' )Vietnam - Automobilabsatz gewinnt an Fahrt
Asien Kurier 1/2008 vom 1. Januar 2008
Vietnam

Automobilabsatz gewinnt an Fahrt

Von gtai

Vietnams Automobilmarkt erlebte 2007 einen wahren Verkaufsboom. F´┐Żr den Anschub sorgte eine seit Jahresbeginn erfolgte dreimalige Reduzierung des Zollsatzes f´┐Żr komplett importierte Pkw von zun´┐Żchst 90 auf jetzt 60 Prozent.

Sowohl der Verkauf von im Inland montierten Kfz als auch von kompletten Importneufahrzeugen weist einen rasanten Aufw´┐Żrtstrend auf. Mit der starken Senkung des Zolltarifs versucht die Regierung, die in dem s´┐Żdostasiatischen Land etablierten ausl´┐Żndischen Kfz-Montagewerke zu einer Erm´┐Ż´┐Żigung ihrer Modellpreise zu bewegen.

Letzten Angaben der Vietnam Automobile Manufacturers Association (VAMA) zufolge stieg der Kfz-Inlandsabsatz in den ersten zehn Monaten gegen´┐Żber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 88 Prozent auf 58.320 Fahrzeuge. Von der regen Nachfrage profitierten nicht nur die im Lande t´┐Żtigen ausl´┐Żndischen Automobilhersteller, sondern auch Anbieter, die ihre Fahrzeuge im kompletten Zustand nach Vietnam exportieren. So nahmen die Kfz-Importe in den ersten neun Monaten gegen´┐Żber der Vorjahresvergleichsperiode laut Zollverwaltung um beachtliche 72,5 Prozent auf insgesamt 15.739 Fahrzeuge zu, darunter 6.588 Pkw mit weniger als zw´┐Żlf Sitzen und 6.252 Lkw.

Auch die Automobilbez´┐Żge aus Deutschland sind im bisherigen Jahresverlauf kr´┐Żftig gestiegen. Nachdem 2006 deutsche Importautomobile im Gesamtwert von umgerechnet 4,3 Millionen US-Dollar placiert werden konnten, beliefen sich diese Einfuhren im 1. Halbjahr 2007 auf bereits 3,1 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs gegen´┐Żber den ersten sechs Monaten 2006 um fast 240 Prozent entsprach. Nach Angaben der VAMA hat Daimler Benz den Absatz seiner Mercedes-Fahrzeuge in den ersten zehn Monaten um immerhin 77 Prozent auf 1.782 Einheiten steigern k´┐Żnnen.

Nach der beachtlichen Senkung des Importzollsatzes f´┐Żr Neufahrzeuge sahen sich die Importeure in der Lage, ihre Preise teilweise deutlich reduzieren. So hat die Euro Auto Joint Stock Co., die BMW-Fahrzeuge importiert, die Preise f´┐Żr die Modelle BMW 32 von 72.800 auf 69.900 US-Dollar und BMW X5 von 106.500 auf 103.900 US-Dollar gesenkt. Die in Vietnam montierten Automobile sind allerdings entgegen den Erwartungen nach der Zollerm´┐Ż´┐Żigung f´┐Żr Importfahrzeuge bisher nicht billiger geworden. Lediglich Mercedes setzte seine Preise f´┐Żr die Modelle E 280 um 20.000 auf 109.000 US-Dollar und Avantgarde um 6.000 auf 86.000 US-Dollar herunter.

Sowohl importierte Neufahrzeuge als auch in Vietnam aus eingef´┐Żhrten CKD-Teilen ("completely knocked down") montierte Pkw unterliegen noch der Special Consumption Tax von 50 Prozent und der Value Added Tax (VAT) von 10 Prozent. Der Importzollsatz f´┐Żr CKD-Teile betr´┐Żgt im Durchschnitt 28 Prozent. Automobile sind in Vietnam teilweise wesentlich teurer als in den anderen s´┐Żdostasiatischen L´┐Żndern. So liegen die Preise f´┐Żr im Lande montierte Fahrzeuge um 1,5 bis 1,7 Prozent ´┐Żber den Pkw-Preisen in Thailand, Malaysia oder Indonesien.

Einige der in Vietnam t´┐Żtigen ausl´┐Żndischen Automobilfirmen, darunter Daimler Benz, wollen auf Grund der Importzollsenkung f´┐Żr Neufahrzeuge ihre Investitionspl´┐Żne neu ´┐Żberdenken. Dabei dr´┐Żngen die Montagewerke auf eine Reduzierung der Zolls´┐Żtze f´┐Żr die ben´┐Żtigten importierten CKD- und SKD-Teile. Das Finanzministerium erw´┐Żgt eine Reduzierung der entsprechenden Tarife um 3 bis 5 Prozent. Damit w´┐Żrde die Zollbelastung f´┐Żr eingef´┐Żhrte Teile auf durchschnittlich 23 bis 25 Prozent fallen. Andererseits verlangt die Regierung jedoch einen h´┐Żheren "Local Content" bei der Montagefertigung. Dieser liegt gegenw´┐Żrtig im Durchschnitt bei lediglich 10 bis 20 Prozent. Nach Vorstellungen der Regierung sollte der Anteil jedoch bereits 2010 die Marke von 60 Prozent erreichen.


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