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Vietnam Fokus 3/2008 vom 15.Juli 2008
Vietnam

Bauboom in der Tourismusbranche

Von Simone Menshausen (gtai)

"Vietnam - The hidden charm": Mit diesem Slogan umwirbt das südostasiatische Land um ausländische Touristen. Die Tourismusbranche verzeichnet 2008 einen regelrechten Bauboom. Lokale und internationale Investoren stecken Millionen-Beträge in die Entwicklung neuer Hotels und Resorts. Die Zahl der Vier- und Fünf-Sterne-Anlagen wächst stetig. Damit bieten sich nach Einschätzung von Experten auch gute Absatzchancen für hochwertige Hotelausrüstungen.

Das Hotel- und Gaststättengewerbe soll nach Angaben des "World Travel and Tourism Council" (WTTC) 2008 rund 57.000 Milliarden vietnamesische Dong (etwa 2,2 Mrd. Euro, 1 Euro = 25.710 Dong, 3-Monatsmittel-Interbankenkurs) erwirtschaften. Bis zum Jahr 2018 dürfte die Wertschöpfung der Branche real um 6,2 Prozent p.a. zunehmen.

Vietnam verzeichnete in den letzten Jahren steigende Zahlen internationaler Besucher. Allein in den ersten fünf Monaten 2008 besuchten rund 2 Millionen Menschen das Land am Südchinesischen Meer, 16,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet die "Vietnam National Administration of Tourism" (VNAT) mit rund 4,5 Millionen Besuchern. Auch die Zahl der einheimischen Reisenden steigt stetig. 2007 waren es rund 19 Millionen, für 2008 wird mit etwa 21 Millionen gerechnet. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Zahl bis 2010 auf etwa 5,5 bis 6 Millionen ausländische und bis zu 25 Millionen einheimische Touristen anwachsen könnte.

Die meisten Besucher kommen aus asiatischen Nachbarländern. Investoren gehen davon aus, dass ihre Zahl weiter zunimmt, da Budget-Airlines, wie AirAsia, Jetstar, Tiger Airways und Hong Kong Air, zunehmend Ziele in Vietnam ansteuern. Daneben erwartet das Land in Zukunft mehr Besucher, die für Messen und Konferenzen anreisen. Auf die sogenannten MICE (Meetings, Incentives, Conferences and Exhibitions) entfallen laut CB Richard Ellis etwa 20 Prozent der Reisenden. Sie fragen vor allem hochwertige Hotelanlagen nach.

Die steigenden Touristenzahlen führen zu einem regelrechten Bauboom bei Hotels und Ferienanlagen. Nach Angaben der VNAT waren Anfang 2008 rund 20 Resorts im Bau, weitere 50 hatten Genehmigungen beantragt. Damit dürfte sich die Gesamtzahl von 200 Anlagen in nächster Zeit weiter erhöhen. Allein in den ersten fünf Monaten 2008 floss fast eine Milliarde US-Dollar an ausländischen Direktinvestitionen in 16 Projekte im Tourismussektor. Im Vorjahr waren es knapp 800 Millionen US-Dollar verteilt auf 48 Projekte. Die Zahl der Hotels soll sich nach Angaben von Branchenkennern auf etwa 14.000 steigern, die Zahl der verfügbaren Hotelzimmer auf rund 270.000 wachsen. Davon dürften mehr als 14.000 auf Ein- bis Fünf-Sterne-Hotels entfallen.

Viele internationale Ketten bauen ihre Präsenz im Land aus. So hat die US-amerikanische InterContinental ihr erstes Projekt in Hanoi gestartet, weitere vier Projekte sind in Vorbereitung beziehungsweise im Bau. Ähnliche Pläne hat die französische Accor-Gruppe. Sie eröffnete Anfang 2008 als erster ausländischer Hotelbetreiber eine Repräsentanz in Vietnam und will ihre Präsenz bis 2010 von bisher acht auf 20 Hotels ausbauen. In Planung sind auch einige Mega-Projekte, wie etwa der Bau des 100 Millionen US-Dollar teuren Fünf-Sterne-Resorts Chuoi Beach in der Provinz Thua Thien Hue.

Trotz zahlreicher Großprojekte sehen die Investoren Problemfelder, welche die weitere Entwicklung der Branche gefährden könnten. Zum einen kritisieren sie die langwierigen, oft intransparenten Genehmigungsverfahren. So beklagten Investoren, dass sich die Projektprüfung für Vorhaben auf der Insel Phu Quoc im Golf von Thailand zum Teil über Monate oder Jahre hinzieht. Zum anderen ist die Infrastruktur den Großprojekten oft nicht gewachsen. Flughäfen müssten ausgebaut, Wasser- und Stromversorgung gesichert werden.

Beim "World Economic Forum Travel & Tourism Competitiveness Index" landete Vietnam 2008 deshalb nur auf Rang 96 von 130 Ländern. Neben Infrastruktur und regulatorischem Umfeld erhielt das Land auch im Bereich Human Resources nur unterdurchschnittliche Noten. In den nächsten Jahren dürfte auch die Personalbeschaffung ein bedeutender Engpass werden. Bereits jetzt beklagen Hoteliers Schwierigkeiten, geeignete Beschäftigte zu finden. So verfügt nach Angaben der lokalen Tourismusbehörde in Ho Chi Minh City nur knapp die Hälfte der Hotelangestellten über eine entsprechende Ausbildung. Die Arbeitskräfte müssen überwiegend angelernt werden.

Gerade für die Luxusketten, die hohe Ansprüche an die Servicequalität stellen, ist dies problematisch.Vietnam will in Zukunft auch mit internationaler Unterstützung (etwa durch EuropAid) die Ausbildung von Hotelfachkräften verbessern. Bisher bilden nach VNAT-Angaben 30 Berufsbildungszentren und 38 Universitäten und Colleges Tourismusfachkräfte aus. Knapp 20 Institute sind Mitglied des "Network of Asia-Pacific Education and Training Institutions in Tourism" (APETIT) und sechs beteiligen sich am "ASEAN network of education and training institutions in tourism".

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Vietnam National Administration of Tourism

80 Quan Su Street, Hoan Kiem District

Hanoi

Tel: 84 4 942 3760

Fax: 84 4 942 41 15

Web: www.vietnamtourism.gov.vn

World Travel & Tourism Council

1-2 Queen Victoria Terrace, Sovereign Court

London E1W 3HA / United Kingdom

Tel: 44 870 7279882

Fax: 44 870 7289882

Email: enquiries@wttc.org

Web: www.wttc.org





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