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Vietnam Fokus 4/2008 vom 15. September 2008
Vietnam

Rekordausfuhr bei Kaffee

Von Dr. Stefanie Schmitt (gtai)

Rekordeinnahmen von 2 Milliarden US-Dollar will Vietnam 2008 mit seinen Kaffeeausfuhren erwirtschaften, so die "Vietnam Cocoa and Coffee Association" (Vicofa). Mengenmäßig sind die Ausfuhren in den ersten sieben Monaten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zwar zurückgegangen, wertmäßig konnte das Land allerdings eine Steigerung verbuchen.

Für die Bauern hat sich Kaffee nach Reis zum zweitwichtigsten landwirtschaftlichen Produkt entwickelt. Die Anbaufläche beträgt fast 500.000 Hektar. Dabei geht das Gros der Produktion ins Ausland - die Vietnamesen bevorzugen als Genussmittel nach wie vor Tee. Wie Luong van Tu, Vorsitzender der Vicofa, gegenüber der Zeitung "Dau Tu Tai Chinh" (Financial Investment) sagte, sollen die Einnahmen aus dem Kaffee-Export laut Prognosen 2008 einen Wert von circa 2 Milliarden US-Dollar erreichen.

In den ersten sieben Monates des Jahres verschiffte Vietnam 662.000 Tonnen Kaffee ins Ausland, mit anderen Worten: 11 Millionen Sack zu je 60 kg. Mengenmäßig bedeutete dies eine Verringerung im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent, wertmäßig allerdings ein Plus von 3,8 Prozent. Für das Gesamtjahr wird mit einer Exportmenge von circa 850.000 Tonnen gerechnet. Als Hauptkunde für vietnamesischen Kaffee hat sich mittlerweile Deutschland etabliert. Wie die Vietnam Chamber of Commerce and Industry publizierte, kamen von den 1,1Millionen Tonnen Kaffee, die Deutschland 2007 von den Weltmärkten bezog, 234.000 Tonnen aus Vietnam.

Unter den klassischen Kaffee-Exportnationen ist Vietnam der "Shooting-Star". In der Tat reicht die Geschichte des kommerziellen Anbaus der Bohne gerade ins Jahr 1960 zurück. Nicht zuletzt mit Unterstützung der Weltbank ist es dem südostasiatischen Land in den Folgejahrzehnten nicht nur gelungen, in die Riege der klassischen lateinamerikanischen Kaffee-Exportländer einzubrechen. Darüber hinauskonnte es sich seit 2000 unter den Weltmarktlieferanten fest auf den zweiten Platz nach Brasilien und vor Kolumbien katapultieren.

Während sich die vietnamesischen Kaffeebauern zunächst auf preisgünstige "Robusta"-Sorten von geringer Qualität konzentrierten, was im Jahr 2000 zu erheblichen Preiseinbrüchen auf den internationalen Märkten und zu entsprechendem Unmut bei der Konkurrenz führte, wird neuerdings mehr Wert auf Qualität gelegt. Neben "Robusta" finden sich daher immer häufiger die höherwertigeren "Arabica"-Sorten. Deshalb stimmen jetzt auch wieder die Preise.

Wie die "Vietnam Cocoa and Coffee Association" verlautbaren ließ, wollen die vietnamesischen Bauern die Erfolgsgeschichte des Kaffees nun mit Kakaobohnen wiederholen. Bislang werden Kakaosträucher nur auf 7.320 Hektar Fläche angebaut, die Ernte liegt bei unter 7.000 Tonnen jährlich. Schon bis 2010 sollen die Plantagen aber auf 20.000 Hektar erweitert und die Ernteergebnisse auf 30.000 Tonnen erheblich gesteigert werden.

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Vietnam Cocoa and Coffee Association (Vicofa)

No. 5 Ong Ich Khiem Street, Ba Dinh District

Hanoi / Vietnam

Tel.: 84 4 7336520

Fax : 84 4 7337498

Email: vicofa@hn.vnn.vn

Web: www.vicofa.org.vn

 

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