2006 verfügte Danang über Büros mit einer Gesamtfläche von rund 20.000 m2. Nach Angaben von CBRE sollen 2007 weitere 35.000 m2 an Büroraum hinzukommen. Bis 2010 ist laut CBRE mit einer Ausweitung der verfügbaren Bürofläche auf circa 100.000 m2 zu rechnen.