' )Indien - Exzellente Gesch´┐Żftschancen
Asien Kurier 3/2008 vom 1. M´┐Żrz 2008
Indien

Exzellente Gesch´┐Żftschancen

Gespr´┐Żch mit Christian Oldendorf, Leiter Technologie und Innovation von Sartorius Mechatronics, ´┐Żber die Gr´┐Żnde und Herausforderungen der Expansion nach Indien.

Von Daniel M´┐Żller

Neben gro´┐Żen internationalen Konzernen wagen inzwischen auch immer mehr mittelst´┐Żndische Unternehmen den Schritt auf den Subkontinent. Indien gilt als einer der gr´┐Ż´┐Żten M´┐Żrkte der Zukunft. Der Sartorius Konzern war hierbei ein Vorreiter. Bereits seit Ende der achtziger Jahre ist das Unternehmen in Indien erfolgreich aktiv.

Es besch´┐Żftigt in Bangalore mehr als 460 Mitarbeiter und hat seine Produktion in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Asien Kurier sprach mit Christian Oldendorf, Leiter Technologie und Innovation von Sartorius Mechatronics, ´┐Żber die Gr´┐Żnde und Herausforderungen der Expansion nach Indien.

Asien Kurier: Was hat Sie zur Er´┐Żffnung einer eigenen Produktionsst´┐Żtte in Indien bewogen?

Oldendorf: Als international agierendes Unternehmen ist es f´┐Żr uns wichtig, den Zugang zu wachstumsstarken M´┐Żrkten und Ressourcen zu sichern. Indien ist nicht nur eines der wachstumsst´┐Żrksten L´┐Żnder weltweit; auch speziell f´┐Żr unsere beiden Kernsegmente Mechatronik und Biotechnologie bieten sich hier exzellente Gesch´┐Żftschancen. So wachsen die Branchen Pharma und Chemie in Indien seit Jahren ´┐Żberproportional. Auch in der Lebensmittelindustrie ist ein regelrechter Boom zu verzeichnen. Die Nachfrage nach weiterverarbeitenden Anlagen mit entsprechenden Kontrolltechnologien, wie wir sie herstellen, steigt rasant. Unser Beweggrund war und ist es, diesen Markt vor Ort zu erschlie´┐Żen und somit l´┐Żnderspezifisch bedienen zu k´┐Żnnen. Dies ist jedoch aus unserer Erfahrung nur mit einheimischen Experten zu erreichen, die den Kontakt zu Kunden aufbauen und Land und Leute am besten kennen. ´┐Żhnliches gilt auch f´┐Żr den Vertrieb indischer Produkte, den man unm´┐Żglich ohne eigenst´┐Żndige Vertriebsst´┐Żtten in Indien organisieren kann.

Asien Kurier: Warum haben Sie Bangalore als Sitz f´┐Żr Ihre Niederlassung gew´┐Żhlt?

Oldendorf: In Bangalore, wo wir in erster Linie Bioprozessanlagen, Filtergeh´┐Żuse und Industriewaagen produzieren, ist eine Vielzahl unserer Lieferanten ans´┐Żssig. Das bringt gro´┐Że logistische und zeitliche Vorteile mit sich. Au´┐Żerdem verf´┐Żgt Bangalore ´┐Żber eine f´┐Żr indische Verh´┐Żltnisse gut ausgebaute Infrastruktur. Ein weiterer Aspekt war das enorme Potential an hoch qualifizierten Mitarbeitern. Allein in der Region um Bangalore wechseln von ´┐Żber 40 Hochschulen Tausende Jungingenieure in die Unternehmen. Das Niveau der Absolventen ist sehr hoch, und wir k´┐Żnnen sie als Mitarbeiter ohne aufwendige Einarbeitung einsetzen.

Asien Kurier: Wie hoch sch´┐Żtzen Sie das Entwicklungspotential des indischen Marktes ein?

Oldendorf: Als enorm hoch ? der Umsatz von Sartorius India lag 2006 bei gut 16 Millionen Euro und soll weiter kr´┐Żftig steigen. In den vergangenen Jahren ist die indische Tochter im Schnitt j´┐Żhrlich deutlich zweistellig gewachsen. Ein interessanter Aspekt ist auch die Altersstruktur des Landes: In Indien ist ein lang anhaltendes Wachstum zu erwarten, da die Bev´┐Żlkerung verh´┐Żltnism´┐Ż´┐Żig jung ist.

Asien Kurier: Mit wie viel Stammpersonal belegen Sie Ihre Niederlassung? Wie bereiten Sie Ihre Mitarbeiter auf den Auslandseinsatz vor?

Oldendorf: Gemessen an der Mitarbeiterzahl ist Bangalore einer unserer gr´┐Ż´┐Żten Standorte. Wir besch´┐Żftigen in Indien gegenw´┐Żrtig rund 460 Mitarbeiter, davon sind rund 200 in der Mechatronik- und 260 in der Biotechnologiesparte t´┐Żtig. Es handelt sich hierbei ´┐Żberwiegend um indische Kollegen. Von deutscher Seite erfolgt nur eine zeitlich begrenzte Schulung der lokalen Belegschaft. Dabei entstehen nat´┐Żrlich auch wichtige bidirektionale Lernprozesse. Schon seit vielen Jahren bieten wir zur Vorbereitung der Mitarbeiter auf einen Auslandseinsatz ?cross cultural trainings? an, in denen die Mitarbeiter aller Standorte etwas ´┐Żber Land und Leute der anderen Standorte erfahren. Wir trainieren in Indien auch mit deutschen Dozenten und anders herum in Deutschland auch mit indischen Fachleuten.

Asien Kurier: Auf welche Hindernisse sind Sie bei Ihrem Markteintritt in Indien gesto´┐Żen?

Oldendorf: Eine gro´┐Że Herausforderung war und ist die ´┐Żberwiegend unausgebaute Infrastruktur. In der Anfangsphase war ein weiteres Problem, die richtigen Lieferanten f´┐Żr Bauteile und Komponenten zu finden. Viele Zulieferer sind Manufakturen, an die wir unsere Prozesse abstimmen mussten. Eine zus´┐Żtzliche Herausforderung lernt man im Laufe der Zeit kennen: Mitarbeiter mit hoher Qualifikation wechseln bei besseren Angeboten schnell den Arbeitsplatz. Damit gehen Know-how und Produktkenntnis beinahe unwiederbringlich verloren. Die Fluktuation ist kaum nicht zu verhindern, da der Wettbewerb renommierter Firmen vor Ort gro´┐Ż ist. Als bestes Gegenmittel erachten wir die Delegation von Verantwortung an die Mitarbeiter, die als Auszeichnung und Anerkennung verstanden wird.

Sartorius AG

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Web: www.sartorius.com


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